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Verletzungssorgen als Chance und Herausforderung

Mit den Ausfällen von Horvat und Baertschi stehen die Vancouver Canucks vor der ersten Feuerprobe der Saison

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Im Spiel gegen die Calgary Flame waren gerade 25 Sekunden im zweiten Spielabschnitt gespielt, als Sven Baertschi von einem von der Bande abprallenden Puck im Gesicht getroffen wurde. Der Punkt an dem Baertschi getroffen wurde und die Geschwindigkeit der Hartgummischeibe ließen nichts Gutes erwarten. Schnell wurde klar, dass der Schweizer den Canucks länger fehlen wird. Vier bis sechs Wochen Pause aufgrund eines gebrochenen Kiefers, so lautete die Diagnose der Ärzte schließlich.

Bereits zwei Begegnungen vor der Verletzung des Oberaargauers mussten die Nucks einen ersten herben Verlust hinnehmen. Die Ursache des Ausscheidens von Center Bo Horvat wurde erst als "kleine Verletzung, die ihn aus dem Spiel genommen hat" bezeichnet. Vancouvers Trainer Travis Green hatte sich bei dieser Aussage nach der Partie jedoch getäuscht, denn auch Horvat wird circa sechs Wochen fehlen. Grund dafür ist ein gebrochener rechter Fuß.

Durch die Ausfälle von Baertschi und Horvat brechen den Canucks zwei Drittel der Reihe um den Super-Rookie Brock Boeser weg. Die Formation um den Liganeuling war bis dato einer der Erfolgsfaktoren der Kanadier, stellten sie doch deren drei Topscorer und Toptorschützen. Boeser, der mit seinem Tor gegen die Winnipeg Jets in den elitären Kreis jener Rookies aufstieg, die in ihren ersten 28 Spielen mindestens 16 Tore gemacht haben, wird nun beweisen müssen, dass er auch weiterhin stetig scoren kann.

Video: VAN@WPG: Boeser trifft aus dem Handgelenk

Travis Green ist nach dem Ausscheiden seiner Topspieler "gespannt, wie die Jungs reagieren" und stellt fest, dass "es eine Herausforderung und Chance, für das Team, zugleich ist". Die Verletzungen seien "Teil der NHL heutzutage und man muss mit diesen Situationen umgehen können." beklagt sich der kanadische Trainer nicht, denn "alle Spieler wollen mehr Eiszeit, diese bekommen sie jetzt".

Sicher wird es neben Boeser, der sich nun an neue Reihenkollegen gewöhnen muss, auch auf andere Spieler ankommen. Mit Thomas Vanek sowie Daniel und Henrik Sedin können die Canucks auf Spieler zurückgreifen, welche mit ihrer Erfahrung und vielen Jahren in der Liga bereits ähnliche Situationen erlebt haben. Alle drei Veteranen haben in dieser Saison bereits 18 Punkte beigesteuert und werden künftig sicher noch mehr Spielanteile bekommen. Dies gilt auch für Loui Eriksson, Sam Gagner und Michael Del Zotto, welche mit jeweils elf Punkten in der teaminternen Scorerliste folgen. Auffällig ist, dass viele Spieler des Teams ähnlich stark punkten, abgesehen von Boeser, der seinen Mannschaftskollegen mit 28 Punkten weit enteilt ist.

Die Ausgeglichenheit der Canucks kann deren Fans für die anstehende Heimserie von vier Partien Hoffnung geben. Mit den Nashville Predators, den San Jose Sharks und den Calgary Flames kommen jedoch zunächst drei starke Gegner an die kanadische Westküste. Diese Spiele werden zeigen, in welche Richtung die Reise für Vancouver geht. Trotz der bisher schwachen Bilanz in der heimischen Rogers Arena (5-6-3) sollte die bekannte Umgebung den Nucks Selbstvertrauen geben, um auch im vierten Spiel, gegen die Montreal Canadiens, überzeugen zu können. Dieses kanadische Duell wird, gerade aufgrund Montreals Ausnahme-Goalies Carey Price, ein weiterer Prüfstein für die verletzungsgeplagte Offensive aus Vancouver.

Video: CAR@VAN: Vanek lenkt im PP Gagners Schuss rein

Durch die Ausfälle stehen die Canucks nun dem ersten großen Prüfstein der Saison gegenüber. Nach einem, nicht von vielen erwartetem, guten Start in die Spielzeit muss das Franchise nun schnell einen Weg finden, auch ohne Baertschi und Horvat zu gewinnen. Auch wenn bei den erfahrenen Sedins und Vanek sicher nicht von einer Reifeprüfung gesprochen werden kann, müssen gerade die Veteranen nun einspringen und etwas Last von den Schultern des Rookies Boeser nehmen.

Besonders wichtig wird es für Vancouver hierbei nicht nur gut zu spielen, sondern auch Tore zu schießen und Siege einzufahren. Dies sah auch Travis Green nach der 1:5-Niederlage gegen die Winnipeg Jets so, als er gegenüber Reportern angab, dass "es sich nicht wie ein 1:5 angefühlt hat, da man bei Gleichzahl auf dem Eis nur 17 Schüsse zugelassen hat". Er erkannte jedoch auch, dass sein Team "mehr Treffer erzielen muss". Sollte dies gelingen, so kann Vancouver die ordentliche Saison fortsetzen und nach der Rückkehr des Schweizers Baertschi und des Kanadiers Horvat zum Endspurt ansetzen, denn die Feuerprobe hätte man dann bestanden.

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