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IIHF Eishockeyweltmeisterschaft 2013

Zweite Runde ist nicht gut genug

Dienstag, 06.17.2014 / 5:02 PM / NHL.com/de - Eishockey.com

Von Albert Kienberger - Eishockey.com

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Zweite Runde ist nicht gut genug
Zweite Runde ist nicht gut genug

Nur drei Tage nachdem die Pittsburgh Penguins in Spiel 7 gegen die New York Rangers unterlagen, wurde der langjährige General Manager Ray Shero entlassen. Team President Dave Morehouse, der auf einer Pressekonferenz für die Eigentümer Mario Lemieux und Ron Burkle sprach, verkündete bei dieser am 16. Mai 2014: „Wir haben nicht den Level erreicht, den unsere Besitzer von uns erwarten. Wir glauben ein neuer General Manager kann uns helfen, dorthin zu kommen.“ Diese Entscheidung kam etwas unerwartet. Vor allem die Tatsache, dass Coach Dan Bylsma seinen Job zunächst behalten durfte.

Nach einigen Wochen der Suche haben die Schwarz-Goldenen am 6. Juni 2014 den früheren GM der Carolina Hurricanes Jim Rutherford als den neuen Mann am Ruder vorgestellt. Als erste Amtshandlung hat Rutherford dann die erwartete Entlassung des Trainers vorgenommen. Bylsma war immer sehr beliebt bei seinen Spielern. Es gibt jedoch einige Fans, die eben dies kritisieren und mangelnde Führungsqualitäten anprangern. Bei allem Ärger sollten diese Fans aber nicht vergessen, dass Bylsma als jüngster Trainer einen Stanley Cup gewinnen konnte, nachdem er nur 4 Monate im Amt war und das Team um Sidney Crosby zum Zeitpunkt, als er für Michel Therrien übernahm, nicht einmal auf einem Playoff-Platz stand. Darüber hinaus ist Bylsma auch der Coach, der die meisten Siege als Trainer der Mannschaft aus der ehemaligen Stahlstadt einfahren konnte. Ob diese Entscheidung sehr weise war, wird die Zukunft zeigen.

Zugleich zur Trainerentlassung hat Rutherford ebenso einen neuen Stab einberufen zu dem nun auch der Publikumsliebling aus der Meistermannschaft von 2009 Bill Guerin gehört. Diese Änderungen zeigen, dass sich die Franchise in einem nicht unerheblichen Umbruch befindet, was sich letztendlich natürlich auf die Zusammenstellung der Mannschaft auswirken wird. Es gibt also im Sommer einiges zu tun in der Stadt, in der der Ohio River entsteht.

Priorität wird zunächst die Suche nach einem neuen Trainer haben. Es bleibt abzuwarten, wer hier in die Verantwortung genommen wird. Allerdings kann erwartet werden, dass sich der Stil etwas ändern wird. Ob sich die Superstars wie Crosby und Evgeni Malkin mit einem strengeren Regiment anfreunden können, muss sich erst zeigen. Ein Schuss, der schnell nach hinten losgehen könnte.

Weitere Aufgaben sind der bevorstehende NHL Draft und die Free Agency Phase. Unter Shero wurden hauptsächlich Verteidiger gedraftet. Das führt dazu, dass nahezu keine hochwertigen Stürmertalente im Talentpool der Penguins vorhanden sind. Junge Verteidiger wiederum gibt es einige. Jedoch mussten die beiden größten Talente im Defensivbereich, der Kanadier Derrick Pouliot und der Finne Olli Määtä beide an der Schulter operiert werden und werden für längere Zeit im Krankenstand bleiben. Ungewiss ist, ob sie zu Beginn der nächsten Saison zur Verfügung stehen werden.

Die Wechselperiode (Free Agency) könnte sich als spannend erweisen. Einige Spieler werden den Markt testen und wohl nicht mehr zu den Penguins zurückkehren, da sie bei anderen Teams auf größere Gehälter hoffen können. Dies trifft wohl sicher auf Jussi Jokinen zu, der dies bereits angekündigt hat.

Auch Matt Niskanen, der letzte Saison die beste Spielzeit seiner Karriere auf das Eis zauberte, wird schwer zu halten sein. Der Vertrag von Urgestein Brooks Orpik läuft ebenfalls aus. Kris Letang, der bereits letztes Jahr seinen teueren neuen Achtjahres-Vertrag über insgesamt 58 Millionen US-Dollar ab Juli dieses Jahres abgeschlossen hatte, steht ebenfalls auf der Kippe. Fraglich bleibt allerdings, welches Team den zweifelsohne talentierten Verteidiger mit den Konditionen und der Vorgeschichte seiner Erkrankung, er erlitt am 29. Januar einen leichten Schlaganfall und bei der anschließenden Behandlung wurde ein angeborener Herzfehler diagnostiziert, abnehmen sollte.

Im Sturm ist es zwingend erforderlich, die dritte und vierte Reihe zu verstärken. Hier bleibt genauso abzuwarten, wie sich die Situation für Marcel Goc weiter entwickeln wird. Sein Vertrag läuft ebenfalls aus und es ist noch nicht bekannt, ob die Penguins weiterhin mit ihm planen und ihm somit ein Angebot machen werden oder nicht. Der sympathische Defensivstürmer aus Deutschland hat bereits beim Saisonabschluss sein Interesse bekundet bleiben zu wollen. Shero war von den Qualitäten Gocs überzeugt, was er im Rahmen der Verpflichtung zur Trading Deadline offen kundtat. Rutherford könnte dabei jedoch anderer Ansicht sein.

Ein weiterer Deutscher, der sich im System des Teams aus dem Westen Pennsylvanias befindet, ist Tom Kühnhackl. Der Sohn von Eishockey-Legende Erich begann letzte Saison in Wilkes-Barre, wurde aber gegen Ende der Spielzeit nach Wheeling geschickt und war dann dort für die Nailers tätig. Er findet sich im letzten Jahr seines Einsteigvertrages, das heißt in der Saison 2014-15 erhält der 22-jährige talentierte Deutsche wohl die letzte Chance zum NHL-Spieler zu werden, nachdem ihn in der Vergangenheit Verletzungen und eine längerfristige Sperre wegen eines arglistigen Fouls stets zurückgeworfen hatten. Er muss sich einen Stammplatz in der AHL erarbeiten und dort mit Leistung und Scorerpunkten überzeugen. Dann könnte unter dem neuen Trainer ein NHL-Debüt möglich sein.

Problematisch im Sturm der Penguins ist die Tatsache, dass mit dem 34-jährigen Chris Kunitz und dem 35-jährigen Pascal Dupuis, der sich außerdem noch letztlich schwer am Knie verletzte, die beiden eingespielten Sturmpartner von Crosby nicht jünger werden und es an der Zeit wäre, hier neue Konstellationen zu erproben.

Es bleibt spannend zu sehen, wie sich die neue Führung etabliert, wie sie mit den Bedingungen durch den Salary Cap und einiger hochdotierter Verträge (Crosby, Malkin, Letang und andere) zurechtkommen wird.