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Der deutsche Kampf um den Verbleib

Von Stefan Herget - Eishockey.com

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Der deutsche Kampf um den Verbleib
Der deutsche Kampf um den Verbleib
Seit dem 17. Dezember hatte Bundestrainer Ernst Höfner in Füssen alle Spieler für die Vorbereitung zum Unternehmen "Klassenerhalt" bei IIHF U20 Junioren-Weltmeisterschaft 2014 in Malmö (Schweden) an Bord. Anfang Dezember hatte noch ein mehrtägiger Lehrgang in Ingolstadt ohne die in Nordamerika tätigen Jungs stattgefunden.

Am letzten Samstag vor der Abreise gen Norden benannte der gebürtige Augsburger und ehemalige Nationalspieler, der schon seit 1999 die Junioren hauptverantwortlich trainiert, das endgültige Aufgebot mit 21 Spielern und drei Torhütern.

Vom 26. Dezember bis 5. Januar kämpfen die besten Spieler der Jahrgänge 1994 bis 1996 um den Weltmeistertitel und für die Deutschen geht es wohl nur um den erneuten Verbleib in der Elite, nachdem im letzten Jahr erstmals seit 1997 der Bann einer Fahrstuhlmannschaft mit dem Nichtabstieg gebrochen werden konnte.

"Wir haben ein gutes Trainingslager absolviert und letztendlich die Spieler nominiert, wo wir der Meinung sind, dass sie die ideale Besetzung sind", sagt Höfner in einem Telefonat mit Eishockey.com. "Wichtig ist, dass wir gut ins Turnier starten." Dabei hat der folgende Gruppenspielplan als Erstes gleich ein Schwergewicht in den Weg gestellt:

26.12.2013 13.30 Uhr Deutschland – Kanada
27.12.2013 15.00 Uhr Slowakei – Deutschland
29.12.2013 13.30 Uhr Deutschland – USA
30.12.2013 13.30 Uhr Tschechien – Deutschland

"Man bereitet sich immer auf das gesamte Turnier vor und nicht auf einzelne Partien", betont Höfner auf die Frage, wie er sein Team gerade gegen übermächtige Gegner wie Kanada einstellen will. "Aber wir wollen grundsätzlich jede Begegnung ein gutes Spiel machen. Ich meine damit, dass es darum geht, unser Spielsystem einzuhalten und sich möglichst gut zu verkaufen. Ob uns das gelingt, wissen wir nicht, aber der Fokus liegt einfach darauf, das über die gesamte Spieldauer möglichst gut zu machen."

Das Eishockey des deutschen Nachwuchses entwickelt sich seiner Meinung nach gut. Von den 21 Nominierten sind immerhin 12 in Übersee in verschiedenen Junioren- und Universitätsligen im Einsatz. "Es gibt zwei Entwicklungen", erläutert Höfner. "Auf der einen Seite sind die Spieler bei uns in den Ligen und auf der anderen Seite spielen viele schon in Nordamerika, was ebenso positiv gesehen wird, aber im Endeffekt muss es jeder Spieler selbst entscheiden, was für ihn der beste Weg ist. Manche Spieler gehen nach Übersee um Schule und Sport zu verbinden, an den Universitäten zum Beispiel."

Die duale Ausbildung ist sicher über dem Atlantik besser, wenn gleich Deutschland mit seinen Sportinternaten aufgeholt hat, um Bildung und Weiterentwicklung im Sport unter einen Hut zu bekommen. Nachteil ist es für die Arbeit bei der Nationalmannschaft. "Wir haben mehr Trainingslager als früher angesetzt, wo wir mehrere Tage mit den in Deutschland stationierten Spielern arbeiten können", erzählt der Bundestrainer über die letzten Maßnahmen die Junioren international konkurrenzfähiger zu machen. Die "Auswärtigen" fehlen dabei aber fast regelmäßig, was eine Abstimmung von Spielsystemen schwierig macht.

