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Draft-Bedarf der Western Conference Teams

NHL.com/de präsentiert den Bedarf der Western Conference Teams, der beim NHL Draft 2018 gedeckt werden soll

von Bernd Rösch @nhlde / NHL.com/de Chefautor

Der NHL Draft 2018 wird am 22./23. Juni im American Airlines Center in Dallas abgehalten. Um dafür gerüstet zu sein, wird NHL.com/de im Vorfeld täglich eine umfassende Berichterstattung mit Artikeln zu den interessantesten Geschichten rund um das Ereignis anbieten. In dieser Ausgabe werfen wir einen Blick auf die Bedürfnisse der Teams der Eastern Conference.

Anaheim Ducks

Für die Anaheim Ducks war nach vier Auftritten in der ersten Playoffrunde der Western Conference Schluss. Mit einem 'Sweep' gegen die San Jose Sharks mussten sie die Segel streichen. Nachdem ihnen beim NHL Draft 2017 kein Erstrundenpick zur Verfügung stand, kommen sie in diesem Jahr als 23. zum Zuge. Es ist durchaus vorstellbar, dass General Manager Bob Murray bereits an die Zeit nach Corey Perry, Ryan Getzlaf und Ryan Kesler denkt. Die Verträge der 33-jährigen Stürmer laufen in drei bzw. vier Jahren aus und dann käme ein adäquater Ersatz gerade recht. Einer der Top-Nachwuchsspieler wird wohl nicht mehr zur Verfügung stehen, wenn die Ducks beim Draft aufgerufen werden, doch ein Prospect, der in den kommenden Jahren an den Kader herangeführt wird, dürfte durchaus drin sein.

 

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Arizona Coyotes

Wer die Saison als punktschlechteste Mannschaft der Western Conference abschließt, dürfte auf fast jeder Position Handlungsbedarf sehen. Am dringendsten ist jedoch die Suche nach einem Verteidiger, der möglichst schnell dem Kader eine Hilfe sein kann. Die besten Verteidiger der Coyotes hinter Oliver Ekman-Larsson haben bereits das 30. Lebensjahr überschritten oder werden, wie im Falle von Kevin Connauton und Luke Schenn, am 1. Juli zu Unrestricted Free Agents. Die Coyotes haben in der ersten Runde beim Draft ein frühes Zugrecht (Nr. 5), in der zweiten, sechsten und siebten Runde jeweils ein weiteres und sie dürfen sich in der dritten Runde gleich dreimal entscheiden.

Calgary Flames

Die Calgary Flames verpassten in der vergangenen Saison die Playoffs und machten sich in Europa auf die Suche nach Verstärkungen, die ihnen kurzfristig helfen könnten. Unter anderem wurden sie sich mit dem deutschen Nationalspieler Yasin Ehliz von den Nürnberg Ice Tigers einig. Beim diesjährigen Draft stehen den Flames nur vier Züge zu. Die ersten zwei in der vierten Runde (Nr. 105 und Nr. 108) sowie noch jeweils einer in der 5. und 6. Runde. Es würde schon eines sehr glücklichen Händchen von General Manager Brad Treliving bedürfen, um ein Talent zu finden, das die Flames in den kommenden ein, zwei Jahren voranbringt. Vielleicht findet sich ja ein Stürmer mittelfristig für die dritte oder vierte Angriffsformation.

Chicago Blackhawks

Es war für die erfolgsverwöhnten Chicago Blackhawks eine bittere Erkenntnis, dass sich ihre goldenen Zeiten dem Ende nähern. Als Drittletzter im Westen schlossen die erfolgsverwöhnten Blackhawks die vergangene Saison ab, obwohl sich ein Patrick Kane und ein Jonathan Toews noch im besten Eishockeyalter befinden und mit Nick Schmaltz, 22, und Alex DeBrincat, 20, zwei junge Stürmer nicht enttäuschten. Chicago hat in der ersten Draft-Runde zwei Zugrechte (Nr. 8, Nr. 27). Mit einem davon könnten sie sich für einen Defensivmann entscheiden, für die Zeit nach Brent Seabrook und Duncan Keith. Sechs weitere Wahlrechte hat Chicago in den Runden 3, 4, 5, 6 und 7.

