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Eishockey bei Olympia im Abriss der Zeit

Donnerstag, 01.30.2014 / 9:50 PM / NHL.com/de - Olympia 2014 Sotschi

Von Stefan Herget - Eishockey.com

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Eishockey bei Olympia im Abriss der Zeit
Eishockey bei Olympia im Abriss der Zeit

Als im Jahre 1896 die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit in Athen und somit Griechenland, dem Mutterland der klassischen Spiele, veranstaltet wurden, rechnete sicherlich keiner damit, welchen Stellenwert in der Welt dieses Ereignis einmal erreichen würde.

Bereits bei den Sommerspielen(!) 1908 in London gaben die Eiskunstläufer ein Gastspiel und präsentierten erstmalig ihre Künste. 1920 in Antwerpen waren erneut Wintersportarten bei den Sommerspielen vertreten. Diesmal durften neben den Eiskunstläufern auch die Eishockeyspieler auflaufen und Kanada sicherte sich Gold vor den USA und den Tschechen. Erst danach wurde beschlossen separate Winterspiele abzuhalten.

Dass dies so lange dauerte lag an den Skandinaviern, die die Spiele als unnötige Konkurrenz ihrer Nordischen Spiele betrachteten. 1924 begann in Chamonix somit eine neue Zeitrechnung, als zum ersten Mal Winterspiele abgehalten und damit das Programm kompakt für die "Künstler auf Kufen und Skiern" erweitert wurde.

Der Sport entwickelte sich im Laufe der Jahre und die Leistungen der Athleten steigerten sich. Zunehmendes Faninteresse und die damit verbundene Kommerzialisierung des Sports durch die Wirtschaft war die Folge. Immer mehr Topleute konnten sich leisten, keiner zusätzlichen Arbeit mehr nachzugehen. Der professionelle Sport war geboren.

In den Bestimmungen zur Durchführung der Spiele wurde vom IOC (Internationales Olympisches Komitee) geregelt, dass nur Amateure zu den Spielen zugelassen werden. Olympia sollte kein Mekka für Sportler werden, die ihr Hobby zum Beruf machten. Dieser Status wurde lange verteidigt, doch war diese Regelung Vielen ein Dorn im Auge. Den Fans, denn in den Topsportarten, wie z.B. Fußball, Basketball oder Eishockey wurde nur Mittelmaß geboten und somit fehlte in diesen Bereichen das Interesse, was wiederum den Sponsoren missfiel und zuletzt auch immer mehr IOC-Mitgliedern, die die Spiele noch besser vermarkten wollten.

Die Bestimmungen der Amateurregel, die um die Jahrhundertwende entwickelt wurde, wurden zunehmend ausgehöhlt. So war Anfang des Jahrhunderts nur derjenige Sportler noch Amateur, der nur bei Veranstaltungen antrat, bei denen kein Eintrittsgeld verlangt wurde. Heutzutage undenkbar. Bestes Beispiel für die Aushöhlung war die Leichtathletik, in der viele Athleten als Amateure galten, aber ihren Lebensunterhalt schon lange nicht mehr durch eine geregelte Arbeit bestritten.

Die Grenze zwischen Amateur und Profi verwässerte, nicht zuletzt auch durch zunehmende staatliche Förderung des Sports, durch die begabte Sportler in einem nicht unerheblichen Maße unterstützt wurden, um ihr Land angemessen zu vertreten. Diese Effekte führten zu einer kompletten Öffnung der Olympischen Spiele für den Profi-Sport.

1988 wurden in Seoul erstmalig Profis im Tennis zugelassen und 1992 in Barcelona war der erste Auftritt des "Dream-Teams" USA im Basketball. Dies verhalf dieser Sportart, aber vor allem der NBA, zu einem enormen Boom auf der ganzen Welt. Jordan, Barkley & Co. zauberten und boten eine große Show, denn schließlich konnte ihnen keine Mannschaft das Wasser reichen.

1998 im japanischen Nagano wurden auch die Winterspiele aufgewertet, als die Besten der Besten für ihr Land beim Eishockeyturnier antraten. Schon vier Jahre zuvor im norwegischen Lillehammer gab es Planungen für eine Teilnahme der NHL-Spieler am Olympischen Turnier, doch die Verhandlungen scheiterten. Der Knackpunkt war, dass sich die NHL, insbesondere vertreten durch die Eigentümer der Teams und die Spielergewerkschaft NHLPA mit dem Weltverband IIHF (zuständig für die Durchführung des Turniers) einigen mussten. Erst am Rande der WM 1997 in Finnland wurde eine endgültige Einigung erzielt. Seitdem wurde immer wieder neu verhandelt, doch die NHL blieb Olympia stets treu.

Doch anders als im Basketball gibt es neben dem Team USA auch weitere Mannschaften, die bei der Vergabe von Gold ein Wörtchen mitreden wollen. Allen voran das Mutterland des Eishockeys Kanada, aber nicht zu vergessen die Russen, Finnen, Schweden und Tschechen, die genug gute Spieler in ihren Reihen haben und erst einmal geschlagen werden müssen. Es sind außerdem genau die Nationen, die regelmäßig die Medaillen unter sich verteilen.

In Nagano waren die Gesichter lang, als Kanada nur Vierter und die USA nur Sechster wurden. Gold holte sich Tschechien, die Russland im Finale bezwangen. Bronze holte Finnland. In Salt Lake City 2002 bezwangen die Kanadier die gastgebenden USA. Dritter wurde Russland. Vier Jahre später in Turin gab es für die Nordamerikaner erneut ein Desaster. Beide Nationen schieden bereits im Viertelfinale aus. Gold ging an Schweden, Silber an Finnland und Bronze an Tschechien. In Vancouver 2010 war es wieder Zeit für das große Finale. Kanada gewann schließlich das Turnier in der Verlängerung durch ein Tor von Sidney Crosby gegen die USA. Den dritten Platz sicherte sich Finnland.

Die Schweiz kann zwei Mal Bronze in ihrer Geschichte vorweisen, aber lange ist es her: 1928 und 1948 jeweils im heimischen St. Moritz errungen. 2006 und 2010 war im Viertelfinale Endstation.

Österreichs beste Platzierungen waren 1928 und 1936 mit einem 7. Platz. Die letzte Teilnahme war 2002, als sie in der Vorrunde scheiterten und Zwölfter wurden. Den ungewöhnlichsten Olympiasieger gab es 1936 in Garmisch-Partenkirchen, als sich Großbritannien überraschend durchsetzte. Eine Wiederholung dieses "Ausrutschers" der Geschichte wird es wohl nicht mehr geben.