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Andrei Vasilevskiy macht den Unterschied

Nach der Rückkehr ihres Stammtorhüters scheint die Zukunft der Tampa Bay Lightning kein Limit zu kennen

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Im mit Spannung erwarteten ersten Duell der Saison zwischen den beiden vor diesem Spiel punktbesten Teams der Liga, Tampa Bay Lightning (25-7-1) gegen die Toronto Maple Leafs (21-10-1), setzten sich die gastgebenden Lightning am Donnerstag klar mit 4:1 Toren durch. Auffälligster Akteur auf dem Eis war dabei ausgerechnet Torhüter Andrei Vasilevskiy, der an diesem Abend seinen ersten Starteinsatz seit dem 10. November erhielt.

Nach zwei Monaten, die er aufgrund einer Fußverletzung hatte pausieren müssen, glänzte der 24-Jährige vor den eigenen Fans in der Amalie Arena mit 48 Rettungstaten. Eine Leistung, die das Umfeld des Teams aus Tampa Bay noch mehr als zuvor schon von einer glorreichen Zukunft der Mannschaft träumen lässt.

"Ich habe in den ersten beiden Spieldritteln eigentlich erst einmal versucht sportlich zu überleben", gab sich der gefeierte Matchwinner bescheiden. "Sie sind ein starkes Team und haben auch gut gespielt. Das war ein echter Härtetest für uns."

Aus Sicht der Konkurrenz mutet es hingegen erschreckend an, dass die Lightning nicht einmal besonders gut spielten gegen Toronto, immerhin die Mannschaft mit der zweitbesten Punkteausbeute der Liga, aber trotzdem recht klar beherrschten und ihm am Ende eine Niederlage mit drei Treffern Differenz zufügten.

Video: TOR@TBL: Vasilevskiy stoppt unglaubliche 48 Schüsse

Neben der herausragenden Leistung ihres nach 14 versäumten Spielen zurückgekehrten Nr.1-Torhüters durften sich die Anhänger zusätzlich über den Ausbau der laufenden Siegesserie auf inzwischen acht Spiele freuen. Das bedeutet die Einstellung der zweitlängsten Reihe an Erfolgen in der Geschichte der Organisation.

Die Gastgeber gerieten gegen Toronto zwar mit 0:1 in Rückstand, drehten das Spiel danach durch vier Tore in direkter Folge, darunter zwei in den finalen 36 Sekunden des Mitteldrittels, die einen 2:1-Vorsprung in ein komfortables 4:1 ausbauten. Alex Killhorn und Tyler Johnson waren die Torschützen der beiden schnellen Treffer zur Vorentscheidung.

Durch den deutlichen Sieg über die zweitplatzierten Maple Leafs bauten die Lightning ihren eigenen Vorsprung auf die Verfolger aus Nashville und Toronto auf acht Zähler aus. Eine Dominanz, die sich mit einem wiedergenesenen Vasilevskiy mit hoher Wahrscheinlichkeit eher noch ausweiten dürfte.

Der Russe zeigte am Donnerstag eine der besten, wenn nicht gar die beste Leistung eines Torhüters in der Geschichte des Franchise aus Florida. Darin waren sich alle einig, die das Spiel vor Ort verfolgt haben und das nach einer dermaßen langen Zwangspause, eine nicht hoch genug einzuschätzende Darbietung.

 

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Folgerichtig wurde er nach der Schlusssirene zum ersten Star des Spiels ernannt. Spötter waren der Überzeugung, dass man ihm eigentlich zugleich die Ehre des zweiten und dritten Stars hätte mitverleihen müssen, so brillant und dominant war sein Auftritt.

"Er war zweifelsohne mit großem Vorsprung der beste Spieler auf dem Eis heute", bestätigte auch Trainer Jon Cooper anerkennend. Vasilevskiy zeigte bei den 48 Rettungstaten mindestens drei Paraden, die noch lange in Erinnerung bleiben werden und sicherlich in den üblichen Highlight-Zusammenschnitten nach der Spielzeit enthalten sein werden.

Bereits mit dem 4:1 im Rücken rettete der Torsteher gegen den heranstürmenden Patrick Marleau. Dieser versuchte die Scheibe geschickt über den Schoner des Goalies zu lupfen, doch Vasilevskiy fuhr sein Bein im richtigen Moment geschickt aus und rettete auf unnachahmliche Art und Weise gegen den routinierten Stürmer der Leafs.

Video: TOR@TBL: Vasilevskiy stoppt unglaubliche 48 Schüsse

"Wer das gesamte Spiel angeschaut hat, der war Zeuge von etlichen guten Torhüter-Paraden", meinte Cooper.
Schon im ersten Drittel hatte der Russe bei unentschiedenem Spielstand gegen Auston Matthews sich und seine Mitspieler vor einem Rückstand bewahrt. Später im Drittel machte John Tavares Bekanntschaft mit der wiedergewonnenen Leistungsfähigkeit der Nr.1 des Teams aus des Süden der USA.

Lob gab es deshalb sogar vom Gegner. "Er hat unglaublich gespielt heute", gab sich Matthews anerkennend. "Im Rückblick hat er das Spiel zu ihren Gunsten entschieden. Wir hatten unzählige Chancen. Sie haben ihre im Gegensatz zu uns besser genutzt."

Mit den 48 abgewehrten von insgesamt 49 auf ihn abgefeuerten Hartgummischeiben wartete der Torhüter nicht nur mit einer neuen persönlichen Bestleistung auf, er stellte zugleich eine Franchise-Bestleistung von Ben Bishop aus dem Januar 2014 ein. Diesem gelang damals gegen die Carolina Hurricanes ein vergleichbares Kunststück.

 

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"Er hat allen gezeigt, dass er ein Weltklasse-Torhüter ist", lobte Ryan Callahan nach dem Spiel.

Kann Vasilevskiy diese Form in den nächsten Wochen und Monaten nur einigermaßen halten, den Lightning muss vor dem weiteren Saisonverlauf alles andere als bange sein. Es dürfte eher die Konkurrenz sein, die sich Sorgen machen müsste.

Als nächstes werden die Winnipeg Jets am Sonntag in einem Heimspiel versuchen, den Lauf der Gäste aus Florida zu stoppen (7 p.m. ET/ 1 Uhr MEZ am Montag; SN, TVAS, SUN, NHL.TV).

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