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Kanada von Schweden nicht zu schlagen

Sonntag, 02.23.2014 / 3:37 PM / NHL.com/de - Olympia 2014 Sotschi

Von Stefan Herget - Eishockey.com

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Kanada von Schweden nicht zu schlagen
Kanada von Schweden nicht zu schlagen

Die traditionell letzte Entscheidung der olympischen Winterspiele ist das Eishockeyfinale der Herren. Mit dem Duell des Titelverteidigers Kanada, die sich anstrebten als erste Nation seit 1992 Russland Gold zu wiederholen und dem Weltmeister Schweden trafen die beiden besten Mannschaften des Turniers und die Olympiasieger der letzten drei Spiele aufeinander. Kanada konnte außerhalb Nordamerika das letzte Mal 1952 im norwegischen Oslo Gold gewinnen. Besondere Brisanz barg auch die Tatsache, dass Kanadas Trainer Mike Babcock fünf schwedische Spieler bei den Detroit Red Wings in der NHL coacht und damit bestens kennt.

Die Partie begann wie erwartet spektakulär, denn es dauerte nur 57 Sekunden, da tauchte Patrice Bergeron nach Pass von Sidney Crosby gefährlich vor Henrik Lundqvist auf. Kurz darauf hatte Jamie Benn die zweite Chance für die Ahornblätter. Die Schweden benötigten ein paar Minuten, um ins Spiel zu finden, doch dann bekamen sie ihre Gegner besser in den Griff und konnten offensiv erste Akzente setzen. In der 5. Minute hatte Carey Price, der nach seinem Shutout gegen die USA im Halbfinale wieder den Vorzug vor Gold-Torhüter von 2010 Roberto Luongo erhielt, Glück, als Gustav Nyquist nur den Pfosten traf. Kurze Zeit später tauchte der gefährliche schwedische Verteidiger Erik Karlsson, der im Turnierverlauf schon acht Scorerpunkte erzielte, erstmals vor dem gegnerischen Tor auf, aber Price parierte seinen Versuch.

Praktisch im Gegenzug traf Bergeron das Torgestänge, aber zwei Minuten später war Lundqvist geschlagen. Jeff Carter brachte den Puck von der Seite vor das Tor, wo Jonathan Toews richtig stand und das Spielgerät zwischen den Schonern hindurch abfälschte. Es war der erste Treffer des Stürmerstars von den Chicago Blackhawks in Sotschi. Die Kanadier wollten nun nachlegen und verbrachten viel Zeit in der gegnerischen Zone. Es überraschte, dass die vorher immer defensiv starken Schweden Probleme hatten, den Kontrahenten Einhalt zu bieten. Trotzdem konnten die Roten trotz zwei Überzahlsituationen nicht nachlegen – noch.

Das Bild veränderte sich im Mittelabschnitt kaum, im Gegenteil die Übermacht der Kanadier nahm zu. Rick Nash, Carter und Corey Perry prüften Lundqvist, der seine gelben Farben nun im Spiel hielt. Ab der 31. Minute spielte sich das Geschehen fast nur noch vor dem Torhüter der New York Rangers ab. Erneut Perry, sein NHL-Teamkollege Nash aus der Drehung, Martin St. Louis, Carter und schließlich Jamie Benn prüften Lundqvist innerhalb kürzester Zeit. Gerade als Schweden mal wieder vor Price auftauchten, schnappte sich Kapitän Crosby den Puck an der eigenen Blauen Linie, stürmte unnachahmlich schnell alleine auf das gegnerische Tor zu und ließ Lundqvist mit einer schönen Finte in der 36. Minute zum 2-0 keine Chance. Der Jubel über das erste Turniertor von ihm war auf der kanadischen Bank groß. Glück für die Skandinavier, dass ein Frustfoul mit einem Bandencheck von Patrick Berglund gegen Chris Kunitz keine weiteren Konsequenzen hatte und es nur mit zwei Toren Rückstand in die Pause ging.

Wer nun erwatete, dass die Schweden zum Schlussdrittel mit dem Mute der Verzweiflung aus der Kabine kommen würden, sah sich schnell getäuscht. Gleich waren die Kanadier wieder im Spiel und setzten ihre Überlegenheit fort. Toews hatte nach 27 Sekunden die erste Chance und der schussgewaltige Drew Doughty traf in der 43. Minute nur den Pfosten. Von den Schweden nichts zu sehen und sie wirkten teilweise resignierend und sehr nachlässig. Patrick Marleau, Toews und Perry konnten hintereinander nahezu unbedrängt von hinter dem Tor davor ziehen und Lundqvist ernsthaft prüfen. Folgerichtig das 3-0 in der 50. Minute. Erneut ein Scheibenverlust in der neutralen Zone. Kunitz nahm sie auf, zog unbehelligt über die Blaue Line und versenkte das schwarze Gummi unhaltbar unter die Latte.

Trainer Par Marts nahm eine Auszeit, doch diese verfehlte ihre Wirkung. Kanada hatte gleich weitere Möglichkeiten den Spielstand auszubauen. Als Perry auf die Strafbank musste, verbuffte sogar das überragende Powerplay und Schweden kam zu keinem einzigen Torschuss. Benn hätte fast in Unterzahl erhöhen können. Die Partie war gelaufen und Kanada genoss die letzten Minuten bis der Triumph endgültig feststand. Zu erwähnen ist, dass Price von den Montreal Canadiens nach dem Halbfinale auch im Finale ohne Gegentreffer blieb: Dieses Mal Shutout mit 24 Saves. Einfach überragend.

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte verliert Schweden ein olympisches Finale und mit Kanada kann sich erstmals seit 30 Jahren (UdSSR 1984 in Sarajevo) ein Olympiasieger ohne Niederlage feiern lassen. Das Mutterland des Eishockeys kann seinen Titel verteidigen und konnte sich bis zum großen Finale konsequent leistungsmäßig steigern.