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Auf Thomas Greiss kommt jetzt noch mehr Arbeit zu

Die Verletzung von Robin Lehner verhindert erst einmal die Rotation im Tor der New York Islanders

von Axel Jeroma @nhlde / NHL.com/de Autor

In der 36. Minute spielte sich eine entscheidende Szene für den weiteren Verlauf der Partie zwischen den Ottawa Senators und den New York Islanders ab. Von seinem Teamkollegen Thomas Chabot mustergültig bedient, tauchte Ottawas Angreifer Jean-Gabriel Pageau unbedrängt vor New Yorks Schlussmann Thomas Greiss auf und versuchte ihn per Direktabnahme zu überlisten. Doch mit vollem Körpereinsatz wehrte der Keeper den Puck zur Seite ab und bewahrte seine Mannschaft so vor dem 2:3-Rückstand. Stattdessen behielten die Islanders im Canadian Tire Centre am Ende mit 4:2 die Oberhand. Greiss hatte nicht nur wegen dieser Rettungstat großen Anteil am Sieg. Insgesamt parierte er 35 Schüsse in diesem Match am Donnerstagabend.

 

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In den kommenden Begegnungen dürfte auf den 33 Jahre alten Füssener noch wesentlich mehr Arbeit zukommen. Denn Robin Lehner, mit dem er sich die Zeit zwischen den Pfosten in dieser Saison beinahe brüderlich geteilt hat, zog sich eine Verletzung zu und steht nach Lage der Dinge erst einmal nicht zur Verfügung. Somit liegt die Verantwortung zumindest in den nächsten Spielen allein auf den Schultern von Greiss.

Islanders-Coach Barry Trotz weiß um die besondere Qualität seiner Torleute. "Ich fühle mich wohl, wenn Robin das Tor hütet und mir geht es genauso gut, wenn Thomas hinten drinsteht. Es ist ein Segen für uns gewesen, dass ich zwischen beiden hin- und herwechseln konnte. Das ist einer der Gründe, warum wir derzeit gute Chancen haben, die Playoffs zu erreichen", sagte er nach dem erfolgreichen Auftritt seines Teams bei den Senators.

Ein dickes Lob erhielt Greiss auch von seinem Mannschaftskameraden Casey Cizikas. "Er hat etliche Glanzparaden gezeigt. Grundsätzlich denke ich, dass wir heute alle einen guten Job gemacht haben", lautete das Fazit des Angreifers, der kurz vor Schluss für den vierten Treffer der Islanders verantwortlich zeichnete.

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Greiss kam in der laufenden Saison bislang auf 35 Einsätze, davon 31 von Beginn an, und 19 Siege. Seine Fangquote beträgt 92,8 Prozent bei einem Gegentorschnitt von 2,22. In beiden Kategorien liegt er in der NHL-Gesamtwertung auf Platz vier. Darüber hinaus sind für ihn in dieser Spielzeit vier Shutouts verzeichnet.

Zusammen mit Lehner hat der deutsche Nationalspieler gute Chancen auf die William M. Jennings Trophy. Sie wird an das Torhüter-Tandem jenes Teams vergeben, das in der regulären Saison die wenigsten Gegentreffer hinnehmen muss. Mit 163 Gegentoren liegt das Islanders-Duo in dieser Wertung vorne. Ärgste Verfolger sind Tuukka Rask und Jaroslav Halak von den Boston Bruins, die 167 Mal bezwungen wurden. Greiss könnte der erste in Deutschland geborene Spieler sein, der eine individuelle NHL-Trophäe gewinnt.

Das erfolgreiche Abschneiden der Islanders ist für den Allgäuer kein Zufall. ""Wir spielen einfach gut. Jeder kommt zum Einsatz und jeder marschiert", sagte er vor Kurzem in einem Gespräch mit NHL.com/de. Auch die Defensivarbeit habe sich im Vergleich zum Vorjahr grundlegend geändert. "Alle arbeiten hart nach hinten. Dadurch nehmen wir den Gegnern viele Chancen weg", erläuterte er.

Die Rotation im Tor empfand Greiss nach eigenen Worten als positiv. "Wir gewinnen Spiele und haben beide gute Statistiken. Deshalb kann man sich nicht beschweren. Außerdem gewöhnt man sich an diesen Rhythmus", meinte er dazu. Durch Lehners Ausfall ist es mit dem wechselnden Turnus vorerst jedoch vorbei.

 

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Mit 85 Punkten aus 67 Begegnungen stehen die Islanders an der Tabellenspitze der Metropolitan Division. Punktgleich auf Platz zwei folgen die Washington Capitals. Mit vier Zählern Rückstand liegen die Pittsburgh Penguins auf dem dritten Platz. Trotz der guten Ausgangslage ist die Playoff-Qualifikation für die Vertretung aus Long Island noch längst nicht in Sack und Tüten. Denn mit den Carolina Hurricanes (79 Punkte) und den Columbus Blue Jackets (77) lauern im Verfolgerfeld der Division zwei weitere Klubs mit Ambitionen auf die Endrundenteilnahme.

In den nächsten drei Spielen genießen die Islanders jeweils Heimrecht. Am Samstag geben die Philadelphia Flyers ihre Visitenkarte im Nassau Coliseum ab. Am Montag folgt dort gegen die Blue Jackets ein weiteres Duell gegen einen Kontrahenten aus der Metropolitan Division. Für Donnerstag hat sich mit den Montreal Canadiens ein Playoff-Anwärter aus der Atlantic Divison zu einem Dienstbesuch angemeldet.

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