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    Roy erläutert die Gründe für seinen Rücktritt

    Freitag, 09.09.2016 / 7:43 PM / NHL.com/de - Artikel

    Von Amalie Benjamin - NHL.com Regional Writer

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    Roy erläutert die Gründe für seinen Rücktritt
    Roy erläutert die Gründe für seinen Rücktritt

    QUEBEC CITY -- Den größten Applaus vor dem Spiel zwischen Team Europa und Team Nordamerika gab es nicht bei der Vorstellung der Spieler, sondern als Patrick Roy den Puck zum feierlichen Eröffnungsbully fallen ließ. Die Fans im Videotron Centre feierten den ehemaligen Coach der Colorado Avalanche und gebürtigen Quebecer mit stehenden Ovationen.

    Am Rande des Vorbereitungsspiels für den World Cup of Hockey gab er auch einige Erklärungen zu seinem überraschenden Aus in Colorado am 11. August ab. Er hatte seinerzeit zwar ein Statement verlauten lassen, aber die Gründe für seinen Rückzug darin nicht eindeutig benannt. Roy hatte bei der Avalanche noch ein Jahr Vertrag.

    "Die Vereinsleitung und ich hatten ganz einfach unterschiedliche Ansichten, die Zukunft betreffend. Da ist es dann besser, diesen Weg zu gehen", sagte Roy zu seinem Rücktritt. Er habe in dem Telefonat mit General Manager Joe Sakic eine Viertelstunde lang alles besprochen und am Ende gesagt, dass er nächste Saison nicht mehr zur Verfügung stehe. Sakic habe ihm angeboten, noch einmal darüber nachzudenken. "Doch mein Entschluss stand fest. Ich hatte mir im Vorfeld genügend Zeit dafür genommen", so Roy weiter.

    Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, weil er ein enges Verhältnis zu den Spielern hatte. "Es ist eine tolle Truppe. Aber ich hatte einfach keinen Spaß mehr. Deshalb habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen", erläuterte der Coach. Es sei ein längerer Prozess gewesen.

    Auf die Frage, welche unterschiedliche Ansichten bestanden, sagte Roy: "Es ging um Spieler und Leute, die für das Team arbeiten. Da Nicht mehr und nicht weniger." Darüber hinaus hat es wohl auch Differenzen bei der Saisonanalyse gegeben. "So geht es vielen Trainern", konstatierte der Quebecer.

    Darüber hinaus musste sich Roy fragen lassen, warum er seine Entscheidung so spät nach Saisonende getroffen habe, als viele potentielle Nachfolgekandidaten nicht mehr auf dem Markt waren. Der Avalanche blieb nur etwas mehr als ein Monat, um einen neuen Coach zu finden. "Ich brauchte die Zeit, um sicherzugehen, dass es richtig ist, was ich mache und es nicht später bereue. Es fiel mir – wie gesagt – nicht leicht, die Organisation und die junge Gruppe von Spielern zu verlassen. Andererseits: Man kann einen Coach feuern und ihn innerhalb von zwei Tagen ersetzen. Ein Monat ist daher genügend Zeit für einen neuen Mann, die Mannschaft entsprechend auf die neue Saison vorzubereiten, finde ich."

    Der Einjahresvertrag zwischen Roy und Colorado besteht übrigens rein formal weiter. Das bedeutet, dass jeder Interessent sich bei der Avalanche melden muss, wenn er Roy verpflichten will. Nach eigenen Worten ist er jedoch nicht darauf aus, schnell wieder an der Bande zu stehen. Er will erst einmal eine Auszeit nehmen und vielleicht reisen. Es werde, so Roy, ein ganz anderer Winter für ihn als gewohnt.

    Roy war Goalie Nummer 1 der Avalanche beim ersten Stanley-Cup-Gewinn der Franchise 1996. Von daher macht er sich keine Sorgen, dass sein Rücktritt die Beziehung zum Verein nachhaltig beschädigt.

    Möglicherweise gibt es bald in seiner Heimat einen Klub, bei dem Roy gebraucht wird. Quebec City hatte sich um Aufnahme in die NHL bemüht, aber im Juni im Gegensatz zu Las Vegas keinen Zuschlag bekommen. Falls man ihn frage, werde er Quebec City bei den weiteren Schritten auf jeden Fall helfen, kündigte Roy an. "Was auch immer in Quebec passiert. Wenn die Leute meine Unterstützung brauchen, bin ich gerne für sie da."