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Torhüter als Erfolgsgaranten für die Playoffs

Auf der Jagd nach dem Stanley Cup sind gute Goalies ein Muss

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Jeden Samstag ermöglicht Euch nhl.com/de mit dem wöchentlichen Advanced Analytics Feature einen Blick hinter die Zahlen. Von Schüssen über Tore bis hin zu Eiszeit und darüber hinaus möchten wir Euch die statistischen Trends und Themen näherbringen, um Euer NHL-Wissen zu erweitern. In dieser Ausgabe analysieren wir den Einfluss von Goalies auf den Erfolg in den Stanley Cup Playoffs. 

Dass die Position des Torhüters im Eishockey eine ganz besondere ist, ist kein Geheimnis: Die andere Ausrüstung, der größere Schläger und teils sehr spezielle Charakterzüge sind als die markantesten Unterschiede anzuführen. Die letzte Defensiv-Linie vor dem eigenen Tor genießt deshalb einen Sonderstatus innerhalb der Mannschaft und wird von den Mitspielern geachtet und beschützt wie kein anderer. Doch welchen Einfluss haben die Goalies auf dem Weg zum Stanley Cup? Eine Analyse...

 

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2016/17: Murray/Fleury als Tandem erfolgreich

Im Vorjahr gewannen die Pittsburgh Penguins den Stanley Cup. Dabei entschieden sich die Pens für eine Tandem-Lösung mit Matt Murray als Nummer 1a und Marc-André Fleury als Nummer 1b. Mit Erfolg: Murray erhielt zehn Starts, feierte sieben Siege und stellte in den Stanley Cup Playoffs Bestmarken in Sachen Gegentorschnitt (1,7), Fangquote (93,7 Prozent) und Shutouts (3) auf. Fleury erhielt sogar mehr Einsätze von Beginn an (15 Starts), konnte die grandiosen Statistiken von Konkurrent Murray aber nicht ganz erreichen (2,56 Gegentore/Spiel, 92,4 Prozent Fangquote, zwei Shutouts). Im Endeffekt blieben beide Keeper frisch und erfolgreich, sodass Pittsburgh am Ende über alle triumphierte.

Und auch die anderen Teams, die einen weiten Playoff-Run hinlegten, konnten sich voll auf ihre Schlussmänner verlassen: Die Nashville Predators drangen mit Pekka Rinne bis ins Stanley-Cup-Finale vor. Die "Rinne Wall" zeigte in der Endrunde stolze 93, 0 Prozent Fangquote und wies einen Gegentorschnitt von 1,96 auf. Ähnlich gute Statistiken hatten auch die jeweiligen Conference-Finalisten, Craig Anderson mit den Ottawa Senators (92,9 Prozent Fangquote, 2,34 Gegentorschnitt) sowie John Gibson mit den Anaheim Ducks (91,8 Prozent, 2,59). 

2015/16: Murray springt ein

Ein guter Goalie war auch in der Saison 2015/16 Trumpf. Dabei setzte der spätere Champion Pittsburgh kurioserweise gleich drei Keeper ein: Stammkraft Fleury (ein Start, 87,5 Prozent, 3,03) verletzte sich schon früh, Ersatzmann Jeff Zatkoff (zwei Starts, 90,8 Prozent, 3,07) wusste nicht vollends zu überzeugen, doch zauberten die Penguins mit Murray den Senkrechtstarter schlechthin aus dem Hut (21 Starts, 92,3 Prozent, 2,08). Er parierte die Pens in seinen ersten Playoffs überhaupt spektakulär zum Titel.

Finalist San Jose Sharks vertraute derweil auf Martin Jones, auf den voll Verlass war (24 Starts, 92,2 Prozent, 2,16). Die Conference-Finalisten St. Louis Blues und Tampa Bay Lightning setzten auf unterschiedliche Konzepte: Während bei den Blue Notes Brian Elliot (18 Starts, 92,1 Prozent, 2,44) der unangefochtene Stammtorwart war, teilten sich bei den Bolts mit Ben Bishop (elf Starts, 93,9 Prozent, 1,85) und Andrei Vasilevskiy (sechs Starts, 92,5 Prozent, 2,76) zwei Torwächter die Einsatzzeiten - jeweils mit tollen Statistiken. Auf eine derartige Tandem-Lösung griffen in den Playoffs übrigens auch die Philadelphia Flyers mit Michal Neuvirth (drei Starts, 98,1 Prozent, 0,67) und Steve Mason (drei, 85,2, 4,09) sowie die Detroit Red Wings mit Petr Mrazek (drei, 94,5 Prozent, 1,35) und Jimmy Howard (zwei, 89,1 Prozent, 3,59) zurück, schieden aber jeweils in der 1. Runde aus.

