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Die Ducks holen Siege nach dem Minimalprinzip

Anaheim stellt eine der schwächsten Offensiven der Liga, sammelt mit Toren zum richtigen Zeitpunkt aber trotzdem Punkte

von Alexander Gammel @nhlde / NHL.com/de Autor

Die Anaheim Ducks können auf mehr als ein Jahrzehnt großer Erfolge zurückblicken. Bereits 2006/07, in der ersten Saison, in der sie nicht mehr als Mighty Ducks of Anaheim, sondern als Anaheim Ducks antraten, holten sie erstmals in der Geschichte den Stanley Cup. Seitdem verpassten sie die Stanley Cup Playoffs nur zwei Mal, landeten in den letzten sechs Saisons fünf Mal auf dem ersten Platz der Pacific Division und führten zwei Mal die Western Conference an.

In den letzten Jahren ist die Stärke der Ducks dabei weniger die Offensive, als vielmehr eine stabile Abwehr und die Fähigkeit, im richtigen Moment die Nerven zu bewahren und die wichtigen Tore zum richtigen Zeitpunkt zu erzielen. Das beweisen die Ducks auch in dieser Saison wieder. Zuletzt drehten sie am Sonntag einen 5:1-Rückstand gegen die Washington Capitals in der zweiten Hälfte des Spiels noch zu einem 6:5-Auswärtserfolg in regulärer Spielzeit.

 

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"Nach zehn Minuten im zweiten Drittel haben wir die Kontrolle übernommen", analysierte Doppeltorschütze Pontus Aberg nach der Partie. "Ich weiß nicht, ob sie aufgehört haben zu spielen, aber wir sind klar besser geworden. Von da an haben wir deutlich besser gespielt, besonders in den letzten zehn Minuten."

Dank solcher Siege sieht die Tabellensituation der Ducks wieder vielversprechend aus. Nach 29 Spielen (14-10-5) stehen 33 Zähler auf dem Konto, was Platz zwei in der Pacific Division bedeutet. Diese Position ist bei einem Blick auf die Statistiken Anaheims nicht selbstverständlich. Die Tordifferenz beträgt -13, mit nur 68 Toren stellen die Ducks die viertschlechteste Offensive der Liga und auch die Abwehr steht mit 81 Gegentoren nur auf Rang 16. Von den 14 Siegen der Ducks wurden elf mit nur einem Tor Unterschied erkämpft. Am Sonntag trafen sie zum dritten Mal in dieser Saison mehr als drei Mal in einem Spiel, während bei den anderen Teams in der Offensive ein Superlativ den nächsten jagt.

Video: ANA@WSH: Aberg bringt Ducks spät im 3. in Führung

Bester Scorer der Mannschaft ist Kapitän Ryan Getzlaf mit 22 Punkten (acht Tore, 14 Assists), bester Torschütze der junge Schwede Pontus Aberg mit neun Toren. Damit haben die Ducks keinen Spieler unter den besten Scorern und Torschützen der NHL.

Ein Faktor, der sicherlich eine Auswirkung auf das Spiel und besonders den Angriff der Ducks hat, ist das Verletzungspech. Außenstürmer Corey Perry, der in 957 Spielen für die Ducks auf 766 Punkte (366 Tore, 400 Assists) kommt, fehlt seit September aufgrund einer Operation im rechten Knie. 

Angriffsveteran Patrick Eaves fällt bereits seit Oktober 2017 wegen einer Autoimmunerkrankung aus. Stammverteidiger Cam Fowler wurde Mitte November von einem Schuss im Gesicht getroffen und erlitt dabei Frakturen mehrerer Knochen. Wann er wieder einsatzfähig sein wird, ist noch unklar. Auch Verteidiger Hampus Lindholm fehlte im November für sechs Spiele.

 

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Mit Verletzungen hat jedoch jede Mannschaft zu kämpfen und dass unter Umständen auf mehrere Leistungsträger verzichtet werden muss, gehört dazu. Im Moment steht das Team von Trainer Randy Carlyle mit an der Spitze der Division und mit vier Siegen in Folge, scheint das System zu funktionieren. Die Frage ist aber, wie lange sie sich dort mit der geringen Ausbeute im Angriff und einer nur mittelmäßigen Abwehr halten können. Darauf zu zählen, dass die Tore in der richtigen Situation fallen werden, ist mehr als nur riskant.

"Wir haben in letzter Zeit einfach Wege zurück in die Spiele gefunden und einige Siege geholt, als wir schon dachten, es wäre vorbei und wir hätten vielleicht nicht gewinnen sollen", stellte Torhüter John Gibson die Lage zuletzt positiv dar. "Das sagt einiges über den Charakter unserer Mannschaft, dass wir schwierige Phasen überstehen können, im Spiel bleiben und einen Weg zum Sieg finden."

Bei den Ducks ist eindeutig noch Luft nach oben, dass die Mannschaft zu mehr in der Lage ist, hat sie in den letzten Jahren oft genug unter Beweis gestellt. Im Moment zählt, dass am Ende des Spiels zwei Punkte herauskommen, wenn auch nur mit einem Tor Unterschied.

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