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IIHF Eishockeyweltmeisterschaft 2013

    Canucks im freien Fall

    Donnerstag, 11.21.2013 / 3:52 PM / NHL.com/de - Eishockey.com

    Von Bernd Roesch - Eishockey.com

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    Canucks im freien Fall
    Canucks im freien Fall

    Kann man da schon von einer Krise sprechen? Die Vancouver Canucks sind seit fünf Spielen sieglos und haben nun schon drei Heimpartien hintereinander verloren. Den vorläufigen Tiefpunkt erreichten sie am vergangenen Dienstag, als sie den Florida Panthers in der Rogers Arena mit 2-3 nach Penaltyschießen unterlagen. Nein, selbst der eine Zähler, der ihnen dadurch verblieb, darf nicht als Trostpunkt angesehen werden. Angesichts der Vorstellung, die das gesamte Team seinen knapp 19.000 Fans im weiten Rund geboten hat, wäre Trost der falsche Ratgeber. Vielleicht wäre nun besser ein Donnerwetter von Seiten des Trainergespanns angesagt. Es ist ja nicht so, dass es den Canucks an spielerischer Klasse fehlen würde, um einen solchen Gegner wie die Panthers, was keineswegs despektierlich gemeint ist, an die Wand spielen zu können. Den Trainer in Disposition zu stellen, wie von einigen Anhängern schon leise gefordert, das wäre ein völlig falsches Zeichen an die Mannschaft, die sich schon ganz alleine aus dem Sumpf, in den sie sich hineingespielt hat, herausziehen muss.

    Headcoach John Tortorella war angesichts dessen, was er in den 60 Minuten der regulären Spielzeit zu sehen bekommen hatte, nach der Partie maßlos enttäuscht. "Wir haben versagt, hatten keinen Mumm. Den Punkt haben wir nicht verdient, so wie wir im dritten Drittel aufgetreten sind." und fügte auch gleich hinzu, dass es für die Mannschaft keinen Grund gibt, auch nur einen einzigen Gegner zu unterschätzen. Mit dieser Aussage dürfte der erfahrene Trainerfuchs den Nagel auf den Kopf getroffen haben. Schon seit Jahren, trotz aller Erfolge in ihrer Division, ist das größte Problem der Canucks, dass sie immer wieder darin verfallen, zu meinen, ihre Konkurrenten ohne 100%igen Einsatz beherrschen zu können. Dabei hätten sie doch aus der Vergangenheit längst lernen müssen. In fünf aufeinanderfolgenden Jahren, seit der Spielzeit 2008/09, haben sie die damalige Northwest Division als Erster abgeschlossen, doch zuletzt war gleich zweimal in der ersten Playoffrunde Schluss mit lustig gewesen und es folgte das vorzeitige Aus gegen vermeintlich schwächere Kontrahenten.

    Was dem Kader anscheinend fehlt, das ist ein Leitwolf innerhalb der Mannschaft, der auch in der Kabine einmal deftige Worte findet und alle zusammen aufrüttelt. Das Spiel der Westkanadier ist zu sehr abhängig von der Performance die die schwedischen Zwillingsbrüder Daniel und Henrik Sedin aufs Eis bringen. Ist es Zufall, dass, seitdem beide ihren Vertrag bei den Canucks Anfang November um vier Jahre für $28 Millionen verlängert haben, deren Punktausbeute fast schon stagniert? Nehmen wir es doch zu ihrer Verteidigung an! Ein paar Zahlen hierzu: Henrik Sedin war vor ein paar Wochen noch der beste Vorbereiter der Liga. 'Henrik bedient - Daniel trifft!', das war nach fast jedem Spiel der Canucks eine Schlagzeile wert. In den letzten fünf Partien brachte es ihr Teamkapitän auf magere zwei Scorerpunkte (ein Tor, ein Assist) und sein Bruder Daniel, der in 18 Spielen zuvor insgesamt 17 Zähler (sieben Tore, zehn Assists) einheimsen konnte, blieb in diesem Zeitraum sogar völlig punktlos.

    Es war auch niemand in Sicht, der für die beiden 33-jährigen Stürmer in die Bresche springen konnte. In den letzten fünf Auftritten gelangen Vancouver gerade einmal sechs Treffer, wohlgemerkt insgesamt. Alexandre Burrows, einer ihrer Playoffhelden von 2011, als er auf ihrem Weg bis in das Stanley Cup Finale neun Tore markieren konnte, ist in dieser Saison noch ohne Tor. Der frankokanadische Flügelstürmer, der gegen die Dallas Stars anstatt von Ryan Kesler erstmals in der ersten Sturmformation neben den Sedin Brüdern aufgestellt gewesen war, zeigte sich in der Spielanalyse kritisch und kämpferisch: "Wir werden an den Resultaten gemessen und nun ist der Punkt erreicht, an dem wir eine Wende erzwingen müssen. Wir müssen über die gesamten 60 Minuten besser werden." Bei zwei ihrer letzten drei Niederlagen, gegen San Jose und gegen Florida, haben die Canucks jeweils im letzten Spieldrittel eine Führung noch abgegeben. Hier gilt es eben auch anzusetzen.

    Viel Zeit bleibt den Vancouver Canucks nicht mehr, damit sie in ihrer Division doch noch ein Wörtchen um die Vergabe der oberen Plätze mitreden können, geschweige denn in der starken Western Conference nicht schon frühzeitig den Playoffzug verpassen. Aktuell liegen sie in der Conference nur auf Platz neun mit vier Punkten Rückstand auf den achten Rang. Zu beachten ist hierbei, dass sie schon mehr Saisonspiele absolviert haben, als die vor ihnen platzierten Teams.

    Kurzfristig kann man schon einmal gespannt darauf sein, ob sie ihren Worten auch Taten folgen lassen können. Ihr nächster Gegner werden am Freitag die Columbus Blue Jackets sein und die sind, nach ihrer 0-7 Schlappe in Edmonton, prädestiniert dazu, von den Canucks erneut unterschätzt zu werden. Falls nicht, könnten in der westkanadischen Metropole die Schlagzeilen am Samstagmorgen wieder wie gewohnt lauten: 'Henrik bedient - Daniel trifft!'