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Benn, Karlsson, Holtby NHL Award-Favoriten

von Rob Vollman / NHL.com

Die Hart, Norris und Vezina Trophäen sind die drei begehrtesten Trophäen, die bei den NHL Awards am 22. Juni in Las Vegas vergeben werden.

Schaut man sich die Zahlen an, dann würde sich Jamie Benn von den Dallas Stars die Hart, Erik Karlsson von den Ottawa Senators die Norris und Braden Holtby von den Washington Capitals die Vezina verdienen.

Hier ist die Analyse der Finalisten für diese drei Awards:

HART TROPHY

Finalisten: Jamie Benn, Dallas Stars; Sidney Crosby, Pittsburgh Penguins; Patrick Kane, Chicago Blackhawks.

Die Hart Trophy wird an den "für seine Mannschaft wertvollsten Spieler" vergeben. Gewählt wird der Preisträger von den Mitgliedern der Professional Hockey Writers Association (PHWA).

Obwohl die drei Finalisten in der Scorerwertung der Liga die ersten drei Plätze belegten, ist Kane der klare Favorit auf diesen Award. Er hatte mit 106 Scorerpunkten einen großen Vorsprung gegenüber Benn mit 89 und Crosby mit 85 Punkten.

Crosby liegt aufgrund seines schwachen Saisonstarts so weit zurück. Nach dem 12. Dezember, jenem Tag als Mike Sullivan zum Coach der Penguins ernannt wurde, erzielte Crosby 30 Tore, die zweitmeisten hinter Alex Ovechkin von den Washington Capitals (36), und erreichte 66 Punkte, genauso viele wie Joe Thornton von den San Jose Sharks.

Wie auch immer, die Hart hat zwei Komponenten: Zum einen die Produktivität des Spielers und zum anderen wie wertvoll er für seine Mannschaft war. In diesem Sinne, berücksichtigt der Award genauso für welches Team der Gewinner gespielt hat, wie die Leistung des Spielers selbst.

Obwohl alle drei Finalisten bei starken Mannschaften gespielt haben, verhalf Benn die Stars ihre Ausbeute von 92 Punkten in der Saison 2014/15 auf 109 Punkte in 2015/16 zu steigern und zu ihrem ersten Divisionstitel seit 2005/06.

Der Mannschaftserfolg und der Fakt, dass er auch im Spiel nach hinten eine stärkere Rolle für seine Mannschaft gespielt hat als die beiden anderen Finalisten, er wurde in allen Spielsituationen, auch bei Über- und Unterzahl eingesetzt, könnten ihn zum Überraschungssieger machen.

NORRIS TROPHY

Finalisten: Brent Burns, San Jose Sharks; Drew Doughty, Los Angeles Kings; Erik Karlsson, Ottawa Senators.

Gewählt von der PHWA wird die Norris Trophy an jenen Verteidiger verliehen, "der die gesamte Saison hindurch diese Position am erfolgreichsten ausgefüllt hat."

In der Offensivausbeute hat Burns einen kleinen Rückstand auf Karlsson. Der Verteidiger der Senators kam auf 82 Punkte im Vergleich zu den 75 von Burns. Er hatte aber auch mehr Gelegenheit zu punkten. Karlsson bekam bei nummerischen Gleichgewicht 17 Prozent mehr Eiszeit und bei Überzahl 14 Prozent mehr Eiszeit als Burns. Würde man die Eiszeit für Burns hochrechnen, käme dieser auf 86,7 Punkte.

Doughty erzielte 51 Scorerpunkte und liegt damit gleichauf mit Ryan Suter von den Minnesota Wild, Shea Weber von den Nashville Predators und P.K. Subban von den Montreal Canadiens auf dem neunten Platz der NHL-Verteidiger. Dass er für die Norris nominiert ist liegt weniger an seiner Punktausbeute, als an seiner kompletten Spielweise. Die Kings erlaubten 192 Gegentore, die drittwenigsten in der Liga. Im Vergleich dazu kassierten die Sharks 207 Tore (10. Platz) und die Senators 241 (26.).

NHL.com's erweiterte Statistiken decken auf warum Doughty nominiert ist. Mit ihm auf dem Eis bei 5-gegen-5 kamen die Kings zu 1.778 Schussversuchen und ihre Gegner zu 1.241. Doughty's Differenz von 537 Schüssen ist die größte in der Liga. Mit weitem Abstand folgt sein Teamkollege Milan Lucic mit einer Differenz von 422 auf dem zweiten Platz.

Fairerweise muss man auch anführen, dass Doughty für ein Team spielt, das sehr viel Wert auf Puckbesitz legt. Wenn Doughty auf dem Eis stand, kamen die Kings zu einer Schussquote von 58,89 Prozent, ohne ihn auf 54,6 Prozent.

Im Vergleich dazu hatte Ottawa eine SAT Quote von 51,5 Prozent mit Karlsson und von 44,3 Prozent ohne ihn. Das könnte ein starkes Argument dafür sein, dass Karlsson zum zweiten Mal in Folge und zum dritten Mal in fünf Jahren die Norris

VEZINA TROPHY

Finalisten: Ben Bishop, Tampa Bay Lightning; Braden Holtby, Washington Capitals; Jonathan Quick, Los Angeles Kings.

Wenn die General Manager gewählt haben, welcher Torhüter "auf seiner Position der Beste war", dann haben sie den Schwerpunkt zu sehr auf die erzielten Siege und Niederlagen gelegt.

Das ist vielleicht der einzige Grund warum sich Jonathan Quick von den Los Angeles Kings unter den Vezina Trophy Finalisten 2016 befindet. Mit 40 Siegen erreichte er die zweitmeisten hinter Holtby mit 48 Siegen, doch in fast allen anderen Kategorien sind seine Werte in der Nähe des Ligadurchschnitts.

Erzielte Siege sind eine Teamstatistik, genauso wie die geschossenen und kassierten Tore. Die Gegentore hängen zum einen damit zusammen wie viele Torchancen die Mannschaft zugelassen hat und zum anderen wie gut ihr Torwart gespielt hat.

Aus diesem Grund sind die Quality Starts ein besserer Beleg, wie beständig ein Torwart seiner Mannschaft eine Siegchance bewahrt hat. Sie werden gezählt, wenn ein Torwart mindestens den Ligadurchschnitt an Schüssen gehalten hat, unabhängig davon wie viele Schüsse er auf seinen Kasten bekam und ohne Berücksichtigung, ob seine Mannschaft genug Tore erzielt hat, um zu gewinnen.

In dieser Hinsicht hat Holtby einen Vorteil gegenüber den beiden anderen Finalisten. Er kam auf 42 Quality Starts in 66 Spielen, also auf 63,3 Prozent.

Bei der Fangquote hat Bishop mit 92,6 Prozent gegenüber Holtby mit 92,2 Prozent einen kleinen Vorsprung. Bei den Quality Starts liegt er mit 61,7 Prozent knapp hinter Holtby. Bei diesem Award könnte es dementsprechend eine enge Geschichte werden. (Quick’s Quality-Starts Quote liegt bei 55,9%). Wie auch immer, Holtbys 48 Siege gegenüber den 35 von Bishop könnte das größere Gewicht für die Wähler spielen und ihm somit seine erste Vezina Trophy bescheren.

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