Melden Sie sich mit Ihrem NHL-Konto an:
  • Senden
  • Oder
  • Anmelden mit Google
 

Die Reise nach Sotschi angetreten

Donnerstag, 02.06.2014 / 3:46 PM / NHL.com/de - Olympia 2014 Sotschi

Von Bernd Roesch - Eishockey.com

Teile es mit Freunden


Die Reise nach Sotschi angetreten
Die Reise nach Sotschi angetreten

Die Generalprobe für die Olympischen Winterspiele in Sotschi ging für das österreichische Nationalteam daneben. Die österreichische Auswahl unterlag am Montagabend vor über 5000 Zuschauern in der Wiener Albert-Schultz-Eishalle in einem Vorbereitungsspiel der Mannschaft aus Dänemark mit 2-3 (0-2/1-1/1-0) Toren. Ohne ihre drei Nordamerika-Legionäre Thomas Vanek, Michael Grabner und Michael Raffl konnte die Mannschaft von Teamchef Manny Viveiros noch nicht vollends überzeugen.

Die Dänen gingen früh in Führung und verteidigten dann ganz geschickt ihren Vorsprung. Beide Treffer der Österreicher erzielte Brian Lebler für den es die erste Partie im Nationalteam nach seiner Handverletzung war. Viveiros zeigte sich nach dem Auftritt zuversichtlich, dass die noch vorhandenen Abstimmungsprobleme rechtzeitig behoben werden können.

Am folgenden Morgen trat das Team dann die Reise in Richtung Schwarzmeerküste nach Sotschi an, um sich vor Ort eine gute Woche lang intensiv auf das Turnier, bei dem sie als krasser Außenseiter antreten werden, vorzubereiten.

Obwohl Deutschland beim Qualifikationsturnier an den Österreichern gescheitert war, wird dennoch ein deutscher Eishockeyspieler daran teilnehmen. Mathias Lange, seit dieser Saison DEL-Torwart bei den Iserlohn Roosters, verfügt sowohl über die österreichische, wie auch die deutsche Staatsbürgerschaft und steht im Kader der Österreicher. Im Eissportzentrum von Kagran durfte sich Langer die Arbeit im Kasten mit Rene Swette teilen. Eine halbe Stunde lang hatte der 28-jährige Deutsch-Österreicher Gelegenheit sich auszuzeichnen. Das 3-1 Führungstor der Dänen Sekunden vor der zweiten Pause ins kurze Eck musste der Klagenfurter auf seine Kappe nehmen. Die eigentliche Nummer 1 im Tor der Österreicher, Bernhard Starkbaum von Brynäs Gävle aus der Schwedischen Eliteleague (SHL), wurde noch geschont.

Während ein Großteil der österreichischen Eishockeycracks nun schon Gelegenheit bekommt sich in Sotschi zu akklimatisieren, werden Vanek, Grabner und Raffl erst am kommenden Montag in dem russischen Bade- und Kurort eintreffen. Das nächste Testspiel am Samstag gegen Slowenien werden die drei also noch verpassen, doch vielleicht stehen sie zwei Tage später, wenn es beim letzten Auftritt vor dem olympischen Turnier gegen Lettland geht, schon mit auf dem Eis. Die ganz großen Aufgaben warten dann am 13./14. und 16. Februar auf sie, wenn es in der Vorrunde gilt gegen Finnland, Kanada und Norwegen gut auszusehen, eventuell zu punkten und für die eine oder andere Überraschung zu sorgen.

Die Ansprüche der Schweizer Eishockeynationalmannschaft dürften angesichts ihrer Erfolge auf der internationalen Bühne aus den letzten Jahren, gegenüber jenen ihrer österreichischen Nachbarn, deutlich höher angesiedelt sein. Der Schweizer Cheftrainer Sean Simpson hatte seine Schützlinge, mit Ausnahme der Schweizer NHL-Spieler, zu einem dreitägigen Vorbereitungscamp nach Kloten geladen. Ein Testländerspiel war hierbei nicht vorgesehen, was auch angesichts dessen, dass die Alpenrepublik mittlerweile auf die Dienste von neun Spielern, die noch bei ihren NHL-Teams im Einsatz sind, zurückgreifen kann, wenig Sinn gemacht hätte.

Neuestes Mitglied in der NHL-Phalanx der Eidgenossen ist seit Samstagnacht Simon Moser. Er wurde von den Nashville Predators aus ihrem AHL-Farmteam den Milwaukee Admirals berufen. In der Partie gegen die St. Louis Blues durfte der Schweizer Stürmer erstmals NHL-Luft schnuppern. Der 24-Jährige kam auf stolze 10:21 Minuten Eiszeit und lieferte gar keine schlechte Vorstellung bei seinem NHL-Debut ab. Man kann also davon ausgehen, dass ihn Predators Coach Ken Hitchcock auch in den noch vor der Olympiapause zwei ausstehenden Partien gegen Minnesota und Anaheim einsetzen wird. Anschließend wird auch der frischgebackene NHLer zusammen mit Teamkollege Roman Josi, der sich nicht nur aufgrund seines Führungstors gegen die Blues in einer hervorragenden Verfassung befindet, den Flieger in Richtung Sotschi besteigen.

Dort sollten zunächst für die Schweizer Auswahl noch zwei Vorbereitungsspiele gegen Gastgeber Russland am 9. Februar und einen Tag danach gegen Norwegen anstehen. Die zweite Partie wurde jedoch zugunsten eines Trainings, mit ihren dann aus Übersee bereits angereisten Cracks, abgesagt. Richtig ernst wird es für die Eidgenossen nächsten Mittwoch bei ihrem Turnierauftakt gegen Lettland. Ein Sieg gegen die Letten ist für sie fast schon Pflicht um nicht schon am darauffolgenden Freitag und Samstag in den Begegnungen mit den starken Schweden und Tschechen unter enormen Zugzwang zu stehen.

Eines steht auf jeden Fall fest, daran wird auch niemand zweifeln. Wie ungleich teilweise auch die Erfolgschancen beider Teams sind, es wird keinen Spieler geben, der sich nicht geehrt fühlt seine Nation bei den Olympischen Winterspielen zu vertreten und auch alles daran setzen wird, damit man rückblickend dieses Turnier als vollen Erfolg werten kann.