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1994: Caps gewinnen Playoffserie gegen Pens

von Bernd Roesch / NHL.com

Einen erfolgreichen Auftakt in einer Playoffserie der zweiten Runde feiern zu dürfen ist sicherlich eine schöne Sache mit der man seinem Hauptziel dem Gewinn des Stanley Cups etwas näher gekommen ist. Es ist aber auch nur der erste von insgesamt zwölf Siegen, die auf dem beschwerlichen Weg bis zum Titelgewinn vonnöten sind.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag konnten die Washington Capitals im ersten Spiel ihrer Eastern Conference Zweitrundenserie einen, von der Mehrzahl der Fans im Verizon Center vielumjubelten, 4-3 Heimerfolg nach Verlängerung feiern. Ein Auftaktsieg ist aber auch trügerisch, vor allem wenn man Capitals heißt. Zurzeit findet das neunte Aufeinandertreffen dieser zwei Teams in den Stanley Cup Playoffs statt. In der Vergangenheit konnten die Capitals siebenmal gegen Pittsburgh das Auftaktmatch für sich entscheiden - jedoch nur einmal eine gesamte Serie gegen die Penguins gewinnen.

Angesichts der negativen Gesamtbilanz in den Playoffs gegen die Penguins dürfte Washington nach seinem gestrigen Sieg durchaus gewarnt sein und die Penguins werden andererseits ihre Niederlage nicht als Beinbruch ansehen.

Washingtons einziger Triumph gegen Pittsburgh, man darf ihn durchaus historisch nennen, liegt bereits 22 Jahre zurück: 1994 gelang es den Capitals als krasser Außenseiter im Eastern Conference Viertelfinale jene Mannschaft zu bezwingen, die in den drei Jahren zuvor zweimal den Stanley Cup gewonnen hatte.

Als Divisionserster in der Northeast Division und mit 101 Punkten als zweitbestes Team des Ostens hatten sich die Penguins für die Stanley Cup Playoffs qualifiziert. Die Capitals hatten die Saison 1993/94 mit 88 Zählern als Siebter abgeschlossen. In der Atlantic Division belegten sie hinter den New York Rangers und den New Jersey Devils, mit einem deutlichen Rückstand von 24 und 18 Punkten, den dritten Platz. Nun wartete auf sie in der ersten Playoffrunde der übermächtige Gegner aus Pennsylvania mit einem Mario Lemieux, einem jungen Jaromir Jagr, einem Ron Francis und einem Kevin Stevens im Kader. Die drei Letztgenannten hatten es in der regulären Saison auf zusammen 280 Scorerpunkte gebracht und Lemieux, der nur 22 Partien während der Saison bestritten hatte, gelangen in diesen Auftritten 17 Treffer und 22 Assists.

Und was hatten die Capitals dieser Offensivpower entgegenzusetzen? Ihr bester Scorer der Saison 1993/94 war mit 70 Scorerpunkten in 81 Spielen Center Mike Ridley gewesen, gefolgt von Rechtsaußen Dmitri Khristich, der es in 83 Partien auf 29 Tore und 29 Assists gebracht hatte. Washingtons Topscorer hatte gerade einmal so viele Punkte erzielt, wie Pittsburghs fünftbester Mann Joe Mullen (38 Tore, 32 Assists) und Khristich, ihr Torjäger Nummer 1, wäre in der teaminternen Wertung der Penguins ebenfalls nur auf dem fünften Rang hinter Martin Straka (30 Tore, 34 Assists) gelandet.

Selbstverständlich genossen die Penguins als die besser platzierte Mannschaft Heimrecht und so fand am 17. April 1994 das Auftaktmatch des Viertelfinales in der Civic Arena von Pittsburgh statt. Wenig überraschend lagen die Hausherren zur ersten Drittelpause bereits mit 2-1 in Front - beide Treffer hatte, wie sollte es anders sein, Lemieux erzielt. Nach der Pause entdeckten plötzlich die Capitals ihre Freude am Toreschießen, rochen Lunte und setzten zur Aufholjagd an. Am Ende, nach den Treffern von Michael Pivonka und Joe Juneau lautete der Spielstand 5-3 für Washington.

In der zweiten Auswärtspartie mussten sich die Capitals zwar mit 1-2 geschlagen geben, boten dem Favoriten aber nicht nur eine Partie auf Augenhöhe, sondern erarbeiteten sich deutlich mehr Torchancen. Die Pens hatten es vor allem ihrem Schlussmann Tom Barrasso, der 34 Schüsse abwehren konnte, zu verdanken, dass sie nicht auch in Spiel 2 das Eis als Verlierer verlassen mussten.

Die Capitals bekamen aufgrund ihrer guten Auftritte in Pittsburgh immer mehr Selbstvertrauen und zogen mit zwei Siegen vor heimischer Kulisse auf 3-1 davon. Don Beaupre stand beide Male im Kasten der Capitals. In Spiel 3, das die Capitals dank ihres Doppeltorschützen Joe Reekie mit 2-0 gewinnen, konnten, feierte Beaupre mit 27 Saves den dritten Shutout in seiner Playoffkarriere. Spiel 4 gewann Washington relativ deutlich mit 4-1 - nur Martin Straka war auf Seiten der Penguins in der Lage gewesen Beaupre zu bezwingen.

Da die Penguins anschließend ihr drittes Heimspiel mit 3-2 gewannen, Caps Headcoach Jim Schoenfeld hatte ins Tor wieder, wie schon in Spiel 2, auf Rookie Byron Dafoe gesetzt, ging die Serie noch einmal zurück in die US-Hauptstadt, wo es zu einem wilden Schlagabtausch kam, den die Hausherren mit 6-3 für sich entscheiden konnten.

Joseph Juneau und Michal Pivonka hießen damals die Helden der Capitals. Den beiden Centern gelangen jeweils drei Tore und vier Assists in den sechs Partien gegen den hohen Favoriten.

Im Eastern Conference Halbfinale musste sich Washington dem späteren Champion, den New York Rangers, in fünf Spielen geschlagen geben. Das kann ihnen in diesem Jahr, sollten sie sich gegen Crosby & Co. durchsetzen können, auf jeden Fall nicht mehr passieren.

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