Als Stütze der Mannschaft sind diese aber unerlässlich. Explizit seien hier im Sturm Parker Tuomie (Wenatchee Wild), Leon Draisaitl (Prince Albert Raiders) und Maximilian Kammerer (Regina Pats) genannt. Nachnamen, die für sich sprechen, denn bereits ihre Väter Tray Tuomie (derzeit Trainer der Nürnberg Ice Tigers), Peter Draisaitl (Trainer beim HC České Budějovice) und Axel Kammerer (zuletzt Trainer beim SC Riessersee) waren gute Eishockeyspieler. "Leon Draisaitl ist sicher der Spieler, der am höchsten gehandelt wird", schwärmt Höfner und analysiert seine zukünftigen NHL-Chancen: "Er hat zweifelsohne ein großes Potenzial aber das ist von einigen Faktoren abhängig, die nicht zu beeinflussen sind. Er muss zum Beispiel von Verletzungen verschont bleiben. Es muss der richtige Club gefunden werden, also es sind so viele Sachen, die noch nicht kalkulierbar sind."

Helfen kann natürlich ein weiterer guter Auftritt bei der Weltmeisterschaft, die von den Scouts aller NHL-Teams sehr genau beobachtet wird, denn schließlich laufen hier potenzielle Kandidaten für den Entry Draft 2014 auf.

Einen ausgesprochenen Titelfavoriten gibt es für Höfner nicht: "Wie in den letzten Jahren wird der Titel zwischen Schweden, USA, Kanada und Russland ausgemacht", stellt er die vier Mannschaften in den Vordergrund, von denen seit 2002 immer eine den Titel holte. "Wer sich letztendlich durchsetzt, kann man nie sagen, aber das sind die Titelfavoriten." Der jetzige Coach war selbst als Spieler 1977 bei der ersten U20 WM in der damaligen CSSR unter Trainer Hans Rampf im Aufgebot, wo das deutsche Team Sechster wurde. Die beste Platzierung gelang 1981 als man im heimischen Kaufbeuren heute undenkbar vor Kanada und den USA den 5. Platz belegen konnte.

Für diese Erlebnisse verzichtet Höfner gerne auf das Weihnachtsfest zu Hause. "Ich bin immer mit großer Begeisterung dabei, mit den jungen Spielern arbeiten zu dürfen", hört man förmlich die Vorfreude in seiner Stimme. "Das ist eine schöne Sache, dass wir bei der Weltmeisterschaft dabei sind und uns mit den besten Spielern der Welt messen können. Natürlich ist es eine andere Geschichte, wenn die Familie alleine zu Hause ist, aber wir setzen uns eben mit den Spielern zusammen und feiern mit denen Weihnachten." Hoffentlich gibt es dann ab dem zweiten Feiertag noch Präsente in der Form von Toren und Siegen, die den erneuten Klassenerhalt sichern.

Kader:

GK:

Cüpper, Marvin (Shawinigan Cataractes/QMJHL)
Klein, Patrick (EV Duisburg)
Reich, Kevin (Red Bulls München)

D:

Rogl, John (EV Landshut)
Bender, Tim (London Knights/OHL)
Botzenhardt, Thomas (EVR Tower Stars)
Tiffels, Dominik (Minnesota Wilderness/NAHL)
Saeftel, Dorian (Jungadler Mannheim)
Noske, Jonas (DEG Eishockey)
Wagner, Fabio (EV Landshut)
Möser, Janik (Muskegon Lumberjacks/USHL)

F:

Tuomie, Parker (Wenatchee Wild/NAHL)
Laub, Lukas (Odessa Jackalopes/NAHL)
Neugebauer, Jari (DEG Eishockey)
Eisenschmid, Markus (Medicine Hat Tigers/WHL)
Herpich, Kai (Red Bulls München)
Draisaitl, Leon (Prince Albert Raiders/WHL)
Tiffels, Frederik (Fargo Force/USHL)
Ziegler, Sven (Eisbären/FASS Berlin)
Kahun, Dominik (Sudbury Wolves/OHL)
Palausch, Lennart (Aberdeen Wings/NAHL)
Klöpper, Patrick (KEV Pinguine)
Kammerer, Maximilian (Regina Pats/WHL)
Filin, Vladislva (Eisbären Juniors Berlin)