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Die Stärken der Schweizer

Von Bernd Roesch - Eishockey.com

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Die Stärken der Schweizer
Die Stärken der Schweizer

"Das Schweizer Eishockey muss sich nicht mehr vor den großen Eishockeynationen verstecken." Eine Meinung, die nicht nur der Nationaltrainer der Schweizer U20-Auswahl, Colin Muller, einen Tag vor der Abreise nach Schweden wo vom 26. Dezember 2013 bis 5. Januar 2014 in Malmö die IIHF-Juniorenweltmeisterschaft stattfinden wird, vertritt. Bereits im Vorjahr konnte deren Nachwuchsauswahl überzeugen, als sie in der Vorrunde gegen Schweden und Finnland nur knapp im Penaltyschießen unterlegen gewesen waren und ihnen auch im Viertelfinale gegen die Gastgeber aus Russland das Quäntchen Glück gefehlt hatte, um sogar bis in das Halbfinale einzuziehen. Erneut war die Entscheidung zu ihren Ungunsten mit 3-4 Toren erst im Shootout gefallen.

In diesem Jahr gibt es für das Team von Muller, der im Sommer dieses Jahres bei der Juniorenauswahl den Posten als Headcoach von Sean Simpson übernommen hatte, bereits in der Round Robin ein Wiedersehen mit den drei Teams gegen die sie knapp den Kürzeren gezogen hatten und somit für sie auch früh die Chance Revanche nehmen zu können.

"Meine Spieler sind hochmotiviert, auch aufgrund des Abschneidens unserer Nationalmannschaft bei der IIHF A-WM in diesem Frühjahr (Anm.: Die Schweizer unterlagen erst im Finale Gastgeber Schweden) und glauben daran etwas bewegen zu können", schildert Muller die aktuelle Stimmung im Kader. Darauf angesprochen, inwieweit die Stärke der diesjährigen Mannschaft mit jener vom Vorjahr vergleichbar ist, verweist Muller darauf, dass sie diesmal auf ihren verletzten Kapitän Christoph Bertschy verzichten müssen, aber dafür deutlich breiter aufgestellt sind.

Vom vorläufigen Kader, aus dem noch drei Spieler nach dem Vorbereitungsspiel gegen Team Canada am 23. Dezember gestrichen werden, befinden sich mit den Verteidigern Phil Baltisberger (Guelph Storm/OHL), Mirco Müller (Everett Silvertips/WHL) sowie Yannik Rathgeb (Plymouth Whalers/OHL) und den Stürmern Kevin Fiala (HV71/SWE), Jason Fuchs (Rouyn-Noranda Huskies/QMJHL), Fabrice Herzog (Quebec Remparts/QMJHL), Vincent Praplan (North Bay Battalion/OHL) sowie Flavio Schmutz (Västeras/SWE) bereits acht, die sich in diesem Jahr durch ihr Engagement in Nordamerika und Schweden ganz klar weiterentwickelt haben.

Hervorzuheben sei hierbei Jason Fuchs als exzellenter Vorbereiter, der es in der QMJHL bereits auf 25 Scorerpunkte, davon 20 Assists, gebracht hatte und auf Torjäger Fabrice Herzog mit seinen bisher 20 Treffern bei den Quebec Ramparts. In der OHL ist Vincent Praplan bei den North Bay Battalion mit 27 Zählern (13 Treffern, 14 Assists) zweitbester Scorer im Kader. Muller hat sich noch nicht festgelegt wie er seine Sturmreihen genau aufstellen wird, kann sich aber auch durchaus vorstellen, dass Dario Simion vom HC Lugano als ein Kämpfer par excellence in der ersten Formation auf dem Flügel agieren könnte und dann wäre da auch noch der erst 17-jährige, technisch hochversierte Kevin Fiala. Er erzielte bereits 24 Scorerpunkte in 26 Partien bei den Junioren von HV71. Auch angesichts dieser Zahlen und Fakten muss man mit dem schweiz-kanadischen Cheftrainer unisono gehen, wenn er davon spricht, dass sie auf jeden Fall mit sehr ausgeglichenen Blöcken antreten werden können.

Fest gesetzt als Schlussmann dürfte bei den Eidgenossen auch Melvin Nyfeller sein, der in dieser Saison bereits in der ersten Schweizer Liga beim Tabellenführer, den ZSC Lions, elfmal zum Einsatz gekommen war und es dabei auf einen überragenden Gegentrefferschnitt von 1,09 bei einer Fangquote von 96,0 Prozent gebracht hatte. Wer möchte da schon Muller widersprechen, wenn er anmerkt, dass Nyfeller, neben der mannschaftlichen Geschlossenheit, zu einer der Stärken der Schweizer zählt.

Der Schweizer Headcoach möchte aber im Vorfeld nicht von einem Medaillengewinn sprechen. "Favoriten auf die ersten Plätze sind ganz andere Mannschaften. Wir geben in jedem Spiel unser Bestes. Bei so einem kurzen Turnier mit zehn Teams kann schließlich alles passieren. Plötzlich leistet man sich einen Ausrutscher gegen eine schlechter eingeschätzte Mannschaft (Anm.: In der Gruppe B der Schweizer wären diese die Norweger) und plötzlich finden wir uns, wie vor zwei Jahren geschehen, in den Abstiegsspielen wieder."

Ein Szenario, das ich mir aufgrund der Entwicklung des Schweizer Eishockeys in den letzten Jahren, kaum vorstellen möchte und auch nicht glaube, dass es eintreten wird. Drücken wir auf jeden Fall den jungen Spielern aus der Alpenrepublik die Daumen, dass sie, wenn am zweiten Weihnachtsfeiertag um 19:00 Uhr für sie der Bully in der Eröffnungspartie gegen die Tre Kronor fällt, erneut mit ihrer eindrucksvollen Spielweise die Eishockeywelt begeistern und auch einen weiteren Schritt in ihrer sportlichen Entwicklung nach vorne machen können.