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Pausen tun nicht unbedingt gut

Gleich fünf Teams verloren am Samstag ihr erstes Spiel nach einer mehrtägigen Pause

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Gleich fünf Mannschaften mussten in der Nacht von Samstag auf Sonntag in ihrem ersten Spiel nach einer mehrtägigen Pause eine Niederlage hinnehmen.

Samstag vor einer Woche, die Chicago Blackhawks hatten gerade 5-1 bei den Edmonton Oilers gewonnen und ihren fünften Auswärtssieg in Folge eingefahren, wünschte sich Blackhawks Cheftrainer Joel Quenneville im Wissen einer bevorstehenden sechstägigen Pause, dass hoffentlich jeder seiner Spieler frisch erholt zurückkomme und sie das Momentum, das sie aktuell verspüren, mitnehmen können. Sieben Tage nach der Aussage des erfahrenen Übungsleiters gegenüber NHL.com - als hätte er es geahnt - unterlagen die Blackhawks vor heimischer Kulisse gegen denselben Gegner aus Alberta mit 1-3 Toren. Quenneville weist nach der Partie von der Hand, dass die mehrtägige Erholungsphase in irgendeiner Form mit der Niederlage etwas zu tun gehabt hätte: "Ich habe nichts auszusetzen an der Art wie wir aufgetreten sind. Im ersten Drittel haben wir nichts zugelassen, dann hatten sie Glück, dass [der Puck von Trevor van Riemsdyk] Schlittschuh abgefälscht wurde und dann waren wir auch schon im Dritten. Mit unserer Vorstellung können wir zufrieden sein. In den meisten Fällen endet ein solcher Auftritt mit etwas Besserem als einer Niederlage."

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Die Blackhawks stehen mit einer Pleite nach einer längeren Spielpause nicht alleine da. Ist das nur Zufall?

Ebenfalls am Samstag endete die Erfolgsserie der Washington Capitals. Die Überflieger aus der US-Hauptstadt waren mit der Empfehlung von sechs doppelten Punktgewinnen bei den Detroit Red Wings, dem Tabellenletzten der Eastern Conference, angetreten. Am Ende mussten sie sich mit 2-3 Toren nach Penaltyschießen geschlagen und mit einem Zähler zufrieden geben. Capitals Stürmer Lars Eller gab nach der Partie zu, dass sich der Körper nach der knapp einwöchigen Pause zwar gut angefühlt habe, es jedoch seine Zeit gedauert habe, bis man sich wieder an das Spieltempo gewöhnt hatte. "Ich glaube wir waren alle im ersten und zweiten Drittel etwas langsam, doch dann lief es wieder", ergänzte der Vorbereiter zum 1-2 Anschlusstreffer von Zach Sanford. Bestätigt wird Ellers Analyse durch die Torschussstatistik in dieser Partie. Zur ersten Pause war das Verhältnis noch 10-10 ausgeglichen. In den folgenden 45 Minuten inklusive Verlängerung lautete das Schussverhältnis 26-13 zugunsten der Capitals. Washingtons Coach überraschte es nicht: "Wir wussten, dass es eine Herausforderung sein wird, das musste man niemand erzählen. Wir haben dann versucht den [abgefahrenen] Zug wieder zu erwischen."

Eine weitere Mannschaft im Bunde von fünf, die am Samstag den Spielbetrieb wieder aufgenommen haben, waren die Nashville Predators. Gut erholt hatten sie sich erhofft, den Minnesota Wild die Grenzen aufzeigen zu können. Wie die Capitals erwischte auch das Team von Peter Laviolette einen unglücklichen Start, lag bereits in der dritten Spielminute mit 0-1 im Hintertreffen und musste kurz vor der zweiten Pause den zweiten Gegentreffer hinnehmen. Nachdem die Predators im Schlussabschnitt noch einmal auf 2-3 verkürzen konnten, unterlagen sie am Ende dem Tabellenführer der Central Division deutlich mit 2-5 Toren. "Ich glaube nicht, dass es etwas mit der 5-tägigen Pause zu tun hatte", sagte Laviolette. "Vielleicht wenn wir platt oder schwerfällig gewesen wären, doch so habe ich unser Spiel nicht gesehen. Jeder sieht ein Spiel anders. Wir waren konkurrenzfähig, haben zur falschen Zeit Tore kassiert, es gab schwierige Abpraller und ihr Torwart war eben sehr gut."

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Pause hin oder her, die Predators waren nicht die erste Mannschaft, die in St. Paul bei den Wild die Punkte abliefern musste. Mit einer Bilanz von 21-7-2 sind die Wild das heimstärkste Team der Western Conference. Nichtsdestotrotz muss man konstatieren, dass von den elf Teams, denen im Februar eine längere Spielpause von fünf oder mehr Tagen gegönnt war, keine ihr erstes Spiel gewinnen konnte. Auch nicht die Montreal Canadiens, die sich gestern Nacht unter ihrem neuen Cheftrainer Claude Julien den Winnipeg Jets mit 1-3 geschlagen geben mussten und auch nicht die Tampa Bay Lightning, die gegen die Dallas Stars nach Verlängerung mit 3-4 das Nachsehen hatten. Ist das nur Zufall?

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