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Svechnikov erneut mit seinem Lacrosse-Kunststück erfolgreich

Der junge Stürmer der Hurricanes trifft in Winnipeg nach gleichem Muster wie vor 50 Tagen

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Freier Chefautor

Svechnikovs Lacrosse-Tor

CAR@WPG: Svechnikov hebt den Puck ins Kreuzeck

Andrei Svechnikov hebt zum zweiten Mal den Puck auf die Schaufel und ins Kreuzeck und bringt den Hurricanes damit die 3:2-Führung

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"Es wird wohl sehr schwer für ihn sein, so einen Schuss noch einmal zu bringen. Jeder weiß nun davon und diesen Move kennt jetzt jeder", sagte am 29. Oktober Rod Brind'Amour als Trainer der Carolina Hurricanes voraus. Die Rede war vom 1:1-Ausgleichstreffer durch Andrei Svechnikov, seines Zeichens Topscorer des Klubs aus Raleigh.

Was hatte Svechnikov vollbracht? Mit dem Puck am Schläger bremste er hinter dem gegnerischen Kasten ab, brachte die Scheibe auf seine Kelle, nahm den Schläger in die Luft und schob die schwarze Hartgummischeibe millimetergenau zwischen der Maske des Torhüters und dem linken Torpfosten rein - das Ganze ohne Unterbrechung in einem Bewegungsablauf, blitzschnell innerhalb von zwei Sekunden.
Sein Tor in der 50. Spielminute im Heimspiel gegen die Calgary Flames stand in jedem Highlight-Video des Tages, der Woche, des Monats auf Platz eins. Es durfte davon ausgegangen werden, dass es auch bei allen Saison-Jahresrückblicken ganz vorne stehen und sogar unter den schönsten, kuriosesten Toren aller Zeiten auftauchen würde.

Falsch gedacht, denn Brind'Amour sollte mit seiner Prophezeiung nicht Recht behalten haben. Seit Dienstagabend gibt es die Qual der Wahl in den Eishockeyabteilungen der Sportredaktionen.

Video: SJS@CAR: Foegele, Svechnikov gemeinsam zum frühen Tor

50 Tage nachdem der 19-jährige Rechtsaußen zum ersten Mal sein Kabinettstückchen der Öffentlichkeit gezeigt hat, sah er es als angebracht an, erneut allen zu beweisen, dass die geglückte Aktion keineswegs Zufall war. Leidtragende seines Geschicks waren nicht die Flames sondern die Winnipeg Jets. Überlisten im Tor ließ sich nicht David Rittich sondern Connor Hellebuyck und der Tatort war nicht die PNC Arena von Raleigh sondern der Bell MTS Place in der Hauptstadt von Manitoba.

Beim Stande von 2:2 in der 34. Minute schnappte sich Svechnikov den Puck in der Rundung, zog hinter den gegnerischen Kasten, bremste ab, brachte die Scheibe auf seine Kelle, nahm den Schläger in die Luft und... Linker Torpfosten, sie wissen schon! Nein, es handelt sich um kein Déjà-vu. Diesmal kam Svechnikov von der rechten Bande und nicht von links.

Solche Treffer, wie sie Svechnikov zeigt, sind eher aus dem Lacrosse-Sport bekannt. Den Lacrosse-Schlägerkopf umspannt jedoch ein Netz, in dem der Ball Halt findet. Da zweifelsfrei bestätigt ist, dass Svechnikov weder beim russischen Lacrosse-Verband aktiv war, sein Stick nicht von seidenen Fäden umsponnen ist oder die Kelle mit einem doppelseitigen Klebeband getapet wurde, ist es durchaus erlaubt, sich aus Verwunderung vor dem Gesehenen doppelt zu verneigen.

"Man kann gar nicht genug Positives über den Jungen sagen. Er hat so viel Talent. Er kann so ziemlich alles. Er macht alles wirklich, wirklich gut, und das zeigt er. Ein solches Tor zu schießen, ist etwas Besonderes und er lässt es so einfach aussehen", äußerte sich Carolinas erfahrener Center Jordan Staal anerkennend über seinen jungen Sturmkollegen.

Auch Sebastian Aho, mit 20 Saisontreffern der erfolgreichste Vollstrecker der Hurricanes, war völlig perplex: "Das ist unglaublich. Er machte das jetzt schon zum zweiten Mal, was keinem Spieler auch nur einmal gelingt. Sehr eindrucksvoll!"

Eines Besseren belehrt wurde tatsächlich Brind'Amour. Jedoch nicht weil er Svechnikov, die Umsetzung nicht zugetraut hätte, sondern weil sie ein Konkurrent erneut in einem Spiel zuließ.

"Ihr habt es vor etwa einem Monat zum ersten Mal gesehen, aber wir sehen es seit anderthalb Jahren im Training. Es war nur eine Frage der Zeit, bis er es geschafft hat. Also, es ist nicht Glück, wenn man etwas immer wieder übt. Das ist definitiv kein Glück", freute sich der Übungsleiter über den Treffer zum 3:2, der die Spielwende zum 6:3-Sieg einläutete.

Für den Hochgelobten, der bereits 35 Scorerpunkte (14 Tore, 21 Assists) auf seinem Konto hat, sind Tore dieser Art ebenfalls keine Zauberei, wie er verriet.

"Ich hatte viel Freiraum und ich versuche dann einfach, so schnell wie möglich einzunetzen", sagte Svechnikov und erklärte weiterhin. "Ich übe das öfters. Wenn ich hinter dem Netz stoppe und wenn ich Platz habe, dann werde ich das immer versuchen. Man wird sehen, vielleicht lande ich im nächsten Spiel wieder einen solchen Treffer."

Die Tickets für das Spiel der Hurricanes gegen die Colorado Avalanche im Pepsi Center von Denver am Donnerstag dürften hochbegehrt sein. Wer möchte nicht live vor Ort dabei gewesen sein, sollte dem russischen Magier am Puck erneut ein solcher Geniestreich gelingen (Fr. 3 Uhr MEZ; NHL.TV)?

Mach's noch einmal Andrei!

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