Colorado Avalanche

Die Colorado Avalanche können beim Draft fast aus dem vollen schöpfen. Der 16. Zug im ersten Durchgang, zwei weitere im zweiten und mit jeweils einem in den Runden 3 bis 7 hat ihr General Manager Joe sakic am kommenden Freitag und Samstag einiges zu tun. Mit ihrer Playoff-Qualifikation zählten die Avalanche zu den Überraschungsteams der vergangenen Saison. Headcoach Jared Bednar steht ein Kader junger, erfolgshungriger Spieler zur Verfügung. Das Durchschnittsalter in Colorados Kabine beträgt gerade einmal 25 Jahre. Gut zu Gesicht stehen würde ihnen ein weiteres Sturmtalent für die zweite oder dritte Reihe, dem um die 20 Saisontore zuzutrauen sind. Der deutsche Flügelstürmer Dominik Bokk wäre durchaus ein Kandidat für die Avalanche.

Dallas Stars

Der Gastgeber des NHL Drafts 2018 verpasste 2017/18 zum zweiten Mal in Folge die Stanley Cup Playoffs. Am 4. Mai übernahm Jim Montgomery das Amt des Cheftrainers bei den Texanern, so dass anzunehmen ist, dass die Auswahl, die die Stars treffen werden, schon dessen Handschrift trägt. In den letzten Jahren entschied sich Dallas gerne früh für einen Defensivmann. Am kommenden Freitag haben sie ihren ersten Zug an 13. Stelle und weitere sieben in den nachfolgenden Runden. Die Stars haben in ihrer Organisation keinen Center, der jünger als 24 Jahre ist. Die Wahl eines Centers wäre dementsprechend eine sinnvolle Option für einen frühen Zug. 

 

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Edmonton Oilers

Die Edmonton Oilers sind es schon gewohnt bei einem NHL Draft im ersten Drittel der ersten Runde ziehen zu dürfen. So wie in diesem Jahr, in dem sie als Zehnter dran sind. Den Oilers, die über ihr Saisonabschneiden und dem einhergehenden Verpassen der Playoffs unzufrieden waren, fehlt es nicht an jungen Talenten, so dass für sie durchaus in Frage kommen könnte, den Erstrundenpick in einem Trade abzugeben. Andererseits stehen beim aktuellen Jahrgang einige offensivstarke Verteidiger zur Auswahl, die an die Mannschaft herangeführt werden könnten. Edmonton hat nur in der vierten Runde kein Zugrecht.

Los Angeles Kings

Das Unterfangen dritter Titelgewinn endete für die Los Angeles Kings bereits in der ersten Playoffrunde, in der sie den Vegas Golden Knights in vier Spielen unterlagen. Das Durchschnittsalter der Südkalifornier ist mit 28,4 Jahren relativ hoch. Mit Adrian Kempe und Alex Iafallo konnten sich vergangene Saison zwei Stürmer von insgesamt zehn eingesetzten Rookies einen Stammplatz ergattern. Ihre vier eingesetzten Jungverteidiger brachten es in insgesamt 74 Partien auf sechs Tore und zwölf Assists. Hier ist noch Luft nach oben. Ihren ersten Zug haben die Kings an 20. Stelle in der ersten Runde. Jeweils ein weiterer folgt in den Runden 2 bis 6.

Minnesota Wild

Über insgesamt acht Züge, jedoch keinen in der zweiten Runde, verfügen die Minnesota Wild, die in der ersten Playoffrunde klar mit 4:1-Siegen an den Winnipeg Jets scheiterten. In den kommenden drei Jahren werden sechs ihrer Stammstürmer zu Unrestricted Free Agents, allesamt sind sie gelernte Center oder auf der Center-Position einsetzbar. Nino Niederreiter, Jason Zucker und Marcus Foligno sind langfristig gebundene Außenstürmer im besten Eishockeyalter, die einen jungen Center anleiten können. Beim diesjährigen Draft ziehen die Wild an 24. Position, in der zweiten Runde verfügen sie über keinen Zug, jedoch haben sie gleich drei in Runde 3 und zwei in Runde 5 sowie jeweils einen in den Folgerunden.

Nashville Predators

Stanley Cup Finalist 2017! Presidents' Trophy Gewinner 2018! Den Nashville Predators muss es um ihre nahe Zukunft nicht bange sein. Für sie dürfte es eine untergeordnete Rolle spielen, dass sie beim Draft in den ersten zwei Runden nicht zum Zuge kommen und erst ab Runde 3 in das Draft-Geschehen eingreifen. Center Nick Bonino und Verteidiger Matt Irwin sind die einzigen noch unter Vertrag stehenden Spieler der Predators, die das 30. Lebensjahr bereits erreicht haben. Recht gelassen kann Nashvilles General Manager David Poile dem Draft entgegensehen, in dem er insgesamt fünfmal vor der Qual der Wahl steht, um den geeigneten Prospect für die Tiefe des Kaders zu finden. 

