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Andere Gesichter, gleiche Ziele

Die Montreal Canadiens setzen auf dem Weg zurück in die Playoffs auf Weber und Radulov

von Arpon Basu @ArponBasu / LNH.com Chefredakteur

Eine NHL Saison ist voller Wendungen für jedes der 30 Teams der Liga. Hier sind fünf der größten Fragen, die die Saison 2016-17 der Montreal Canadiens prägen könnten:

Wird das Powerplay endlich funktionieren?

In den letzten zwei Jahren war das Powerplay der Canadiens nur auf Rang 25 in der NHL. Davor war es immerhin noch Rang 21.

In dieser Zeitspanne lag der am 29. Juni von den Nashville Predators verpflichtete Verteidiger Shea Weber bei 31 Powerplaytoren, was ligaweit zusammen mit Sidney Crosby von den Pittsburgh Penguins und Tyler Seguin von den Dalla Stars Rang acht in der Liga bedeutet.
Im gleichen Zeitraum lag P.K. Subban, der im Austausch die Canadiens in Richtung Nashville verließ, bei 14 Powerplaytoren, jedoch bei 68 Powerplay-Punkten, einer mehr als Weber. Kein so großer Unterschied also.

Die womöglich größte Verstärkung im Bereich Powerplay war bei den Canadiens Assistenztrainer Kirk Muller, der mehr Einfluss haben könnte als Weber. Muller zeichnete in den letzten beiden Jahren für das starke Powerplay bei den St. Louis Blues mitverantwortlich. Das Team lag auf Rang sechs in der NHL. In der Zeit zwischen 2006 und 2011 war er auch schon einmal für die Canadiens tätig. In den Jahren war das Powerplay des Teams zweimal das bester der Liga, lag einmal auf Rang Zwei.

Ist Alex Galchenyuk bereit für den nächsten Schritt?

Im letzten Sommer hatte Coach Michel Therrien Galchenyuk angekündigt, dass er ihn vom linken Flügel auf die Position des Centers verschieben würde. Nun, es sollte anders kommen.
Mitten in der schwierigen Zeit, nachdem Torhüter Carey Price seine Knieverletzung erlitten hatte, zog Therrien wieder zurück auf die angestammte Position auf dem Flügel. So wurde David Desharnais der neue Nr.1-Center. Als dieser sich am 15. Februar dann auch verletzte, kam Galchenyuk dann wieder als Center zum Einsatz. Hier brachte er es in 22 Spielen dann auf 16 Tore.
In der neuen Saison sollte er eine größere Rolle erhalten. Kurz nach seiner Verpflichtung am 2. Juni rief ihn zudem Coach Muller an, der ihm zukünftig mehr Einfluss zusicherte.
Zum ersten Mal in seiner NHL-Karriere brachte es der 22-Jährige zuletzt schon auf 30 Saisontore. Seine Torausbeute steigerte sich zuletzt von 9, über 13 und 20, bis hin zu 30 Treffern. Es gibt wenig Grund an einer Fortsetzung dieser Serie zu zweifeln.

 Video: DAL@MTL:Galchenyuk schließt Andrighettos Vorarbeit ab

Werden Andrei Markovs Einsatzzeiten begrenzt?

Therrien sagte im Trainingscamp, dass er vorhabe die Minuten von Markov, der am 20. Dezember 38 Jahre alt wird, auf rund 20 pro Spiel zu begrenzen. Dies wäre ein Tiefstwert für den Spieler in den Spielzeiten in denen er seit 2001-02 mindestens 50 Mal zum Einsatz kam. Damals, in seiner zweiten Saison, waren es 17:15 Minuten pro Spiel in seinen damals 56 Saisoneinsätzen.
Zuletzt sank seine Einsatzzeit stetig, von einem Karrierehöchstwert von 25:14 in 2013-14, zu 24:54 in 2014-15, zu 23:50 Minuten in der Vorsaison. Auf die nun angestrebten 20 Minuten zu kommen ist es dennoch noch einmal ein großer Schritt.
Es wäre allerdings wohl ein wichtiger Schritt für ihn, denn in den letzten Jahren ließ die Qualität seines Spiels zu Saisonende hin immer nach. Rookieverteidiger Mikhail Sergachev, der 9. Pick im NHL-Draft des Jahres 2016, kann für ihn einspringen. Therrien könnte ihm einige Zeiten von Markov übertragen, gerade auch im Powerplay. Sollte das allerdings nicht wunschgemäß klappen, dann könnte das bedeuten, dass Markov auch zukünftig über 20 Minuten Einsatzzeit pro Spiel kommen könnte.

Ist Alexander Radulov die erhoffte Verstärkung?

Der 30-jährige Radulov hat am 1. Juli einen Einjahresvertrag unterschrieben, der ihm dem Vernehmen nach rund 5,75 Mio. US$ zusichert. Er wird in den ersten beiden Reihen zum Einsatz kommen. Und Montreal setzt auf seine Leistungen. In der Preseason war er mit drei Toren in fünf Spielen erfolgreich.
In den letzten beiden Jahren in der russischen KHL brachte er es auf 136 Punkte (47 Tore und 89 Assists) in 99 Spielen. Keiner hatte mehr. In seiner vorherigen Zeit in der NHL, zwischen 2006 und 2012 bei den Nashville Predators, sammelte er 102 Punkte (47 Tore, 55 Assists) in 154 Spielen. Viel Veränderung dürfte es also nicht brauchen. Seine neuen Teamkameraden zeigten sich auch bereit beeindruckt von seiner Arbeitseinstellung und seinem Talent im Trainingscamp.

Ist Carey Price schon wieder der Alte?

Beim World Cup of Hockey 2016 beeindruckte Price mit einer Statistik von 5-0-0, einem Gegentorschnitt von 1,4 und einer save Percentage von 95,7%. Der Gewinn des Titels mit Team Kanada war der verdiente Lohn. Dennoch gibt es leise Zweifel, ob er wieder zu der Form zurückfinden kann, welche er bis November 2015 hatte, bevor er sich am Knie verletzte.
Man muss zum Beispiel abwarten, wie viele Saisoneinsätze Price in der NHL stemmen kann. Es sollen nicht mehr als 60 werden, wenn es nach den Canadiens geht. Das wären 6 weniger als vor 2 Jahren, als er die Hart und die Vezina Trophie gewann.
Abzuwarten bleibt auch, ob sich Al Montoya, den die Canadiens am 1. Juli als Backup verpflichtet hatten, in den restlichen 22 Spielen planmäßig bewähren kann. Davon wird auch abhängen, ob es bei dem 60-Spiele-Plan von Price bleiben kann.

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