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Und am Ende den Stanley Cup in die Höhe hieven

Seit 2008 bestreiten Klubs, die an Europa-Spielen teilgenommen haben, eine äußerst erfolgreiche Saison

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Die NHL Global Series 2018 endete am Freitagabend in der finnischen Hauptstadt Helsinki mit einem 4:2-Sieg der Florida Panthers gegen die Winnipeg Jets. Doch noch wichtiger ist, dass dieses Event, das mit dem Aufeinandertreffen der Edmonton Oilers und New Jersey Devils am 6. Oktober in Göteborg bzw. deren vorherigen Vorbereitungsspielen in Bern und Köln begann, für eines der vier teilnehmenden Teams Auswirkungen der positiven Art vorsehen könnte, die sich bis in den Juni hinein bemerkbar machen. Zumindest ist davon auszugehen, wenn man einen Blick darauf wirft, wie sich in der Vergangenheit für eine Handvoll beteiligter NHL-Teams das Engagement in Europa ausgezeichnet hatte.

Im Rahmen der NHL Premiere trug die NHL zwischen 2007 und 2011 in Europa 20 reguläre Saisonspiele aus, an denen 17 verschiedene Mannschaften beteiligt waren. Einen ganz besonderen Erfolg, der nicht zu toppen ist, hatte die Zukunft für jeweils einen der Klubs in den Jahren 2008 bis 2011 vorgesehen. Und auch nach der NHL Global Series 2017 gab es mit den Colorado Avalanche ein Team, das im weiteren Saisonverlauf durchaus für positive Überraschungen sorgte.

Die Spielausgänge der einzelnen Partien auf dem alten Kontinent ließen jedoch noch keine Rückschlüsse auf den nachfolgenden Erfolg ziehen. Für die Oilers, Devils, Panthers und Jets ist also noch alles möglich.

In der Saison 2008/09 traten die Pittsburgh Penguins in Stockholm zweimal gegen die Ottawa Senators an und kassierten eine 1:4-Niederlage nachdem sie die erste Begegnung nach Verlängerung mit 4:3 gewonnen hatten. Die Penguins qualifizierten sich in diesem Jahr als Zweiter der Atlantic Division für die Stanley Cup Playoffs und setzten sich schließlich im Finale gegen die Detroit Red Wings mit 4:3-Siegen durch. Zum ersten Mal seit 1992 ging der Stanley Cup in die Stahlstadt.

Im Jahr darauf gastierten die Chicago Blackhawks in Helsinki, wo sie auf die Panthers trafen. In der ersten Partie mussten sich die Blackhawks mit 4:3 nach Penaltyschießen geschlagen geben, doch tags darauf behielten sie mit 4:0 die Oberhand. Noch bedeutender war jedoch für die Blackhawks, dass sie als Finalist der Western Conference die Philadelphia Flyers mit 4:2-Siegen bezwangen und das 49 Jahre lange Warten auf den Gewinn des Stanley Cups sein Ende fand.

Mit den Boston Bruins nahm in der Saison 2010/11 erneut ein Original Six Team an der NHL Premier teil. Die Bruins bestritten zwei Auftritte in Prag gegen die Phoenix Coyotes. Spiel eins ging mit 5:2 deutlich an die Wüstenfüchse, doch mit einem 3:0-Sieg hatten die Bruins in Spiel zwei eine passende Antwort parat. Die ganz große Freude empfanden die Bruins jedoch erst am 15. Juni 2011, nachdem sie in Spiel sieben des Stanley Cup Finales den Vancouver Canucks das Nachsehen gegeben hatten und ihren sechsten Stanley Cup Triumph feiern durften.

Das gute Omen zu Beginn einer Saison in Europa anzutreten, wussten auch die Los Angeles Kings zu nutzen. Stockholm und Berlin waren die Austragungsorte ihre Partien gegen die New York Rangers und der Buffalo Sabres, wovon sie jenes gegen die Rangers mit 3:2 n.V. gewannen und sich daraufhin den Sabres mit 2:4 geschlagen geben mussten. Als im Westen achtplatziertes Team drangen die Kings bis in das Stanley Cup Finale vor, wobei sie auf dem Weg dorthin nur zwei Partien verloren. Auch die New Jersey Devils konnten den Lauf nicht stoppen und nach sechs Finalspielen gewannen die Kings erstmals in ihrer Franchisegeschichte die begehrteste Trophäe des Eishockeysports.

Ist es reiner Zufall, dass Mannschaften nach ihrem Europa-Erlebnis so stark abschneiden?

Der Gewinn des Stanley Cups ist dadurch sicherlich nicht garantiert, doch ein positiver Effekt ist nicht von der Hand zu weisen. Eine solche Reise fördert zweifelsfrei das Zusammengehörigkeitsgefühl der Spieler, wie sie in zahlreichen Interviews bekundeten. Die Kader sind international aufgestellt, so dass es immer ein paar Aktive gibt, denen es eine wahre Freude bereitet, den Mitspielern, den Trainern und Betreuern ihres Klubs das Land oder sogar die Stadt, in der sie aufgewachsen sind, vorzustellen. Sie blühen regelrecht auf, und genießen, unabhängig von ihrer sportlichen Leistung, einen höheren Stellenwert im Team.

 

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Die Mannschaftskollegen lernen durch einen Europa-Trip, die Kultur ihres 'Reiseführers' besser zu verstehen. Wenn man gesehen hat, wo jemand seine Wurzeln hat, dann fällt einem auch der Umgang mit ihm leichter. Es wird einem klar, warum er sich auf bestimmte Situationen auf eine gewisse Weise, wie es eben seine Art ist, verhält. Und man akzeptiert Reaktionen, seien es welche auf oder auch abseits des Eises, die man ohne ein solches Background-Wissen nicht für tolerabel halten würde.

Man darf gespannt darauf sein, wer in diesem Jahr das Momentum zu nutzen weiß. Florida, Winnipeg, Edmonton und New Jersey wären diesmal an der Reihe.

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