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An der Spitze wird es eng

von Bernd Roesch / NHL.com

Die Edmonton Oilers können doch noch gewinnen! Sie beendeten am Sonntag mit einem 2-1 Heimerfolg über die San Jose Sharks ihre Niederlagenserie von elf Spielen. David Perron schoss das Siegtor für die Westkanadier, die zum ersten Mal in dieser Saison gegen einen Konkurrenten aus der Western Conference die Oberhand behalten konnten (1-12-4). Für die Sharks war es die erste Niederlage nach vier Siegen in Folge. Immerhin gelang Patrick Marleau mit einem Assist zu Tye McGinns Ausgleichstreffer ein Zähler. Marleau konnte damit in den letzten fünf Partien der Sharks jeweils punkten.

Auch die Columbus Blue Jackets, vor sieben Tagen noch Tabellenletzter der Eastern Conference, hatten eine erfolgreiche Woche. Sie erkämpften sich drei doppelte Punktgewinne, zwei gegen die Florida Panthers und einen gegen die Tampa Bay Lightning, dem aktuellen Tabellenführer der Atlantic Division. Besonders eindrucksvoll war die Vorstellung von Blue Jackets Torwart Sergei Bobrovsky am vergangenen Donnerstag, als er in Sunrise gegen die Panthers mit 52 Paraden sowie vier gehaltenen Versuchen im Shootout eine persönliche Bestleistung und einen neuen Franchiserekord aufstellen konnte. Der neue Träger der roten Laterne als Tabellenschlusslicht sind die Carolina Hurricanes.

Als weitere Teams der Woche erwiesen sich im Osten die Detroit Red Wings sowie im Westen die Chicago Blackhawks und Anaheim Ducks. Alle drei leisteten sich in den vergangenen sieben Tagen keinen Ausrutscher und können sich berechtigte Hoffnungen auf den ersten Platz in ihrer Division machen. Die Blackhawks übernahmen diesen in der Central Division, nach nun sechs Siegen in Folge, vorerst von den Nashville Predators, gefolgt von den St. Louis Blues, die am Dienstag für Schlagzeilen durch die Verpflichtung von Martin Brodeur gesorgt haben. Der 42-jährige Schlussmann stand bereits am Donnerstag in Nashville und am Samstag auf Long Island im Kasten der Blues. In der ersten Partie setzte es noch eine 3-4 Niederlage, doch gegen die Islanders durfte Brodeur, nach einer furiosen Aufholjagd, bei der die Gäste einen 3-Tore Rückstand aufholten, seinen 689. NHL-Sieg feiern. Es war Brodeurs erster Sieg, bei dem er nicht das Trikot der Devils trug. Auch in der Pacific und in der Atlantic Division liefern sich jeweils drei Teams einen spannenden Kampf um die Tabellenspitze. Die Red Wings konnten sogar nach Punkten mit den Lightning gleichziehen, die Anfang letzter Woche, mit ihrem 17. Sieg in 25 Spielen und 36 Zählern, eine neue Franchise-Bestmarke aufstellten. Etwas an Boden verloren haben die Montreal Canadiens durch ihre drei Niederlagen. Drei Zähler beträgt aktuell ihr Rückstand auf das Führungsduo.

Einen Lauf haben ebenfalls die Winnipeg Jets mit zehn Punkten aus ihren letzten sechs Spielen, fünf hiervon in der vergangenen Woche. Beim 6-2 Heimtriumph gegen die Colorado Avalanche erzielte Bryan Little drei Treffer und damit den ersten Hattrick seit die Franchise in der Saison 2011/12 von Atlanta nach Winnipeg umgezogen war. Mit Michael Hutchinson spielte sich ein weiterer Jet in den Vordergrund. Der 24-jährige Schlussmann hat bisher neun Partien bestritten, fünf davon gewonnen, und führt die Torhüter der NHL mit einem Gegentrefferschnitt von 1,62 und mit einer Rettungsquote von 94,3 Prozent an.

In der Scorerwertung liegt nun Dallas Center Tyler Seguin, mit 21 Treffern und 14 Assists, einen Punkt vor Pittsburghs Kapitän Sidney Crosby (34 Pkt.), gefolgt von Flyer Jakub Voracek (33 Pkt.).

Besonderen Grund zur Freude hatten auch zwei deutsche NHL-Spieler. Beim 5-2 Auswärtserfolg der Arizona Coyotes in Edmonton vollbrachte Tobias Rieder das Kunststück zwei Shorthander innerhalb von 58 Sekunden zu erzielen, was in unter einer Minute noch keinem Rookie in der langen Historie der NHL gelungen war. Er trat damit auch in die Fußstapfen von Keith Tkachuk, der am 7. April 1995, als bisher einziger Spieler in der Franchisegeschichte der Coyotes, ebenfalls zwei Unterzahltore in einer Partie erzielen konnte.

Als Mann für die ganz wichtigen Tore erwies sich wieder einmal Christian Ehrhoff. Samstagnacht schoss der deutsche Verteidiger in der Heimpartie gegen die Ottawa Senators knapp zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit das 3-2 Siegtor. Bei den letzten drei Siegen der Penguins war Ehrhoff zweimal für den Gamewinner verantwortlich. Zurückgehend bis zur Saison 2009/10 hat kein anderer NHL-Verteidiger mehr Siegtreffer geschossen als Ehrhoff (15).

Und was ist auf dem Spielermarkt passiert? Die New Jersey Devils haben Stürmer Scott Gomez unter Vertrag genommen. Der 34-Jährige wurde 1998 von den Devils an Nummer 27 gedraftet. Von 1999 bis 2007 erzielte er in 548 Partien 116 Tore und 334 Assists für New Jersey. Er gewann 1999/00 die Calder Trophy und zweimal mit den Devils den Stanley Cup (2000, 2003). Am Donnerstag gaben die Los Angeles Kings bekannt, dass sie sich mit Verteidiger Alec Martinez auf eine Vertragsverlängerung um sechs Jahre geeinigt haben. In den Playoffs 2014 hatte der 27-Jährige das entscheidende Tor sowohl im Western Conference wie auch im Stanley Cup Finale erzielt. Die Ducks holten Verteidiger Colby Robak von den Panthers im Tausch gegen Defensivmann Jesse Blacker und einen zukünftigen Draft Pick. Auch die Penguins gaben mit Philip Samuelsson einen Verteidiger ab. Zur Kompensation erhielten sie von den Arizona Coyotes Stürmer Rob Klinkhammer sowie einen Draft Pick in 2016.

Einen Kontrakt für einen Tag erhielt Daniel Alfredsson von den Ottawa Senators nachdem er Donnerstagvormittag sein Karriereende bekannt gegeben hatte. Der langjährige Kapitän der Senators durfte somit am Warm-Up vor der Partie gegen die Islanders teilnehmen. Mit stehenden Ovationen verabschiedeten sich die Fans von dem schwedischen Stürmer, der über 17 Spielzeiten, von 1995 bis 2013, das Trikot der Senators getragen hatte.

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