San Jose Sharks

Timo Meier war 2015 der letzte Erstrundendraftpick der San Jose Sharks, der auch bei den Nordkaliforniern unter Vertrag steht. Da die Sharks schon seit über einem Jahrzehnt zu den Aushängeschildern der Western Conference gehören, genießen sie nur selten ein frühes Zugrecht in der ersten Runde. In diesem Jahr wählen sie an 21. Stelle aus. Es ist schwer einzuschätzen, auf welcher Position GM Doug Wilson sich verstärken möchte. In den vergangenen Jahren suchten die Nordkalifornier mit einem physisch starken Team den Erfolg. Werden sie eine Kehrtwende einleiten und in der Zukunft auf schnelle, wendige Spieler setzen? Es bleibt die Qual der Wahl.

St. Louis Blues

Die Blues landeten 2017/18 außerhalb der Playoffränge. Für eine Mannschaft, die sich in den sechs Jahren zuvor stets für die Postseason qualifiziert hatte, war das alles andere als zufriedenstellend. St. Louis verfügt über je einen Zug in den sieben Runden. Ihr erstes Zugrecht haben sie an 29. Position. Ein Blick auf die Kaderstruktur der Blues zeigt, dass mit Carl Gunnarsson, Jay Bouwmeester und Robert Bortuzzo ihre drei ältesten Verteidiger im Anschluss der kommenden Saison zu Unrestricted Free Agents werden. Von den Rookie-Verteidigern gelang es nur Vince Dunn sich durchzusetzen. Ein weiterer Blueliner im Format eines Alex Pietrangelo würde den Blues gut zu Gesicht stehen. Werden sie einen solchen mit ihrem späten Zug finden?

Vancouver Canucks

Für die Vancouver Canucks beginnt mit der Saison 2018/19 die 'Nach-Sedin-Ära'. Die schwedischen Zwillingsbrüder waren 18 Jahre lang das Aushängeschild der Westkanadier. Mit einem deutlich verjüngten Kader werden die Canucks in die kommende Spielzeit gehen. Ob dann schon ihr diesjähriger Draft Pick, den sie, so es zu keinem weiteren Trade kommt, an siebter Stelle ziehen, mit von der Partie sein wird, ist unwahrscheinlich. Die sich im Umbau befindlichen Canucks sind mit jungen Talenten im Angriff ganz gut aufgestellt, doch für die Defensivabteilung fehlt ihnen ein weiterer junger Blueliner, der das Zeug dazu hat, sich zu einem Top-Verteidiger zu entwickeln. Vor zwei Jahren haben sich die Canucks mit ihrem frühen Zug für den Finnen Olli Juolevi entschieden.

Vegas Golden Knights

Die Vegas Golden Knights müssen beim Draft 2018 eine geraume Zeit warten, ehe sie an der Reihe sind. Sie verfügen über keinen Erstrundenpick und kommen am Samstag in der zweiten Runde an Nummer 61 zu ihrem ersten Zug. Daraufhin folgen jeweils zwei Züge in der 4., 5. und 6. Runde. Die Golden Knights sind insgesamt recht gut aufgestellt, auch weil sie beim Draft 2017 zwölfmal das Wahlrecht hatten, davon dreimal in der ersten Runde. Andererseits sind sie dazu gezwungen im Nachwuchsbereich eine gewisse Tiefe aufzubauen. Im kommenden Juli werden sechs Spieler des aktuellen Kaders zu Unrestricted Free Agents und weitere fünf zu Restricted Free Agents. Im Jahr darauf enden die Verträge von sechs weiteren Aktiven, die im Anschluss daran Unrestricted Free Agents sind.

Winnipeg Jets

Die Winnipeg Jets mussten sich in der vergangenen Saison erst im Western Conference Finale den Golden Knights geschlagen geben. Mit ihrem frischen Offensiveishockey erfreuten sie die Fans in Manitoba. Winnipeg verfügt über junge, unbekümmert aufspielende schnelle Stürmer, die sie teilweise schon langfristig an sich binden konnten. Dustin Byfuglien, 33, und Tyler Myers, 28, die punktbesten Verteidiger der Jets werden in vier und zwei Jahren zu Unrestricted Free Agents. Ihr jüngster Mann in der Defensive war Joshua Morrissey mit 23 Jahren. Fraglich ist nur, ob sie mit ihrem ersten Zug, den sie erst an 60. Stelle haben, noch einen Blueliner finden, der ihren Ansprüchen gerecht werden kann. Weitere Züge haben die Jets in der 3., 6. und 7. Runde sowie zwei in Runde 5.  

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