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Können die Leafs die Ruhe bewahren?

Nach dem 0:7-Debakel gegen die Los Angeles Kings wird man im Umfeld in Toronto schon wieder unruhig

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Was war das zunächst für eine Euphorie, als Auston Matthews in seinem ersten NHL-Spiel für die Toronto Maple Leafs direkt vierfach erfolgreich war, persönlich erfolgreicher startete als jemals ein Rookie in der NHL zuvor. Das Problem an jenem Abend im Spiel gegen die Ottawa Senators war nur, was damals zunächst kaum jemand im Begeisterungssturm rund um den Jungstar zu bemerken schien, dass Toronto das Spiel, trotz der herausragenden Einzelleistung seines Nr.1-Pick aus dem NHL Draft am Ende mit 4:5 verlor.

Ungeachtet dessen war die Euphorie um das Team von Trainer Mike Babcock bereits wieder unglaublich groß, sahen viele Beobachter die Leafs schon wieder in den Playoffs. Eine Leistung, welche man in Toronto seit Jahren schon herbeisehnt, doch zuletzt immer wieder verfehlt hatte.

Nun, da die neue Spielzeit rund einen Monat alt ist, da ist die anfängliche Begeisterung rund um die Ahornblätter schon wieder der, fast möchte man sagen 'üblichen' Schwarz-weiß-Malerei gewichen, gewinnen die Skeptiker die Oberhand, wie es scheint.

Dabei ist die Tabellensituation aktuell noch gar nicht so bedenklich. 13 Spiele haben die Leafs gespielt, die Statistik weist aktuell 5-5-3 aus. Sicherlich kein guter Start, aber eben auch längst noch keine sportliche Katastrophe.

Die jüngste 0:7-Heimklatsche gegen die Los Angeles Kings jedoch, die hat bei Beobachtern rund um das Team alle Alarmglocken laut schrillen lassen. Eine solch desolate Heimleistung, wo man dem Gegner in allen Belangen und über die volle Spiellänge unterlegen war, die hatte man von den Leafs aktuell eigentlich so nicht (mehr) erwartet. Man glaubte das Team sei in seiner sportlichen Entwicklung schon ein Stück weit weiter. Dass dem aber eben längst nicht so ist, das bewies der Vergleich mit den Kings aus Kalifornien.

Doch wenn man mal realistisch auf den Kader des Original Six-Teams blickt, dann muss man mit solchen Schwankungen in der Leistungsfähigkeit noch immer rechnen. Sieben Rookies spielen aktuell im Kader des Teams.
Von diesen jungen und unerfahrenen Spielern nun jede Nacht bereits Top-Leistungen zu erwarten, das ist wohl schlicht ein Stück weit unrealistisch und auch unfair. Toronto hat schon durchaus überzeugende Auftritte in dieser Saison abgeliefert. Manchmal, so wie bei der am Ende unglücklich zustande gekommenen Niederlage in Winnipeg, auch nur über Phasen eines Spiels. Der Heimauftritt gegen Los Angeles war nun tatsächlich das erste Spiel, welches über die volle Distanz eine einzige Enttäuschung war.

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Kein Grund also gleich den Stab über Trainer und Team zu brechen. Natürlich, der Aufbauprozess bei den Leafs läuft inzwischen bekanntlich schon über Jahre, und noch ist nicht wirklich zu erkennen, dass die Früchte der Mühen schon bald zu ernten wären. Doch kann es nun auch nicht angehen von einem so jungen Team bereits in den ersten vier Wochen nach Saisonstart irgendwelche Wunderdinge zu erwarten. Trotz eines 'Wunderkindes' wie Matthews. Auch ihm muss man die entsprechende Zeit zubilligen sich an die Liga und das darin geforderte Niveau erst zu gewöhnen. Sein Turbostart am, ersten Spieltag war da im Nachhinein vielleicht gar kein Vorteil Die Messlatte liegt für den Jungen nun dadurch unglaublich hoch. Und das, wo die Erwartungshaltung ihm gegenüber in Toronto ohnehin schon so hoch war.

Man kann daher nur hoffen, dass alle in und um Toronto herum die Geduld bewahren werden und ihrem Team auch weiterhin die notwendige Zeit einräumen werden sich gesund und stabil zu entwickeln. Auch wenn das vielen in einer so Eishockeyverrückten Stadt naturgemäß schwer fällt.

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