2014/15: Mit klaren Hierarchien zum Erfolg

Auch 2014/15 hatten die beiden Final-Goalies jeweils eine Fangquote von über 92 Prozent und erwiesen sich als sicherer Rückhalt für ihre Mannschaften. Den Stanley Cup sicherten sich die Chicago Blackhawks mit Corey Crawford (19 Starts, 92,4 Prozent, 2,31) zwischen den Pfosten, der punktuell von Scott Darling (vier Starts, 93,6 Prozent, 2,22) entlastet wurde. Finalist Tampa Bay gönnte Starter Ben Bishop beinahe alle Spiele (25 Starts, 92,1 Prozent, 2,18), während Backup Andrei Vasilevskiy (ein Start, 89,5 Prozent, 3,19) nur in insgesamt vier Partien ran durfte.

Eine klare Nummer 1 hatten auch die beiden Conference-Finalisten Anaheim Ducks mit Frederik Andersen (16, 91,3 Prozent, 2,34) sowie New York Rangers mit Henrik Lundqvist (19, 92,8 Prozent, 2,11). Eine Tandem-Lösung strebten derweil die Ottawa Senators mit Craig Anderson (vier, 97,2, 0,97) und Andrew Hammond (zwei, 91,3 Prozent, 3,44) sowie die Vancouver Canucks mit Eddie Lack (vier, 88,6 Prozent, 3,03) und Ryan Miller (zwei, 91,0 Prozent, 2,31) an. Beide Teams verabschiedeten sich bereits in der 1. Runde.

Ausnahme Holtby

Die jüngste Vergangenheit zeigt, dass gute Goalies enorm zum Erfolg des Klubs beitragen und herausragende Leistungen zeigen müssen, damit ihre Farben erfolgreich sind. Bei der Analyse fiel vor allem ein Keeper auf, der zwar glänzende Statistiken aufweisen konnte, es aber nie bis über das Conference-Halbfinale hinaus schaffte: Die Rede ist von Braden Holtby von den Washington Capitals. Der Torwart zeigte teils Fangquoten von über 94 Prozent (14/15: 94,4 Prozent, 15/16: 94,2 Prozent, 16/17: 90,9 Prozent) und Gegentorschnitte von unter zwei Toren pro Spiel (14/15: 1,71, 15/16: 1,72, 16/17: 2,46). Ein guter Schlussmann ist also viel wert - bei weitem aber nicht alles, um erfolgreich in den Playoffs zu sein.

Goalies der Extraklasse

Es gibt aber auch Goalies, die ihre Teams mit ihren Leistungen maßgeblich beeinflussten und hauptverantwortlich für den Erfolg zeichneten. So wurden in den 2000er Jahren bereits fünf Torhüter mit der Conn Smythe Trophy für den wertvollsten Spieler (MVP) der Playoffs ausgezeichnet. Dazu zählen Patrick Roy (2001, Colorado Avalanche, 1,70 Gegentore/Spiel, 93,4 Prozent Fangquote, vier Shutouts), Jean-Sebastien Giguere (2003, Mighty Ducks of Anaheim, 1,62, 94,5, fünf), Cam Ward (2006, Carolina Hurricanes, 2,14, 92,0 Prozent, zwei), Tim Thomas (2012, Boston Bruins, 1,98, 94,0 Prozent, vier) und Jonathan Quick (2012, Los Angeles Kings, 1,41, 94,6 Prozent, drei). Vier von den fünf Keepern stemmten am Ende den Stanley Cup in die Luft - nur Giguere blieb dies verwehrt. Der Rekordgewinner der Conn Smythe Trophy ist mit Roy übrigens ein Torwart - ihm wurde der Award dreimal verliehen (1986, 1993, 2001).

Zeit für neue Helden

In den nun anstehenden Playoffs 2018 haben gleich mehrere Goalies das Zeug zum Helden: Vasilevskiy (Tampa Bay) und Pekka Rinne (Nashville Predators) feierten in der Hauptrunde die meisten Shutouts (acht). Connor Hellebuyck (Winnipeg Jets) ist der Senkrechtstarter der bisherigen Saison und feierte schon 43 Siege. Sergei Bobrovsky (Columbus Blue Jackets) ist mit 65 Starts der Vielspieler. Fleury (Vegas Golden Knights) hat mit 93,1 Prozent Fangquote und 2,14 Gegentoren pro Partie die besten statistischen Werte. Gute Tandems könnten die Anaheim Ducks mit Gibson und Miller sowie die Washington Capitals mit Holtby und Philipp Grubauer stellen. Und da wären mit Murray (Pittsburgh) und Quick (L.A.) noch zwei Torhüter, die in der Endrunde immer noch draufpacken und sich in eine unwiderstehliche Playoff-Form spielen. Oder gibt es am Ende gar eine Überraschung?

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