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Maple Leafs gegen Blue Jackets in der Analyse

Toronto tritt mit einer der besten Offensiven an, Columbus hält mit einem defensiven Bollwerk dagegen

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

Matthews tippt Johnssons Pass ein

CBJ@TOR: Matthews fälscht Johnssons Vorlage ab

Auston Matthews steht tief, lenkt Andreas Johnssons Pass rein und stellt den Franchise-Rekord für die meisten Tore vor dem 23. Geburtstag ein.

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Seit dem 12. März pausiert die NHL wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Liga verkündete am 26. Mai den Neustart mit 24 Mannschaften, die in einem neuen Format den Stanley-Cup-Sieger 2020 bestimmen werden. Die vier besten Teams der beiden Conferences sind für die Stanley Cup Playoffs qualifiziert und spielen in einer Vorrunde ihre Platzierungen aus, während die jeweils weiteren acht in einer Qualifikationsrunde im Best-of-5-Modus die restlichen vier Teilnehmer an den Playoffs pro Conference ermitteln. In dieser Ausgabe: Die Analyse der Qualifikationsrunde zwischen den Toronto Maple Leafs und den Columbus Blue Jackets.

Direkter Vergleich in der regulären Saison:

Toronto Maple Leafs 1-0-1

4. Oktober: Maple Leafs 4:1 Blue Jackets
21. Oktober: Blue Jackets 4:3 (OT) Maple Leafs

Offensive:

Die Offensive der Maple Leafs gehört mit 237 Toren zu den besten der Liga. Mit 3,39 Toren pro Spiel belegten sie den dritten Platz in der NHL hinter den Washington Capitals (3,42) und den Tampa Bay Lightning (3,47). Auston Matthews führte die torhungrige Meute mit 80 Punkten an und rang mit David Pastrnak und Alex Ovechkin bis zum letzten Spiel um die Rocket Richard Trophy für den besten Torschützen der Liga, und er lag am Ende mit 47 Treffern nur ein Tor hinter ihnen. Er bildet gemeinsam mit Mitchell Marner, John Tavares und William Nylander die Speerspitze der Maple Leafs. Marner folgt ihm mit 67 Punkten (16 Tore, 51 Assists), Tavares mit 60 Punkten (26 Tore, 34 Assists) und Nylander mit 59 Punkten (31 Tore, 28 Assists).

Bei den Blue Jackets zeigt sich ein deutlich anders Bild. Mit 180 Toren (2,57 pro Spiel) stellten sie die viertschlechteste Offensive. Oliver Bjorkstrand knackte mit 21 Toren als einziger Stürmer die Marke von 20 Toren. Die Center Pierre-Luc Dubois und Gustav Nyquist führten das Team nach Punkten an, Dubois mit 49 Zählern (18 Tore, 31 Assists), Nyquist mit 42 (15 Tore, 27 Assists). Zwischen den beiden Centern und dem Top-Torschützen schob sich in der Scorerwertung noch Zach Werenski, der sich mit 20 Toren als zweitbester Torschütze der Blue Jackets und bester Torschütze unter allen Verteidigern der Liga auszeichnete. Zwar kehren die verletzten Stürmer Bjorkstrand, Cam Atkinson, Alexandre Texier und Nathan Gerbe zurück, was dem Angriff der Blue Jackets sicherlich auf die Sprünge helfen dürfte, doch um auch nur annähernd auf das Niveau ihrer Gegner zu kommen, wird das kaum reichen.

Video: TOR@CBJ: Matthews bezwingt Korpisalo im Powerplay

Defensive:

Hier sind die Rollen zwischen den Teams umgekehrt. Die Maple Leafs kassierten 3,17 Tore pro Spiel, nur fünf Teams waren schlechter, vier davon erreichten die Qualifikationsrunde nicht. Die Blue Jackets ließen hingegen die drittwenigsten Gegentore pro Spiel (2,61) zu.

Die Verteidiger der Maple Leafs hatten wenig Einfluss auf die Offensive, die drei besten Torschützen in der Abwehr der Maple Leafs schossen ein Tor weniger als Werenski alleine. Tyson Barrie und Morgan Rielly sind die beiden wichtigsten Abwehrkräfte und führten sie auch nach Punkten an. Barrie war an 39 Toren beteiligt (fünf Tore, 34 Assists), Rielly an 27 (drei Tore, 24 Assists) obwohl er 23 Spiele verletzungsbedingt verpasste. Die Rückkehr von Jake Muzzin und Ilya Mikheyev sollte mehr Stabilität und einen besseren Spielaufbau bringen, eine Spitzenabwehr wird daraus aber nicht.

