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Favoriten mussten nachnominieren

Montag, 02.10.2014 / 8:18 PM / NHL.com/de - Olympia 2014 Sotschi

Von Bernd Roesch - Eishockey.com

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Favoriten mussten nachnominieren
Favoriten mussten nachnominieren

Die olympische Flamme wurde entzündet. Die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi wurden am Freitagabend eröffnet und mittlerweile stehen auch schon die ersten Medaillengewinner fest. Ohne Zweifel ein besonderes Highlight der XXII. Weltwinterspiele wird erneut das Eishockeyturnier sein. Insgesamt zwölf Nationen werden ab Mittwoch beim Turnier der Männer um olympische Ehren kämpfen. Bis zum Endspiel, dem 23. Februar, werden in 29 Partien die beiden Finalisten ermittelt. Durch den auf den ersten Blick ungewöhnlichen, ganz speziellen Austragungsmodus, ist Hochspannung garantiert. Selbst nach der Vorrunde hat noch jede teilnehmende Mannschaft die Chance in das Viertelfinale einzuziehen. Die drei Erstplatzierten einer jeden Gruppe sowie der beste Gruppenzweite sichern sich auf Anhieb das Ticket für das Viertelfinale. Die restlichen vier Plätze werden in einer Viertelfinalqualifikation zwischen den noch verbliebenen Nationen ermittelt.

Aufgrund dessen, dass die Gruppeneinteilung nach der IIHF-Weltrangliste von 2012 erfolgt ist, ergibt sich die spannende Konstellation, dass Gastgeber Russland bereits in der Round Robin auf das sehr stark einzuschätzende US-Team von Cheftrainer Dan Bylsma trifft. Beide Mannschaften sind einige der wenigen, die kurz vor Beginn von Olympia keinen Aderlass an namhaften Spielern aus der NHL verkraften müssen, die, obwohl ursprünglich nominiert, verletzungsbedingt erst gar nicht die Reise nach Sotschi antreten konnten. Rechtzeitig konnte sich aber Red Wings Stürmer Pavel Datsyuk vom Krankenstand zurückmelden, so dass auch er am Samstag im Spitzenspiel der Gruppe A für seine Sbornaja gegen die us-amerikanische Auswahl antreten wird. Anders, als vor vier Jahren, gelten die US-Boys keinesfalls mehr als Außenseiter in diesem Turnier. Vor allem wenn man bedenkt wie stark das russische Team vor heimischen Publikum in dem 12.000 Zuschauer fassenden Bolschoi-Eispalast unter Erfolgsdruck stehen wird.

Sichtlich bedrückt war Kanadas junger Torjäger Steven Stamkos, der am vergangenen Donnerstag die Gewissheit bekam, dass der Heilungsprozess nach seinem Schienbeinbruch nicht so schnell vonstatten gegangen ist, als ursprünglich erwartet. Seiner statt wurde nun Martin St. Louis von Teamchef Steve Yzerman nachnominiert. Für den bereits 38-jährigen Sturmkollegen von Stamkos bei den Tampa Bay Lightning werden es nach Turin 2006 die zweiten Olympischen Winterspiele sein. Als Kanadas ärgster Konkurrent um den ersten Platz in der Gruppe B sind die Finnen einzuschätzen. Doch auch die Suomi blieben nicht vom Verletzungspech verschont. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag zog sich Valtteri Filppula in der Heimpartie seiner Lightning gegen die Toronto Maple Leafs eine Knöchelverletzung zu und wird den Finnen ebenso fehlen wie der Teamkapitän der Minnesota Wild, Mikko Koivu. Der 30-jährige Center, der mit 35 Scorerpunkten in 44 NHL-Partien, bis zu seiner Verletzung eine hervorragende Saison bei den Wild absolviert hat, laboriert noch an den Folgen seiner Knöchelverletzung. Mit Sakari Salminen, ein 25-jähriger Außenstürmer, und dem 31-jährigen Center Jarkko Immonen rücken nun zwei Spieler von Torpedo Nizhny Novgorod aus der KHL in den Kader der Finnen nach. Zusammen haben es die beiden Stürmer, die über Erfahrung auf der internationalen Bühne im Nationalteam verfügen, diese Saison schon auf 82 Scorerpunkte (31 Tore, 51 Vorlagen) in der russischen Liga gebracht. Wenn es für sie am kommenden Sonntag gegen das Starensemble mit dem Ahornblatt auf der Brust geht, dann dürfte ihnen das Punkten nicht so leicht fallen.

Und wie sieht es in der Gruppe C aus? Als die vermeintlichen Favoriten im Kampf um Platz 1 gelten die Mannschaften aus Schweden und die Tschechische Republik. Doch Vorsicht ist geboten, denn die Schweizer Auswahl könnte sich durchaus als Spielverderber erweisen und für eine Überraschung sorgen, sollte sie mindestens einen der beiden ein Bein stellen können. Es wäre dann sogar eine Konstellation vorstellbar, dass sich eine dieser zwei großen Eishockeynationen als Gruppendritter in der Viertelfinalqualifikation gegen einen sicherlich nicht leichten Gegner wiederfindet und um den Einzug in das Viertelfinale bangen muss. Seit Donnerstag steht fest, dass die Tre Kronors auch auf Canucks Stürmer Henrik Sedin aufgrund einer Rippenquetschung verzichten müssen, nachdem schon zuvor klar gewesen ist, dass auch Red Wing Johan Franzen ausfallen wird. Für diese kommen der 24-jährigen Gustav Nyquist, der in dieser Saison schon 33 Partien für Detroit absolviert hat, und der um ein Jahr jüngere Marcus Johansson von den Capitals, zu ihrem Olympiadebut. Für Johansson wird es gleich zum Turnierauftakt am Mittwoch zu einem unerwarteten Wiedersehen mit Martin Erat kommen. Der erfahrene tschechische Flügelstürmer von den Caps nimmt den frei gewordenen Platz von Blues Angreifer Vladimir Sobotka ein und kommt somit zu seiner dritten Olympiateilnahme. Im direkten Duell sollten die skandinavischen Weltmeister trotz ihrer Ausfälle gegen das Team um die beiden Devils Jaromir Jagr und Patrik Elias deutliche Vorteile haben.

Eines dürfte auf jeden Fall schon feststehen. Dieses Turnier mit den besten Spielern, die die Eishockeywelt zu bieten hat, wird uns alle elf Tage lang in den Bann ziehen.