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Ovechkin lässt Legenden hinter sich

Kapitän der Washington Capitals klettert weiter bei den besten Torschützen aller Zeiten und überholt Selanne

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Freier Chefautor

Ovechkin überholt Selanne

CAR@WSH: Ovechkin erzielt sein 685. NHL-Tor

Alex Ovechkin bezwingt Petr Mrazek mit einem Schuss aus dem Slot und überholt Teemu Selanne auf Platz elf der ewigen Torschützenliste

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Es scheint so, als ist Alex Ovechkin unaufhaltsam. Es vergeht kaum ein Monat, in dem er nicht irgendwelche Rekorde bricht. Der 34-jährige Russe ist zur Stelle, wenn seine Mannschaft ihn braucht, so wie am Montag beim Heimspiel in der Capital One Arena gegen die Carolina Hurricanes. Die Capitals hatten am Mittwoch bei den Philadelphia Flyers (2:3) und am Samstag daheim gegen die New Jersey Devils (1:5) zweimal in Folge verloren und wollten mit aller Macht verhindern, dass sie ein weiteres Mal ohne Punktgewinn bleiben. Gerade die Enttäuschung über die klare Niederlage gegen die Devils im Duell Erster gegen Letzten der Metropolitan Division wog schwer. Jetzt ging es gegen Carolina, die drei Spiele zuvor gewonnen hatten und die vorherigen zwei sogar zu Null.

Ovechkin, der zuletzt zweimal ohne Scorerpunkt blieb und mit jeweils Minus 2 abschloss, war gleich zu Beginn anzumerken, dass er persönlich etwas gutmachen wollte. Bereits in der 12. Minute sollte sich sein verstärkter Einsatz auszahlen. An der linken Bande drang er mit dem Puck ins gegnerische Drittel ein, wurde dann zwar von zwei Gegnern gestoppt, doch Teamkollege Tom Wilson ergatterte die Scheibe und zog hinter die Torlinie. Ovechkin erkannte blitzschnell die Möglichkeit und lief in die Mitte, wo ihn Wilson anspielen konnte. Mit einem trockenen Schuss durch die Schoner von Hurricanes-Torhüter Petr Mrazek hindurch markierte er das 1:0.

"Er wusste, dass es heute Abend ein wichtiges Spiel für uns wäre, von daher bin ich der Meinung, dass wir ihn auf einem anderen Level gesehen haben", schwärmte Capitals-Trainer Todd Reirden über seinen Kapitän. "Für mich ist das eben Alex Ovechkin."

 

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Doch es war nicht nur die Tatsache des Treffers alleine, seinem 27. in dieser Saison, sondern es war das 685. Tor seiner NHL-Karriere. So überholte Ovechkin mit Teemu Selanne erneut eine Legende in der ewigen Torschützenliste und schob sich auf den 11. Platz vor.

Weitere werden in Kürze folgen, denn der Stürmer der Capitals erzielte auch das 2:0 in der 18. Minute im Powerplay. Neben seinem 109. Siegtor (6. Platz gleichauf mit Brendan Shanahan) und dem 139. Doppelpack (6. mit Marcel Dionne) seiner Laufbahn, liegt er nur noch vier Tore hinter Mario Lemieux, der mit 690 Toren den 10. Platz einnimmt, sechs hinter Steve Yzerman für den neunten (692) und acht hinter Mark Messier für den achten Rang (694).

Ovechkin könnte noch in dieser Saison gemäß seiner Rückennummer 8 der achte Spieler in der NHL-Geschichte werden, der die Marke von 700 Toren erreicht. Dazu fehlen ihm 14 Stück, was eine Gesamtbilanz von 42 Treffern in dieser Spielzeit bedeuten würde. Kein unrealistisches Ziel für jemanden wie ihn, dem noch maximal 34 Spiele (ein Spiel Sperre wegen Absage des All-Star Game eingerechnet) in dieser Hauptrunde verbleiben und in zehn von 14 Spielzeiten seiner Karriere 42 Tore übertroffen hatte.

Video: WSH@CAR: Ovechkin zieht bei PPGs an Selanne vorbei

"Alles schaut für ihn irgendwann einfach so normal aus, nur weil er jemand überholt und er wieder in einer Rangliste nach oben klettert", erklärte Capitals-Verteidiger John Carlson. "Vielleicht stumpft man deswegen etwas ab, aber wissen Sie, natürlich sind es einige besondere Namen, die nahe sind und wenn man darauf schaut, dann denke ich, wird es für ihn genauso wesentlich bedeutender sein."

Wenn man Ovechkin selbst danach fragt, dann weiß man häufig nicht, woran man ist. Manchmal gerät er über sich ins Schwärmen, manchmal wirkt er ziemlich gleichgültig und manchmal ist er zum Scherzen aufgelegt.

"Ja, es sind unglaubliche Namen", zeigte sich Ovechkin mit seinem Ausblick in diesem Fall erfreut, um dann gleich wieder in der Stimmung umzuschwenken. "Wenn es passiert, dann wird es ein historischer Moment sein. Aber darauf konzentriere ich mich nicht. Ich konzentriere mich nur darauf hart zu spielen, das zu tun, was ich tun kann und wir werden sehen, was passiert."

Selanne ließ es sich nicht nehmen und gratulierte Ovechkin über Twitter und in einem Video, das in der Arena auf dem Videowürfel gezeigt wurde. "Du wirst noch viel mehr Tore schießen", rief der Finne ihm in der Einspielung zu. 

Das wird er, aber ob es am Ende reichen wird, den ersten Platz von Wayne Gretzky mit 894 Toren zu gefährden? Ovechkin weicht auch dieser, ihm mittlerweile oft gestellten Frage regelmäßig mit einem "wir werden sehen" verständlicherweise aus. Oder er beliebt zu scherzen, wie im Dezember beim Sportsender ESPN, als er mit einem Grinsen meinte, er müsse bis 60 spielen, um diesen Rekord zu brechen. Die Lücke beträgt zum jetzigen Zeitpunkt immerhin weitere 208 Tore.

Doch in einer anderen Kategorie sollte er Gretzky ziemlich sicher schlagen. Die Nummer 99 benötigte 169 Spiele, um von 600 auf 700 Tore zu kommen und ist der einzige Spieler des 700er-Klubs unter der Anzahl von 200. Ovechkin wird wohl der zweite werden und hat bisher 142 Partien seit seinem 600. Tor am 12. März 2018 benötigt. 14 fehlende Tore in weniger als 27 Spielen, um Gretzky hier vom Thorn zu stoßen, klingt für ihn machbar.

"Ich habe noch einen langen Weg vor mir", beschwichtigte Ovechkin. "Und ich hoffe 700 wird nicht die letzte Zahl sein, die ich erreiche."

Am Donnerstag dürfte erst einmal im Fokus stehen, Revanche gegen die Devils für die herbe Niederlage am Samstag zu nehmen, wenn sie erneut in Washington zu Gast sind (Fr. 1 Uhr MEZ; NHL.tv). Sollte Ovechkin erneut treffen und der Sieg herausspringen, wären es zwei Fliegen mit einer Klappe. 

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