Die Defensive ist die größte Stärke der Blue Jackets. Werenski führt die Verteidiger mit 41 Punkten (20 Tore, 21 Assists) an und bildet gemeinsam mit Seth Jones, der ihm mit 30 Punkten (sechs Tore, 24 Assists) folgt, eines der besten Abwehrpaare der Liga. Die Spitzenleistungen der Blue Jackets in der Abwehr wurden durch großes Verletzungspech erschwert, was sie aber nicht aus dem Konzept bringen konnte. Ihr Bollwerk wird durch die Genesung von Ryan Murray und dem Schweizer Dean Kukan weiter verstärkt. Kukan war eine feste Größe in der Abwehr der Blue Jackets, verletzte sich Anfang Januar jedoch am Knie.

 

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Torhüter:

Auf dem Posten zwischen den Pfosten erlebten die Blue Jackets eine der größten positiven Saison-Überraschungen. Zum Jahreswechsel kam der große Schock: Stammtorwart Joonas Korpisalo hatte sich verletzt und würde für längere Zeit ausfallen. Elvis Merzlikins musste übernehmen, nachdem er in seinen ersten zehn NHL-Einsätzen zu Saisonbeginn ohne Sieg geblieben war und mit 88,9 Prozent Fangquote und 3,41 Gegentoren pro Spiel schwache Werte geliefert hatte. Der ehemalige Publikumsliebling des HC Lugano überraschte jedoch in 23 Spielen mit seiner Bilanz von 13-5-4 bei einer Fangquote von 93,5 Prozent und 1,97 Gegentoren pro Spiel, damit belegt er Platz vier und drei der Liga. Außerdem gelangen dem Letten fünf Shutouts, die zweitmeisten der Liga. Korpisalo ist längst genesen und erreichte über die Saison in 37 Spielen (35 Starts, 19-12-5) 91,1 Prozent Fangquote, einen Schnitt von 2,6 Gegentoren pro Spiel und zwei Shutouts. Sie bilden ein starkes Duo, das der Abwehrleistung des Teams in Nichts nachsteht.

Bei Toronto ist der Däne Frederik Andersen die klare Nummer eins. Er bestritt 52 Spiele (29-13-7) mit einer Fangquote von 90,9, 2,85 Gegentoren pro Spiel und drei Shutouts. Die Nummer zwei ist Jack Campbell, ein Neuzugang von den Los Angeles Kings im Februar. In 26 Spielen (11-12-3) lieferte er eine Fangquote von 90,4 Prozent bei 2,8 Gegentoren pro Spiel. Er ist sicherlich eine Verstärkung, doch das Tandem der Blue Jackets ist trotzdem stärker einzuschätzen.

Video: DET@CBJ: Merzlikins stoppt mit dem Blocker Filppula

Special Teams:

Die Maple Leafs bleiben ihrer Ausrichtung auch bei ungleicher Spielerzahl treu, Ihr Powerplay gehört mit 23,1 Prozent zu den besten der Liga (Platz sechs), ihre Unterzahl ist mit 77,7 Prozent im unteren Drittel zu finden (Platz 21).

Das Powerplay von Columbus ist mit 16,4 Prozent das fünftschlechteste der Liga, das Unterzahlspiel kann sich mit 81,7 Prozent auf Rang zwölf sehen lassen. Dennoch sollten die Blue Jackets die Strafbank unbedingt meiden, den Matthews und seine Kollegen sind bei Überzahl gnadenlos.

Trainer:

Hier duellieren sich jugendliche Unbekümmertheit und Erfahrung. Sheldon Keefe übernahm am 20. November das Traineramt bei den Maple Leafs von Mike Babcock. Er trainiert erstmals ein NHL-Team, kommt in 47 Spielen aber auf eine starke Bilanz von 27-15-5.

Ihm gegenüber steht John Tortorella, einer der bekanntesten und angesehensten Trainer der Liga. Er tritt mit der Erfahrung von 1326 NHL-Spielen (655-515-37-120) an, erreichte in 18 Saisons elf Mal die Playoffs, gewann zwei Mal den Jack Adams Award als bester Trainer und mit den Tampa Bay Lightning 2004 den Stanley Cup.

X-Faktor:

Für viele Experten gelten die Maple Leafs aufgrund der individuellen Klasse und der starken Offensive als Favoriten. Das galt aber auch für die Tampa Bay Lightning in den Playoffs 2019. Die Blue Jackets schickten sie humorlos mit einem Sweep nach Hause. Tortorella, ein Meister der Motivation, versteht es, sein Team besonders unter widrigen Umständen zu Höchstleistungen anzutreiben. Die Spieler der Blue Jackets verpassten in dieser Saison verletzungsbedingt insgesamt 419 Spiele, so viele wie kein anderes Team. Dieser Kampfgeist und dieses Talent in schwierigen Situationen geschlossen als Mannschaft den richtigen Weg zu finden, könnten in der Best-of-5-Serie ein entscheidender Vorteil sein.

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