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Blues als Außenseiter ins Stanley Cup Finale?

St. Louis sieht sich nach einem Stahlbad der Gefühle nicht als Underdog

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de

Die St. Louis Blues sind da, wo sie immer sein wollten: Nach 49 Jahren stehen sie wieder im Stanley-Cup-Finale. Ins Duell mit den Boston Bruins gehen die Blues erneut als Außenseiter. Eine Rolle, in der sich St. Louis bislang sehr wohl fühlte. NHL.com/de fragte beim Media Day in Boston nach.

Am 2. Januar 2019 hielten die Blues die Rote Laterne in der NHL: Kein anderes Team hatte zu diesem Zeitpunkt weniger Punkte gesammelt als St. Louis. Seitdem aber rollt das Franchise aus Gateway City die Liga von hinten auf und stürmte als beste Mannschaft seit dem Jahreswechsel in die Playoffs. Dort setzten sich die Blues gegen die Winnipeg Jets (4:2), Dallas Stars (4:3) und San Jose Sharks (4:2) durch. Gegen Winnipeg und San Jose ging St. Louis jeweils als Außenseiter in die Serie. So auch ins Stanley-Cup-Finale 2019 gegen Boston.

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Dass die Blues auf dem Weg ins große Finale oft unterschätzt wurden, zeigten die bisherigen Ergebnisse: Gegen die Jets (2:1, 4:3) gewannen die Blues die ersten beiden Spiele, gegen die Stars (3:2) den Auftakt. Gegen die Sharks "stahlen" sie Spiel 2 auf fremdem Eis (4:2) und gewannen die letzten drei Partien der Serie allesamt - teils sogar deutlich (2:1, 5:0, 5:1). Auch gegen die Bruins scheint St. Louis erneut der Außenseiter zu sein - belehren die Blues nun auch Boston eines Besseren?

"Ich denke nicht, dass wir den Leuten beweisen wollen, dass sie falsch liegen", sagt Stürmer Pat Maroon. "Wir wussten, dass wir ein gutes Hockey-Team sind und haben jetzt einen Weg gefunden, es zu zeigen. In den letzten Monaten spielen wir richtig gutes Hockey. Jetzt müssen wir genau so weitermachen."

Der routinierte Verteidiger Jay Bouwmeester sieht sein Team ohnehin nicht in einer Außenseiterrolle. "Wir sind kein Underdog", betont der 35-Jährige. "Wir sind da gelandet, wo wir hätten landen sollen. Unsere Division war sehr stark und wir haben uns auch in den Playoffs gegen starke Gegner durchgesetzt. Wir haben uns darauf konzentriert, wie wir Dinge lösen können, denken nicht mehr darüber nach und glauben an uns."

 

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Dieser Glaube resultiert aus der Leistungs-Explosion seit Januar. "Wir haben auch im Oktober und November gut gespielt, aber nicht gewonnen. Es war kein schlechtes Hockey, wir haben einfach nicht gepunktet", relativiert General Manager Doug Armstrong. "Im Januar hatten wir Gespräche und Meetings und waren uns sicher, dass wir es schaffen würden."

Und so gingen die Blues schon in der regulären Saison durch ein Stahlbad der Gefühle. "Was hatten wir zu verlieren?", stellt Torwart Jake Allen eine rhetorische Frage. "Wir waren Letzter in der Liga, es konnte nur besser werden. Diese Mentalität haben wir bis heute beibehalten. Es ist etwas Spezielles, unser Selbstvertrauen ist groß, wir sind widerstandsfähig geworden. Darauf können wir stolz sein." Genauso sieht es auch Verteidiger Colton Parayko: "Das Wichtigste war, dass wir als Team zusammengearbeitet haben und an diese Mentalität geglaubt haben. In unserer Kabine wussten wir, wie gut wir waren. Es hat einfach ein bisschen gebraucht, bis sich alles eingespielt hat und wir in Fahrt gekommen sind."

Rechtzeitig zum Stanley Cup Finale scheint St. Louis nun die Leistungsspitze erreicht zu haben. Mit einem 5:0-Sieg in San Jose in Spiel 5 sowie einem 5:1-Erfolg gegen die Sharks in Spiel 6 vor eigenem Publikum haben die Blues ein starkes Zeichen gesetzt. Auf dem Papier mögen die Blue Notes zwar der Außenseiter sein, doch auf dem Eis könnte das erneut anders aussehen. Daran glaubt auch die Mannschaft.

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"Wenn die Serie einmal anfängt ist es 'business as usual'", glaubt Verteidiger Alex Pietrangelo. Auch Mittelstürmer Tyler Bozak sieht seine Farben auf Augenhöhe: "Es sind zwei richtig gute Hockey-Teams mit einem guten Mix. Es wird eine enge Serie. Wir müssen einfach rausgehen und unser Bestes geben. Wir müssen ohnehin unser bestes Hockey spielen, wenn wir gewinnen wollen."

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