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Schweizer Defensivkräfte aus der NHL

Freitag, 01.17.2014 / 4:06 PM / NHL.com/de - Olympia 2014 Sotschi

Von Bernd Roesch - Eishockey.com

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Schweizer Defensivkräfte aus der NHL
Schweizer Defensivkräfte aus der NHL

Auf gleich acht Spieler aus der NHL kann die Schweizer Eishockeynationalmannschaft so wie es aktuell aussieht bei den in drei Wochen beginnenden Olympischen Winterspielen von Sotschi zurückgreifen. Auch wenn die Schweiz bei diesem Turnier nur als Außenseiter antritt, man darf von dem Kader, den ihr Cheftrainer Sean Simpson ins Rennen um die Medaillen schickt doch einiges erwarten. Für das Schweizer Team wird es vor allem gegen übermächtig erscheinende Gegner sehr wichtig sein, dass ihre Defensive steht und das sind hierbei ihre sechs Joker.

Die Torhüter

Für Jonas Hiller, der sich momentan in Topform befindet, könnte es in dieser Saison kaum besser laufen. Nicht nur, dass der 31-jährige Schlussmann sich gegen Frederik Andersen und Viktor Fasth als Stammtorwart bei den Anaheim Ducks ganz klar durchgesetzt hat, nein er bricht mit seinen Ducks einen Rekord nach dem anderen. Mit dem Schweizer im Kasten hat die südkalifornische Franchise schon seit 14 Partien nicht mehr verloren. Noch beeindruckender wird die Bilanz von Hiller, wenn man noch weiter zurückgeht. Die letzte Niederlage in der regulären Spielzeit, übrigens die einzige seit dem 14. November vergangenen Jahres, kassierte er am 26.11. in Dallas. Während dieser Serie über 20 Partien musste der Thurgauer nur zweimal mehr als drei Gegentore einstecken. Gekrönt wurde seine Ausbeute von zwei Shutouts gegen Detroit und Tampa Bay. Wer soll ihm angesichts seiner Dominanz den Posten als Nummer 1 bei den Schweizern streitig machen?

Bei den vergangenen zwei IIHF-Weltmeisterschaften konnten sich die Schweizer Nati auf Reto Berra verlassen. Einer seiner Karrierehöhepunkte dürfte der Silbermedaillengewinn im Frühjahr 2013 gewesen sein. Dem 27-Jährigen, der bereits 2006 von den St. Louis Blues in der vierten Runde gedraftet wurde, ist mittlerweile der Sprung in die NHL bei den Calgary Flames geglückt. So richtig gut läuft es bei den Westkanadiern nicht, die fernab von jeglicher Playoffhoffnung nur den vorletzten Platz in der Pacific Division innehaben. Statistiken sind das eine, Berro konnte seinen letzten Sieg mit den Flames in der Nacht auf Heilig Abend als die Blues zu Besuch in Calgary waren, feiern, das andere ist das Leistungsvermögen. Er ist ohne Zweifel ein herausragender Schlussmann mit schnellen Reflexen und einer beeindruckenden Beweglichkeit trotz seiner Körpergröße von über 1,90m. Seine Nervenstärke bei internationalen Wettbewerben hat er schon mehrfach unter Beweis gestellt und man kann sich sicher sein, dass, sollte er bei Olympia zum Einsatz kommen, seine Vorderleute sich voll und ganz auf ihn verlassen können.

Die Verteidiger

Mister Zuverlässig ist Raphael Diaz. Der Verteidiger mit spanischen Wurzeln, sein Vater ist Spanier, hat bisher 45 von 47 Saisonpartien für die Montreal Canadiens bestritten. Seit fünf Jahren gehört er bei internationalen Turnieren zum Aufgebot der Nationalmannschaft. Auch vor vier Jahren bei den Olympischen Spielen in Vancouver war Diaz mit von der Partie. Die Canadiens zählen aktuell zu den Topteams der Eastern Conference, nur drei Punkte beträgt in der Atlantic Division ihr Rückstand auf die erstplatzierten Bruins. In einen erfolgreichen Kader gehört auch eine solide Defensivkraft, wie sie eben Diaz eine darstellt. Seine Aufgabe ist es nicht zu punkten, hierfür haben die Frankokanadier andere im Team. Ihn zeichnet aus, dass er ein unglaublich gutes Auge und Stellungsspiel hat. Nur zehn Strafminuten und das trotz einer Eiszeit pro Spiel von durchschnittlich knapp 19 Minuten, da gibt es nicht viele Blueliner, die dem Schweizer das so schnell nachmachen. Oder?

Da wäre doch auch noch Roman Josi von den Nashville Predators, wie Diaz ein Medaillengewinner von Stockholm. Josi ist nach Starverteidiger Shea Weber, Nashvilles Spieler mit der meisten Eiszeit pro Partie. Der 23-Jährige ackert und rackert durchschnittlich über 25 Minuten für sein Team und kassierte dabei in seinen 38 Saisonauftritten nur zwölf Strafminuten. In der Liga liegen die Predators im unteren Mittelfeld, jedoch ist ihr Traum von den Playoffs noch nicht ganz ausgeträumt. Nicht ganz zufrieden dürfte der Berner mit seinem +/-Wert von -18 sein. Für den jungen Verteidiger wird es in Sotschi die erste Olympiateilnahme sein. Man darf davon ausgehen, dass er hochmotiviert anreisen und für die Nati eine unverzichtbare Rolle, vor allem auch in den Special Teams, spielen wird.

Ebenso wie die Führungspersönlichkeit Mark Streit, der bereits zum vierten Mal seit 2002 die Schweizer Farben bei Olympia vertreten wird. Streit stand bisher bei allen 47 Spielen der Philadelphia Flyers auf dem Eis. Bei seinem neuen Arbeitgeber zählt er ebenso, wie bei allen Mannschaften für die er bereits seine Schlittschuhe geschnürt hat, zu den Leadern. Fast schon unverzichtbar ist der 36-Jährige mit seiner Übersicht für den Spielaufbau. Mit 14 Vorlagen und 20 Scorerpunkten ist Streit der punktbeste Verteidiger bei den Flyers, die nach einem schwachen Saisonstart zurück in die Erfolgsspur gefunden haben und sich im Osten noch einen heißen Kampf um die Playoffplätze liefern werden. Streits Fokus dürfte in den 14 Tagen des Olympischen Turniers ganz bei der Schweizer Nati liegen, auch wenn er zum ersten Mal seit 2006 bei einem solchen großen Turnier nicht als ihr Teamkapitän auflaufen wird.

Noch viele Eishockeyjahre vor sich hat der vierte von der Schweiz nominierte NHL-Verteidiger, Yannick Weber. Er hat bei den Vancouver Canucks Fuß gefasst. Für den 25-jährigen Blueliner ist es ebenso wie für die Canucks eine Saison mit Höhen und Tiefen. Ein Tiefpunkt war sicherlich die 1-9 Auswärtsschlappe in Anaheim von dieser Woche. Im November vergangenen Jahres bestritt Weber nur eine Partie für die Westkanadier, hat sich dann aber zurück in den Kader gekämpft. Für die Schweizer Nationalmannschaft ist der Waadter unverzichtbar, nicht nur, damit ihr Paradestück die Defensivabteilung felsenfest steht, sondern auch weil im Powerplay sein harter Schlagschuss eine Offensivwaffe der Eidgenossen sein kann.