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Die Zahlen versprechen eine knappe Entscheidung

Vor dem Finale zwischen Vegas und Washington, ein Blick auf die wichtigsten Statistiken der Finalserien der letzten Jahre

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Am 28. Mai ist es soweit, die Washington Capitals und die Vegas Golden Knights werden in Spiel 1 des Stanley Cup Finales in der T-Mobile Arena in Las Vegas gegeneinander antreten. Es ist das fünfte Finale unter dem aktuellen Playoff-Format, das in der Saison 2013/14 nach dem letzten Lock-Out eingeführt wurde.

Wie verliefen seitdem die Finalserien? Wie lange dauerten die Serien? Wie viele Tore fielen? Wie entscheidend waren die Torhüter, wie entscheidend die Special Teams? Hier ein Blick auf die letzten vier Finalserien in Zahlen.

Serienlänge

Man kann davon ausgehen, dass die Geschichte nicht nach vier Spielen beendet sein wird. In den vergangenen drei Jahren traten die Finalisten je sechs Mal gegeneinander an. Im vergangenen Jahr schlugen die Pittsburgh Penguins die Nashville Predators nach einer 2:0-Führung und dem 2:2 Ausgleich mit 4:2. Davor fielen die San Jose Sharks den Penguins über die gleiche Distanz zum Opfer. 2015 gewannen die Chicago Blackhawks gegen die Tampa Bay Lightning, wobei die Teams abwechselnd gewannen. Lediglich 2014 war die Serie schneller beendet, die Los Angeles Kings bezwangen bereits nach fünf Spielen die New York Rangers. In allen vier Fällen holte jenes Team den Cup, das Spiel 1 der Serie gewann, in drei von vier Fällen war es die Mannschaft, die in der regulären Saison mehr Punkte einfuhr. Die Golden Knights lagen am Ende der regulären Saison mit 109 Punkten direkt vor den Capitals (105) auf Rang fünf der Liga. Vorteil Golden Knights.

Tore und Torschüsse

In den vergangenen vier Jahren fielen in 23 Finalspielen 107 Tore, also 4,7 Tore pro Partie. Dabei trafen die Meistermannschaften 62 Mal, die Kontrahenten 45 Mal, was einen Durchschnitt von 2,7, beziehungsweise 2,0 Toren pro Spiel bedeutet. Die Finalspiele waren also meist knappe Angelegenheiten, lediglich letztes Jahr waren die Ergebnisse relativ deutlich. In den drei Jahren davor wurden zwölf von 17 Partien mit nur einem Tor Unterschied entschieden.

Das Torschussverhältnis betrug insgesamt 712:620 zugunsten der Gewinner. In einem durchschnittlichen Spiel betrug das Verhältnis damit 31:27. Die Nashville Predators waren 2017 die einzige Mannschaft, die unterlag, obwohl sie öfter auf das Tor des Gegners feuerte. Die Capitals haben in den aktuellen Playoffs bisher häufiger geschossen als ihr Konkurrent (32,9, Vegas: 31,5) und weniger Schüsse zugelassen (28,2:33,7). Vorteil Capitals.  

 

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Torhüter

Die Torhüter sind in den Playoffs ein noch wichtigerer Faktor als in der regulären Saison. Daher ist nicht weiter verwunderlich, dass die Fangquoten im Finale besonders hoch sind. Predators Torwart Pekka Rinne war der einzige Torwart der letzten vier Finalserien, der weniger als 92 Prozent der Schüsse hielt (88,8%). Die Penguins waren 2016 das einzige Team der letzten vier Jahre, das den Cup holte und dabei den Torhüter mit der schlechteren Fangquote hatte. Matt Murray hielt damals 93,0 Prozent aller Schüsse, sein gegenüber Martin Jones überbot das mit 93,8 Prozent. Im Durchschnitt gab es pro Serie einen Shutout, den immer der Torhüter des späteren Meisters verbuchte. Golden Knights Torwart Marc-Andre Fleury wehrte bisher sensationelle 94,7% aller Versuche der Gegner ab, während Holtby auf eine Quote von 92,3% kommt. Vorteil Golden Knights.

 

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Special Teams

Auch die Special Teams sprechen für die Stanley Cup Champions. In drei von vier Serien hatten die Sieger die bessere Powerplay-Quote. Nur die Predators überboten die Penguins. Allerdings zeigt die Zahl der Powerplay-Situationen und das Torverhältnis in Überzahl, wie knapp es in dieser Kategorie zugeht. Bei 69:65 Powerplays, fielen 10:8 Tore, also 2,5:2 Tore pro Serie und 0,43:0,35 Tore pro Spiel. Insgesamt fiel knapp jedes sechste Tor der Finalserien in Überzahl. Die Capitals stellen mit 28,8% das zweitbeste Powerplay der Playoffs, die Golden Knights stehen mit 17,6% nur auf Rang zehn. Vorteil Capitals.

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Leistungsträger

In den Playoffs werden immer wieder einzelne Spieler zu Helden. Die Leistungsträger, die Spieler, die das entscheidende Tor machen, den entscheidenden Save, können am Ende eine Serie entscheiden. Mit der Conn Smythe Trophy wird jährlich der wertvollste Spieler der Playoffs geehrt. Die Experten von NHL.com sind sich relativ einige, dass es dieses Jahr ein enges Rennen zwischen Golden Knights Torwart Marc-Andre Fleury und Capitals Stürmer und Kapitän Alex Ovechkin geben wird. Mit seinen 94,7 Prozent Fangquote, einem Gegentorschnitt von 1,68 und vier Shutouts, trug Fleury entscheidend dazu bei, dass sein Team im Finale steht. Ovechkin zeigte sich teamdienlich und selbstlos wie noch nie, ging auch dorthin, wo es weh tut und erledigte auch die unangenehmen Aufgaben. Er zeigte echte Führungsqualität und erzielte dabei zwölf Tore und 22 Punkte. Die beiden sind die klaren Favoriten für die Trophäe, allerdings wurde in den letzten fünf Jahren nie ein Torwart gewählt und nur einmal ein Verteidiger.

Endstand 2:2

Die Zahlen und Fakten der vergangenen Jahre lassen Tendenzen erkennen, doch es ist ein neues Finale, das nicht den Regeln der vergangenen Jahre folgen muss. Es treten zwei Mannschaften gegeneinander an, die noch nie den Stanley Cup gewonnen haben. Die Golden Knights stehen in ihrer ersten Saison zum ersten Mal im Finale, die Capitals erreichten das Finale zum zweiten Mal in ihrer Franchise-Geschichte und zum ersten Mal seit 1998. Laut den genannten Statistiken ist es eine ausgeglichene Begegnung, die besonders durch die Golden Knights, den Debütanten der reihenweise Rekorde gebrochen und undenkbares erreicht hat, unberechenbar ist.

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