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IIHF Eishockeyweltmeisterschaft 2013

Toronto Maple Leafs - Auf dem Weg zu alter Stärke? TEIL 4

Montag, 08.04.2014 / 4:08 PM / NHL.com/de - Eishockey.com

Von Uwe Werkmeister - Eishockey.com

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Toronto Maple Leafs - Auf dem Weg zu alter Stärke? TEIL 4
Toronto Maple Leafs - Auf dem Weg zu alter Stärke? TEIL 4

In lockerer Folge haben wir an dieser Stelle die gesamte Spielzeit 2013/2014 der Toronto Maple Leafs verfolgt. Hier nun der Abschluss, verbunden mit einem Ausblick auf die in ca. zehn Wochen startende Serie 2014/2015.

Um es gleich vorweg zu nehmen. Die in der Überschrift gestellte Frage muss mit einem klaren NEIN beantwortet werden. Von alter Stärke, wir berichten hier immerhin von einem 13-maligen Stanley-Cup-Gewinner, kann nach dem Ende der vergangenen Spielzeit keine Rede sein.

Im Gegenteil, nach dem katastrophalen Ende der Saison muss eher davon ausgegangen werden, dass die erstmalige Playoff-Teilnahme der Leafs seit 2004 in der verkürzten Lockout-Vorsaison 2012/2013 ein positiver Ausrutscher war.

Was war geschehen? Als wir den letzten Situationsbericht an dieser Stelle veröffentlichten, hatte das Team 56 Saisonspiele absolviert und stand auf Platz 4 der, zugegebener Maßen, sehr engen Eastern Conference. Von den dann verbleibenden 25 Begegnungen wurden gerade noch neun Spiele siegreich gestaltet, nach dem Olympia-Break waren es nur noch sechs Siege auf der Habenseite. Am Ende verabschiedete sich ein gefrustetes Team auf Platz 12 im Osten, satte neun Punkte entfernt von einem Playoff-Platz.

Wo lagen die Ursachen? Insbesondere nach der Olympiapause kam das Team nie wieder "in Fahrt". Am 13. März verletzte sich mit Goalie Jonathan Bernier ein Schlüsselspieler, er hatte sich im Laufe der Saison zur Nummer 1 im Kasten der Ahornblätter qualifiziert. In den nächsten 5 Spielen begann James Reimer im Tor, alle Spiele gingen verloren. Reimer agierte dabei teilweise sehr unglücklich.

Dieser Sachverhalt blieb auch den Offiziellen nicht gänzlich verborgen und man pushte die Rückkehr des Stamm-Torhüters. Aber auch mit ihm (war er wirklich fit?) verlor das Team noch drei weitere Spiele in Folge, ehe zwei Heimsiege eingefahren wurden. Beim 2. Erfolg verletzte sich Bernier erneut und die letzten vier Begegnungen der regulären Saison wurden allesamt verloren.

Das frühzeitige Saisonaus aber ausschließlich am Backup-Goalie festzumachen, wäre viel zu einfach. Das Team kassierte insgesamt zu viele Gegentore und das lag an der gesamten Mannschaft! Die Abwehr agierte selten überzeugend, insbesondere das 1. Verteidigerpaar mit Kapitän Dion Phaneuf und Jake Gardiner wirkten oft hölzern und unbeweglich.

Einziger wahrer Lichtblick unter den sechs Stammverteidigern war mit Morgan Rielly ein Rookie. Dieser spielte mit viel Freude an der Bewegung und erzielte in seinem ersten Jahr in der besten Hockey-Liga der Welt 27 Scorerpunkte, die Minus 13 in der Plus/Minus-Statistik ist sicherlich einem gehörigen Maß an Unerfahrenheit zuzuschreiben.

Im Sturm gab es nicht viel Neues, die erste Reihe top, so lange Phil Kessel, Tyler Bozak und James van Riemsdyk fit waren. Dahinter ist das einzig Beständige die Unbeständigkeit. Joffrey Lupul und Nazem Kadri gelingt es einfach nicht, konstant auf einem hohen Level zu spielen, guten Spielen folgen häufig Partien zum Vergessen. Aus den Reihen 3 und 4 kam fast nichts Zählbares.

Oft wurden von den Verantwortlichen die Verletzungen von Schlüsselspielern erwähnt, um Niederlagen zu erklären. Mit Verletzungen hat jedes Team zu kämpfen, erwähnt seien hier nur die Detroit Red Wings, diese mussten über eine sehr lange Zeit absolute Stars ersetzen und schafften die Playoffs! Nein, diese Ausrede erscheint doch mehr als Flucht vor den eigenen Fehlern in der Kaderzusammenstellung.

Nach wie vor fehlt die Kadertiefe und Spieler aus dem erfolgreichen Farmteam der Toronto Marlies werden nicht oder zu selten an das NHL Team herangeführt. Ein Leidtragender hiervon ist Verteidiger Korbinian Holzer, der vergeblich auf eine weitere Bewährungschance in der NHL gewartet hatte.

An dieser Stelle sei ein kurzer Ausblick gestattet. Was hat sich am Ontariosee getan, seitdem sich das Free Agent-Fenster am 1. Juli öffnete?

Schon kurz nach Saisonende wurde mit Brendan Shanahan eine NHL-Legende als Teampräsident verpflichtet. Um Chef Randy Carlyle wurden neue Assistant-Coaches installiert und mit Kyle Dubas hat man einen 28-jährigen Assistenten für GM David Nonis gefunden. Alle hier aufgeführten Personen werden weder Tore schießen, noch diese verhindern.

Wie ist es um den Kader bestellt?

Mit Jay McClement, Nikolai Kulemin, Dave Bolland und Mason Raymond wurden vier Stammkräfte, darunter zwei der "dünn gesäten" Center, abgegeben. Zugegeben, es musste etwas passieren, aber diese Personalien überraschen den Außenstehenden. Mason Raymond, der positive Lichtblick außerhalb der 1.

Reihe mit 45 Punkten in 82 Spielen? Kulemin und McClement, beide 2-Wege-Stürmer und Rollenspieler in den Special Teams, sowie Dave Bolland, zu Saisonbeginn vom Trainer in den höchsten Tönen als absoluter Leader auf und neben dem Eis gepriesen? Sie werden wissen, was sie tun!

Verstärkungen kamen insbesondere aus Vancouver in Person von David Booth und aus Anaheim holte man den Center Daniel Winnik. Ebenfalls von den Anaheim Ducks kam mit Stephan Robidas ein Verteidiger-Veteran.

In der ersten Draft-Runde hat man mit William Nylander einen jungen und quirligen schwedischen Stürmer verpflichtet, bleibt zu hoffen, dass er in der Zukunft ähnlich wie Börje Salming und Mats Sundin seine skandinavischen Spuren in Toronto hinterlässt.

Wie es weitergeht am Ontario See, ob noch ein "Knaller" verpflichtet wird, ob sich mit Holzer der einzige Deutsche im System der Maple Leafs einen der Verteidigerplätze im NHL-Team schnappt, werden wir sehen.

Wir sind gespannt und werden es mit gedämpftem Optimismus verfolgen.