Wir haben die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzrichtlinie aktualisiert. Durch die fortgesetzte Nutzung der Online-Services der NHL erklären Sie sich mit diesen aktualisierten Dokumenten und der Schlichtung von Streitigkeiten durch Schiedsverfahren einverstanden.
Willkommen |Konto|Abmelden 
NEU! MELDEN SIE SICH BEI IHREM SOZIALEN NETZWERK AN
ODER
 
IIHF Eishockeyweltmeisterschaft 2013

Das neue Gesicht des Alexander Steen

Freitag, 12.20.2013 / 4:24 PM / NHL.com/de - Eishockey.com

Von Bernd Roesch - Eishockey.com

Teile es mit Freunden


Das neue Gesicht des Alexander Steen
Das neue Gesicht des Alexander Steen

Er hatte jahrelang nicht gerade den Ruf eines Vollstreckers und es dürften nicht viele gewesen sein, die ihn vor der Saison auf der Rechnung gehabt hatten, dass er tatsächlich in diesem Jahr ein Wörtchen um die Vergabe der Torjägerkrone mitreden könnte. Am Donnerstag verlängerte er seinen Vertrag bei den St. Louis Blues für US$ 17,4 Millionen um drei Jahre bis zur Saison 2016/17 und präsentierte sich am Abend in der Heimpartie gegen die Montreal Canadiens postwendend hochmotiviert. Alexander Steen steuerte dem 5-1 Erfolg zwei Treffer binnen knapp acht Minuten bei und legte mit der frühen 2-0 Führung einen wichtigen Grundstein für den Heimerfolg seines Teams.

Mittlerweile hat der 29-jährige Schwede 24 Saisontore auf seinem Konto, womit er seinen Bestwert aus der Saison 2009/10 bereits jetzt, nach erst 34 Saisonpartien, eingestellt hat. Nur noch Alex Ovechkin liegt mit vier mehr erzielten Treffern in der Torjägerliste der NHL vor ihm.

Anders als die Toronto Maple Leafs, bei denen Steen seine NHL-Karriere vor acht Jahren, nachdem er von ihnen bereits 2002 in der ersten Runde gedraftet wurde, begonnen hatte, hielten die Blues an ihm fest und glaubten daran, dass er sich weiterentwickeln wird. Von 2009 an, die damals im Umbau befindlichen Leafs hatten ihn während der Saison zusammen mit Carlo Colaiacovo für Lee Stempniak nach St. Louis abgegeben, ging es mit seiner Trefferquote von 24 bis auf 8 in der verkürzten Saison 2012/13 stets bergab. Doch Steen war schon immer ein akribischer Arbeiter, stets bemüht 100 Prozent zu geben und sich zu einem kompletten Athleten zu entwickeln. Auch, indem er sich in allen möglichen Sportarten von Boxen, Radfahren über Tennis ausprobiert hat und sich damit fit hält.

Das Eishockeyspielen wurde ihm jedoch in die Wiege gelegt. Er wurde am 1. März 1984 im kanadischen Winnipeg geboren, wo sein Vater Thomas Steen von 1981 bis 1995 14 Jahre lang gestürmt und es dabei in 1006 NHL-Partien incl. Playoffs auf 276 Tore sowie 585 Assists gebracht hatte. Als Alex 12 Jahre alt war, wechselte sein Vater zum Ende seiner Eishockeykarriere hin nach Deutschland in die DHL. Dort ging er kurz für die Frankfurt Lions und anschließend drei Spielzeiten lang für die Eisbären Berlin, mit denen er 1999 deutscher Vizemeister wurde, weiter auf Punktejagd.

Für Alexander war der berühmte Name seines Vaters auch eine Belastung. Er wurde als junger Eishockeyspieler hoch gehandelt und dabei immer kritischer betrachtet als mancher seiner gleichaltrigen Mitspieler. Trotz vieler Kritiker, die ihm immer wieder Ratschläge gaben, was er an seinem Spiel zu verbessern habe, blieb sich der Flügelstürmer treu, zog seinen Weg durch und vertraute genau den Tipps der richtigen Menschen in seinem Umfeld. Er verstärkte seine Stärken und arbeitete auch akribisch daran seine Schwächen auszumerzen. Der Linksaußen wirkt bei seinen bisherigen Saisonauftritten wesentlich agiler und schneller als noch vor einem Jahr. Seine Übersicht im Defensivverhalten, von jeher schon eine seiner Stärken, ist nahezu perfekt. Insoweit ist es wenig verwunderlich, dass er mit 38 Scorerpunkten nicht nur der punktbeste Spieler im Kader von St. Louis ist, sondern mit +15 auch noch den besten +/-Wert aller Stürmer der Blues vorweist.

In den Special Teams der Blues ist er meist gesetzt, doch dass er auch in Unterzahl getroffen hat wie gestern Nacht zum 1-0, das liegt schon zwei Jahre zurück. Es ist eben das ganz neue Gesicht eines Alexander Steen von dem die Blues nun profitieren.

Cheftrainer Ken Hitchcock hat also wieder einmal genau den richtigen Riecher gehabt, als er den Schweden zu Beginn der Saison in eine Reihe mit TJ Oshie und Teamkapitän David Backes gestellt hat. Mit 13 Spielen in Folge, in denen Steen im Laufe dieser Spielzeit schon punkten konnte, trat er in die Fußstapfen eines Pierre Turgeon, einer Franchiselegende, dem dieses Kunststück als letztem Blues zur Jahrtausendwende gelungen war. Für seine ersten 20 Saisontore benötigte Steen nur 24 Spiele und war damit in der Historie der Blues der zweitbeste nach Brett Hull, der 1990/91 hierfür 20 Partien benötigt hatte.

Steens Kollegen, wie Alex Pietrangelo, zeigten sich nach seiner gestrigen Vorstellung auf jeden Fall wieder einmal beeindruckt: "Was zum Teufel war da denn los. Er verlängert seinen Vertrag, geht raus und trifft zweimal im ersten Drittel ins Schwarze. Ich hätte ihm gegönnt, dass er auch noch sein drittes schießt."

Ich bin mir sicher, ein Hattrick, der wird ihm in dieser für ihn so herausragend verlaufenden Saison auch noch gelingen.