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Aufstieg der Anaheim Ducks war Vorhersehbar

von Rob Vollman / NHL.com

Trotz der jüngsten 3-0 Niederlage gegen die Colorado Avalanche am Mittwoch, stehen die Anaheim Ducks mit einer Bilanz von 25-5-3 seit der Weihnachtspause vom 23.-25. Dezember an der Tabellenspitze.

Ihr aktueller Lauf steht im kompletten Gegensatz zu ihrem Start in die Saison, als sie mit einer Ausbeute von 12-15-6 lediglich einen Zähler vor den letztplatzierten Columbus Blue Jackets lagen.

Die Ducks scheinen im Verlauf der Saison zwei völlig verschiedene Gesichter zu zeigen, in Wahrheit zählten sie jedoch durchgehend zu den Top-Six Teams der Liga. Einzig Scheibenglück war ihnen anfangs verwehrt. Weitestgehend wurden die Ducks in den Prognosen für die Saison 2015-16 als eines der Top Teams gesehen. In drei aufeinanderfolgenden Spielzeiten konnten sie den Spitzenplatz der Pacific Division ergattern und nach dem knappen Ausscheiden im Western Conference Finale gegen den späteren Stanley Cup Champion Chicago Blackhawks galten sie als Favorit für die aktuelle Saison.

Erfolgsgarant ist mit Sicherheit das kongeniale Sturmduo Ryan Getzlaf und Corey Perry, doch auch die Sommerverpflichtungen tragen ihren Teil zur aktuellen Erfolgsstory bei: Abwehrrecke Kevin Bieksa und die Stürmer Carl Hagelin, Shawn Horcoff, Chris Stewart und Mike Santorelli sind eine exzellente Verstärkung für die junge Truppe. Deshalb wurden sie noch vor der Saison als aussichtsreichster Titelkandidat gehandelt.

Entgegen aller Erwartungen starteten die Ducks denkbar schlecht in die Saison: Sie konnten nur eines der ersten zehn Spiele siegreich gestalten und ergatterten lediglich vier Punkte. Fünfmal gelang ihnen in diesen Begegnungen nicht ein einziges Tor. Mit nur 61 geschossenen Treffern hatten sie an Weihnachten die ligaweit schlechteste Ausbeute. Seitdem erzielten die Ducks 101 Treffer – 5. der NHL. Fast die Hälfte ihrer Tore erzielten sie in Überzahl. Damit sind sie vom 27. Platz auf den 1. (gezählt ab Weihnachten) geklettert. Auch in den individuellen Statistiken konnten die Ducks eine Schippe drauflegen. Noch vor der Pause versenkte Getzlaf einen von 62 Schüssen, seitdem braucht er nur noch 7,5 Versuche für einen Treffer. Center Ryan Kesler verdoppelte seine Ausbeute von zwölf auf 24 Punkte.

Beeindruckend ist, dass die Anaheim Ducks diesen Umschwung ohne Trainerwechsel, ohne Verletzungsrückkehrer und mit nur einer nennenswerten Kaderveränderung geschafft haben: Am 16. Januar verpflichteten sie Stürmer David Perron und Abwehrspieler Adam Clendening im Austausch für Hagelin von den Pittsburgh Penguins.

Was ist nun die Erklärung für Anaheims Turnaround? Scheibenglück!

So absurd wie es klingt, so einen radikalen Umbruch lediglich auf ein paar (nicht) versprungene Scheiben zurückzuführen, ist es nicht. Durchschnittlich fallen in einem NHL Spiel fünf Treffer. Da können ein blinder Save oder eine glücklich abgefälschter Schuss das Zünglein an der Waage sein.

Aus diesem Grund werfen Hockeystatistiker eher einen Blick auf die Schussversuche eines Teams als auf die Torstatistik. In einem Spiel gibt es oft über 80 Schussversuche und da die Datengrundlage in dieser Statistik hoch ist, fallen missglückte Brakes und einzelne auf Scheibenglück zurückzuführende Tore nicht so sehr ins Gewicht.

Die Ducks lagen zur Weihnachtspause mit 1.509 Schussversuchen auf Position elf in dieser Statistik. Seitdem liegen sie mit 1.414 Schussversuchen auf demselben Platz. Der große Unterschied liegt jedoch in der Quote der erfolgreichen Schüsse. Noch vor der Pause versenkten sie nur 5 % ihrer Schussversuche (letzter der Liga) seitdem netzen sie 7 % dieser ein (17. der Liga).

Möglicherweise kann man diese Entwicklung auf mehr gewonnene Nachschüsse und mehr Alleingänge zurückführen, doch wahrscheinlicher ist, dass die Ducks lediglich eine Pechsträhne überwunden haben.

Wie kann man die Ducks nun einschätzen? In der Scheibenbesitzstatistik liegen sie auf Rang sechs in der NHL. In der SAT (Anteil der Schussversuche pro Spiel) waren die Ducks zur Weihnachtspause mit durchschnittlich 52,5 % Nr. 7 der Liga. Seitdem haben sie sich um 0,5 %-Punkte und zwei Plätze auf Position fünf verbessert. Die SAT der Ducks spiegelt seit Beginn der Saison ihre wahre Stärke wieder und bestätigt die hohen Erwartungen, die im Sommer in sie gesetzt wurden.

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