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Andersen als wahrscheinliche Antwort auf die offene Frage

von Mike Brophy / NHL.com

NHL.com bietet im August detaillierte Analysen aller 30 Teams. Heute die größten Gründe für Optimismus und die größten Fragezeichen bei den Toronto Maple Leafs:

Vier Gründe für Optimismus vor der Saison:

1. Brendan Shanahan ist in der Verantwortung

Die Zukunft der Maple Leafs ist direkt verbunden mit Shanahans Plänen. Als große Persönlichkeit schreckte er nicht davor zurück auch andere starke Persönlichkeiten mit an Bord zu holen, darunter Coach Mike Babcock und Lamoriello. Shanahan ist ein Gewinner-Typ, so wie auch sein Trainer und sein GM. Lamiorello sagte, es sei sein vorrangiges Ziel die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit auf und neben dem Eis zu schließen. Sein Umgang mit den Spielern mag altmodisch sein, doch Disziplin ist genau das, was den Maple Leafs gefehlt hat. Shanahan wusste, dass Lamoriello dafür genau der richtige Mann war.

2. Mike Babcock's Stärke

Die Maple Leafs taten viel um genau den Trainer zu bekommen, den sie für den Job am geeignetsten hielten. Toronto beendete die erste Saison des Coaches zwar auf dem letzten Rang, aber Spielweise und Disziplin verbesserten sich bereits spürbar. Babcock ist streng im Umgang mit seinen Spielern, was erfahrenen Spielern manchmal an die Nerven gehen kann. Da Toronto jedoch ein recht junges Team ist, findet Babcock hier wohl ein recht dankbares Publikum. Babcock verlangt viel von seinen Spielern, Grenzüberschreitungen wird er nicht akzeptieren. Es gibt ja einen Grund dafür, dass er zum Trainer von Team Kanada für den World Cup of Hockey 2016 erwählt wurde, und warum die beiden letzten Olympiasiegerteams des Landes betreute: Er holt das meiste aus seinen Teams heraus.

3. Frederik Andersen ist der Torhüter Nummer 1

Nach einer Spielzeit in der er die William M. Jennings Trophy für den Torhüter mit den wenigsten Gegentoren (gemeinsam mit Anaheims John Gibson) gewann, glauben die Maple Leafs mit ihm die Antwort auf ihre Torwartprobleme gefunden zu haben. Sie waren sich ihrer Sache dabei so sicher, dass sie für ihn sogar ihren Nr.30-Pick im NHL Draft des Jahres 2016 in Richtung Anaheim abgegeben haben. Andersen, der bei Saisonstart 27 Jahre alt sein wird, steht nun vor dem Höhepunkt seiner Karriere, und ihm werden in Toronto alle Möglichkeiten geboten. Die Vorsaison begann er mit 0-6-1, als die Ducks schwächelten, doch er verbesserte sich dann noch auf eine Siegstatistik von 22-9-7. Wenn es den Maple Leafs auch weiterhin gelingt ihre Defensive zu stabilisieren, dann wird er ein entscheidender Faktor sein.

4. Geduld zahlt sich aus

Jahrelang hieß es die Leafs-Fans würden einen kompletten Neuaufbau nicht mitmachen. Doch nichts hätte weiter von der Realität entfernt sein können. Die ‚Leafs Nation‘ war die nur notdürftigen Umbaumaßnahmen im Teamkader offenkundig leid, zumal diese auch nicht griffen. Shanahan und sein Team haben es den Fans verdeutlicht, dass sie das so nicht tun würden. Die Fans blieben geduldig, beobachteten letzte Saison sehr genau und aufmerksam wie junge Talente in den Kader eingebaut wurden, wie so ein neuer Hoffnungsschimmer erkennbar wurde. Wahrscheinlich werden sich nicht alle Talente letztendlich durchsetzen können, doch es gab schon genügend positive Erkenntnisse um zu erkennen, dass die Gesamtentwicklung nun in die richtige Richtung läuft.

Diese drei Kernfragen beschäftigen die Maple Leafs:

1.Wie schnell kann der junge Kern des Teams abliefern?

Die Stürmer Auston Matthews, William Nylander und Mitchell Marner werden als zukünftige Top-Scorer in der Liga angesehen. Die Frage wie schnell sie sich entwickeln wird entscheidend für die Frage sein, wann die Maple Leafs wieder in die Playoffs zurückkehren werden. Matthews wird vermutlich die Chance erhalten als Nr.1-Center zu fungieren. Nylander und Marner könnten zunächst auf den Flügeln beginnen. In Sachen Torproduktion (192) lagen die Leafs zuletzt nur auf Rang 28 in der Liga. Stürmer Josh Leivo, der auf dem Sprung ins Team ist und kürzlich einen Zweijahresvertrag unterschrieb, erzielte in 12 Spielen der Vorsaison immerhin 5 Treffer. Veteran James van Riemsdyk wird in den Kader zurückkehren, nachdem er zuletzt 42 Spiele mit einem Fußbruch versäumte.

2. Kann Frederik Andersen 60 Saisonspiele spielen?

Andersen teilte sich den Job in Anaheim zuletzt mit Gibson, während die Top-Torhüter der Liga meist 60 oder mehr Spiele für ihr Team bestritten. Braden Holtby, im Vorjahr der Gewinner der Vezina Trophy als bester Torhüter der Liga, spielte 66 Mal für die Washington Capitals. Ähnliches wird man nun auch von Andersen erwarten. In bisher drei NHL-Spielzeiten wirkte er bisher an 28, 54 und 43 Spielen mit. Nun werden es hinter der Babcock-Defensive gut 60 Spiele sein können.

3. Wird sich ein neuer Anführer herauskristallisieren?

Nach dem Abgang von Dion Phaneuf in Richtung Ottawa (am 9. Februar) haben die Leafs offiziell keinen Kapitän mehr ernannt. Der erst 22-jährige Verteidiger Morgan Rielly, der seit vier Jahren NHL spielt, wird dafür in Betracht gezogen, doch man scheint sich bisher nicht wirklich durchringen zu können einem solch jungen Spieler diese Verantwortung aufzubürden. Wahrscheinlich wartet man noch etwas ab, bis sich Matthews etwas mehr etabliert hat, bevor man ihn dann zum Kapitän bestimmt, so wie es wohl auch die Edmonton Oilers mit der Person von Connor McDavid machen.

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