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Bei den New Jersey Devils perfekt integriert

von Bernd Roesch / NHL.com

Hinter den beiden Divisionsersten Washington und Florida geht es recht eng zu in der Tabelle der Eastern Conference. Die New York Rangers als Mannschaft mit den drittmeisten Punkten und die zwölftplatzierten Carolina Hurricanes trennen gerade einmal sieben Punkte. Berücksichtigt man, dass die Philadelphia Flyers als 13. mit zwei Zählern Rückstand auf Carolina, sogar noch drei bzw. vier Spiele weniger absolviert haben, als sieben vor ihnen rangierende Teams, dann erweitert sich der Kreis der Anwärter auf die Playoffplätze hinter den Erstplatzierten auf elf Mannschaften - und mittendrin liegen die New Jersey Devils.

Seit der Saison 2009/10, die sie als Atlantic Division Champion abschließen konnten, qualifizierten sich die Devils nur noch einmal, im Jahr 2012, für die Stanley Cup Playoffs. Danach ging es für die in Newark beheimatete Franchise stetig bergab. Einen Tiefpunkt stellte die vergangene Saison dar, welche die Devils als Vorletzter der Metropolitan Division, mit einem deutlichen Rückstand von 20 Punkten auf die zweite Wildcard, abschlossen.

In der darauffolgenden Sommerpause verzichtete New Jersey auf spektakuläre Trades und nur wenige dürften erwartet haben, dass die Devils in diesem Jahr um die Vergabe der Playoffplätze noch ein Wörtchen mitreden können, nachdem gut die Hälfte der Saison absolviert sein wird.

Das Management der Devils wird erneut seinem Ruf gerecht, dass es Ruhe bewahren kann, wenn es einmal nicht so gut läuft und dass es eine Auge dafür hat, welche Spieler ihnen weiterhelfen können - ohne dabei auf die ganz großen Stars zu setzen. Headcoach John Hynes schafft es das Maximale aus dem ihm zur Verfügung stehenden Kader herauszuholen.

Selbst erfahrene NHL-Recken, wie ein Michael Cammalleri, sind dabei, an Bestleistungen aus längst vergangenen Zeiten anzuknüpfen. Der 33-jährige Flügelstürmer, der im Juli 2014 von den Devils als Unrestricted Free Agent verpflichtet wurde, ist aktuell mit 14 Toren und 24 Assists in 41 Partien New Jerseys Topscorer und auf dem Weg seine beste Saison seit 2008/09 zu absolvieren, als ihm bei den Flames 82 Punkte (39 Tore, 43 Assists) in 81 Spielen gelungen waren. Nachdem er Anfang des Jahres acht Spiele verletzungsbedingt pausieren musste, kehrte der wiedergenesene Cammalleri wieder zurück in den Kader und bewies auf Anhieb wie wichtig er für die Mannschaft ist. Beim 4-2 Heimerfolg über die Calgary Flames bediente er bei einem 2-gegen-1 Konter Sturmkollege Lee Stempniak zum 2-1. 48 Stunden danach, beim 6-3 Schützenfest über die Ottawa Senators, blieb Cammalleri zwar punktlos, überzeugte aber dadurch, dass er konsequent nach hinten mitarbeitete und dafür sorgte, dass erst gar nichts anbrennen kann.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag, die Devils hatten einen Gastauftritt in Winnipeg, bewies der in Toronto geborene Kanadier wieder Blick für seinen Mitspieler: Beim 1-0 und 3-0 von Stempniak war Cammallieri an der Vorarbeit beteiligt und am Ende hatten die Devils mit 3-1 Toren ihren vierten Sieg in Folge perfekt gemacht.

Der zweifache Torschütze, den die Devils im September letzten Jahres erst einmal auf Probe ins Trainigslager eingeladen hatten, ehe sie sich dazu entschieden ihn für ein Jahr zu verpflichten, erweist sich immer mehr als Glücksgriff. In den vergangenen vier Partien hat der 32-jährige US-Amerikaner vier Tore und zwei Assists verbuchen können, so dass er mittlerweile in der teaminternen Scorerwertung mit 14 Toren und 22 Vorlagen in 49 Spielen den zweiten Platz belegt.

Die Devils sind Stempniaks fünfte NHL-Station in den vergangenen zwei Jahren und die achte in seiner Karriere, die im Jahre 2005 bei den St. Louis Blues begann. Seine persönliche Bestmarke von 27 Treffern, 25 Assists und 52 Scorerpunkten stellte Stempniak bereits in seiner zweiten Saison bei den Blues auf. In den folgenden acht Spielzeiten, unter anderem bei den Maple Leafs, Coyotes, Flames, Penguins, Rangers und Jets, stagnierten seine Leistungen. Er brachte es in keinem Jahr auf mehr als 38 Scorerpunkte.

Stempniak hat nun bei den Devils eine neue Heimat gefunden, wo er sich sichtlich wohl fühlt. In den letzten acht Tagen bekamen das mit Arizona, Calgary und Winnipeg gleich drei Ex-Teams von Stempniak zu spüren. Ihren nächsten Auftritt haben die Devils im Consol Energy Center von Pittsburgh, ein weiterer Club für den Stempniak schon seine Schlittschuhe geschnürt hat. Hynes hegt die Hoffnung, dass sein momentan torgefährlichster Stürmer wieder ein "paar Gastgeschenke mit im Gepäck hat" und seine Punkteserie weiter ausbauen kann – in seiner momentanen Verfassung darf man es ihm durchaus zutrauen.

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