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Es wurde viel getroffen

Montag, 03.17.2014 / 2:53 PM / NHL.com/de - Rund um die Liga

Von Bernd Roesch - Eishockey.com

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Es wurde viel getroffen
Es wurde viel getroffen

Ein Stück Eishockeygeschichte haben die Montreal Canadiens am vergangenen Wochenende in ihrem Heimspiel gegen die Ottawa Senators geschrieben. Die über 21.000 Besucher im Bell Centre trauten ihren Augen nicht und gerieten ins Staunen. Keine 3 1/2 Minuten waren in der Partie noch zu absolvieren und ihre Habs lagen scheinbar aussichtslos mit 1-4 Treffern in Rückstand, dann passierte doch noch das für unmöglich Gehaltene. Lars Eller, Brian Gionta sowie David Desharnais, als noch 0,3 Sekunden auf der Uhr standen, glichen aus und retteten ihr Team in die Verlängerung, in der ausgerechnet Francis Bouillon, dessen letzter NHL-Treffer bereits über ein Jahr zurücklag, den Frankokandiern nach 86 Sekunden einen 5-4 Erfolg bescherte. Bemerkenswert ist auch noch, dass Canadiens Verteidiger P.K. Subban an allen drei Treffern bei der Aufholjagd mit einem Assist beteiligt gewesen war.

In der langen Geschichte der NHL, war es noch nie einer Mannschaft gelungen einen 3-Tore Rückstand in den letzten fünf Spielminuten auszugleichen und die Partie dann auch noch zu gewinnen. Die alte Bestmarke, auch unter Beteiligung der Canadiens, datierte vom 12. März 1984. Damals erzielten die Minnesota North Stars beim Stand von 3-6 drei Tore in den letzten 5:05 Minuten der regulären Spielzeit und gewannen am Ende mit 7-6 nach Verlängerung.

Doch nicht nur in Montreal sorgten die Protagonisten auf dem Eis für Erstaunen. Es war insgesamt eine torreiche Woche mit Ergebnissen, die so nicht zu erwarten waren. Den Auftakt machten die New York Islanders am Montag in Vancouver. Die Canucks, die sich zu diesem Zeitpunkt noch Hoffnungen auf eine Wildcard im Westen machen konnten, lagen nach zwei Dritteln bereits mit 3-0 in Front und hatten die zwei wichtigen Punkte so gut wie in der Tasche. Was dann folgte war aus ihrer Sicht ein Debakel. Schlussmann Eddie Lack kassierte im Schlussabschnitt vier Treffer innerhalb von fünf Minuten und musste, nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich seiner Canucks, noch weitere zweimal die schwarze Hartgummischeibe hinter sich aus dem Netz holen, ehe Cal Clutterbuck mit einem 'Empty Netter' den 7-4 Triumph der Islanders perfekt machte. Mit diesen sieben Toren im dritten Drittel stellten die Islanders einen Teamrekord auf. Überhaupt war es ihnen in ihrer Franchisegeschichte erst einmal gelungen in einem Durchgang sieben Tore zu erzielen. Am 23. Dezember 1978 beim 9-4 Sieg im Lokalderby gegen die Rangers schossen sie sieben im Mittelabschnitt.

Die Zahl Sieben erwies sich auch für ein weiteres NHL-Team aus den unteren Tabellenregionen als Glückszahl. Mitte der Woche hatten die in der Pacific Division weit abgeschlagenen Calgary Flames den Tabellenführer aus Anaheim zu Gast und untermauerten ihre wiedergefundene Heimstärke (acht Siege aus den letzten zehn Partien im Scotiabank Saddledome) mit einem 7-2 Kantersieg. Es war der höchste Erfolg der Westkanadier in dieser für sie ansonsten enttäuschend verlaufenden Saison. Das Ganze zum Leidwesen des Schweizer Gästeschlussmanns Jonas Hiller, der drei Gegentore bei den ersten fünf Schüssen, die auf seinen Kasten kamen, hinnehmen musste. Auch wenn die Flames in diesem Jahr mit den oberen Tabellenregionen wenig zu tun haben, in einer Kategorie sind sie Ligaspitze. Durch die zwei Unterzahltreffer, die ihnen gegen die Ducks gelangen, schraubten sie ihre Saisonausbeute auf elf Shorthander hoch und liegen damit um ein Tor vor den Hurricanes auf Platz 1.

Ein Platz, den sich die Boston Bruins in der Tabelle der Atlantic Division wohl nicht mehr nehmen lassen werden. Auch in den vergangenen sieben Tagen hielten sie sich schadlos, fuhren drei Siege gegen Montreal (4-1), Phoenix (2-1) sowie Carolina (5-1) ein, sind mittlerweile seit acht Partien ungeschlagen und bauten ihren Vorsprung an der Tabellenspitze auf 14 Zähler aus. Mit dem Erfolg der Bruins ist vor allem ein Name verbunden, der ihres Cheftrainers Claude Julien. Seit 2008 leitet er die sportlichen Geschicke bei den Bruins. Am Donnerstag gegen die Coyotes konnte Julien seinen 300. Sieg mit ihnen feiern und ist damit erst der zweite Coach in deren Historie, der eine solche Erfolgsbilanz ausweisen kann. Die unangefochtene Nummer 1 auf dem Trainerposten bleibt NHL-Legende Art Ross mit 387 Siegen in den drei Zeitspannen von 1924-34, 1936-39 und 1941-45, in denen er Headcoach der Braunbären war.

Als Spielertrainer der Montreal Wanderers in 1917/18 kam Ross auf gerade einmal drei Partien in der damals neugegründeten NHL. Auf mittlerweile 1000 NHL-Spiele können seit vergangener Woche zwei weitere Spieler zurückblicken. Am Dienstag bestritt Wilds Stürmer Matt Cooke zuhause gegen die Oilers seine 1000. Partie und 24 Stunden danach machte es ihm Henrik Sedin gleich, der seit dem Beginn seiner NHL-Karriere im Jahr 2000, das Jersey der Canucks trägt und mittlerweile mit 641 Assists und 833 Scorerpunkten in beiden Kategorien ihr Franchiserekordhalter ist.

Als ein Dauerbrenner erweist sich auch Blues Verteidiger Jay Bouwmeester, der zwar noch keine 1000 NHL-Partien auf dem Rücken hat, aber am Dienstag gegen die Dallas Stars zum 700. Mal hintereinander auf dem Eis gestanden hatte. Auch die zwei noch folgenden Partien seiner Blues verpasste er nicht und ist damit der Spieler mit den meisten Partien ohne Unterbrechung in den vier großen nordamerikanischen Sportligen.

Und was gab es von den deutschsprachigen Spielern zu berichten? Hervorzuheben sei hier zum einen der Schweizer Verteidiger Roman Josi, der am Freitag beim 3-2 Achtungserfolg seiner Predators in Chicago an allen drei Toren mit einem Assist beteiligt gewesen war. Er stellte bei Nashvilles drittem Sieg hintereinander eine persönliche Bestmarke auf und wurde auch als First Star der Partie geehrt. Noch zu keinem Einsatz bei seinem neuen Arbeitgeber, den Colorado Avalanche, kam Retto Berra. Der 27-jährige Schweizer Schlussmann konnte sich aber mit den Avs auf einer Vertragsverlängerung um weitere drei Jahre einigen und vielleicht bekommt er ja schon in den anstehenden Partien dieser Woche eine Chance sein Können unter Beweis zu stellen.