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IIHF Eishockeyweltmeisterschaft 2013

    Ein neuer Star für die NHL?

    Mittwoch, 10.09.2013 / 3:54 PM / NHL.com/de - Eishockey.com

    Von Stefan Herget - Eishockey.com

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    Ein neuer Star für die NHL?
    Ein neuer Star für die NHL?

    Genau 19 Jahre und 330 Tage alt war der am 12. November 1993 in Prag geborene Tomas Hertl am gestrigen 8. Oktober 2013. Es sollte sein Tag werden, zumindest einer seiner bedeutesten in der jungen Eishockeykarriere des Tschechen. Unter den Augen seiner Mutter und der Freundin aus Tschechien brillierte Hertl beim 9-2 Erfolg seiner San Jose Sharks gegen die New York Rangers in seinem dritten NHL-Spiel.

    Er wurde der viertjüngste Spieler, der vier Treffer in einer Partie erzielten konnte, seit dies Jimmy Carson am 20. März 1988 bei der Partie seiner Los Angeles Kings gegen die Calgary Flames mit 19 Jahren und 256 Tagen gelungen war. Hertl stellte außerdem den Franchiserekord der Sharks von Owen Nolan, aufgestellt am 19. Dezember 1995 beim 7-4 gegen die Anaheim Ducks, mit vier Toren in einer Partie ein und wurde der erste Akteur des Teams, der mindestens sechs Tore in seinen ersten drei Begegnungen erzielen konnte, nachdem er bereits gegen die Phoenix Coyotes am letzten Samstag doppelt getroffen hatte.

    Das faszinierende an der Geschichte ist, dass dem jungen Center gerade einmal knapp über elf Minuten Eiszeit genügten, um mit sieben Schüssen die bereits erwähnte Erfolgsbilanz vorzuweisen. „Es ist verrückt“, sagte Hertl breit grinsend nach dem Spiel beim Interview mit dem Comcast Sportsender in wenig sicherem Englisch. „Das ist ein Traum: Vier Tore. Ich habe in der Tschechischen Liga nie vier Tore gemacht. Ich hatte nicht mal drei. Jetzt in der NHL, es ist verrückt.“

    Groß geworden ist Hertl in der Jugendabteilung des HC Slavia Prag. In der Saison 2010-11 kam er erstmals in der tschechischen Extraliga zum Einsatz. Danach gehörte er in der folgenden Spielzeit zum Kader der Profimannschaft. Nachdem er in 50 Spielen 28 Scorerpunkte erreichte, wurde er zum Rookie des Jahres ausgezeichnet. San Jose sicherte sich daraufhin beim Entry Draft 2012 an insgesamt 17. Position seine Rechte. Eine gute Wahl, wie sich herausstellte, denn letzte Saison war er mit 30 Scorerpunkten aus 43 Partien der beste Punktesammler des HC Slavia Prag. Grund genug für die Kalifornier ihr Talent am 3. Juni 2013 für drei Jahre unter Vertrag zu nehmen.

    Dieser zahlt das Vertrauen nun schon zeitig zurück und durch seine unbekümmerten Auftritte hat er sich schnell den Respekt seiner erfahrenen Teamkollegen und des Trainers erarbeitet. Ein absolutes Highlight, was sicher in jedem Saisonrückblick für die Ewigkeit haften bleibt bzw. heute und die nächsten Tage millionenfach im Internet angeklickt werden dürfte, war sein vierter Treffer des Abends zum 8-2. Hertl lief von links kommend alleine auf das Tor zu, stoppte den Puck vor Torhüter Martin Biron, ließ ihn zwischen seine Beine hindurch liegen, steckte den Schläger nach hinten durch die Beine und versenkte die nun hinter ihm liegende Scheibe links unter die Latte.

    „Das ist etwas, was ich nicht drauf habe“, sagte der erfahrene Sharks Kapitän Joe Thornton voller Hochachtung. „Das war besonders. Man sieht so etwas nicht so häufig.“ Der 34-jährige Sturmkollege ist auf jeden Fall begeistert und schwärmt von dem jungen Mann: „Er mag es Tore zu erzielen und man kann das von seiner Freude ablesen. Er liebt es Puck einzunetzen. Es machte Spaß ihm in den ersten drei Spielen zuzuschauen.“

    In ein ähnliches Horn bläst auch Trainer Todd McLellan. „Er ist ein talentierter junger Mann und ich bin mir nicht sicher, ob er überhaupt realisiert, wo er ist“, gibt er unverblümt zu Protokoll. „Er ist unbekümmert auf dem Eis und diese Leidenschaft, die er ausstrahlt, jedes Tor ausgiebig zu bejubeln und Spaß am Spiel zu haben, die ist gut für unser Spiel.“

    Natürlich bleibt abzuwarten, wie Tomas Hertl den ganzen Trubel, der nun um ihn ausbricht verkraftet und die von seinem Trainer angesprochene Unbekümmertheit behält, wenn ihn die gegnerischen Defensivleute besser einschätzen können und entsprechend attackieren. Aber in seinem dritten NHL-Spiel gegen einen renommierten und erfahrenen Torhüter wie Martin Biron einen solchen Trick auszupacken, spricht für ihn und seine Kaltschnäuzigkeit.

    Es ist davon auszugehen, das die Sharks an ihm noch viel Spaß haben werden, selbst wenn aufgrund der hohen körperlichen Belastung im dicht gedrängten Spielplan mit langen Reisen und Zeitumstellungen Schwächephasen auftreten werden. Die Perspektive stimmt zumindest, dass mit Tomas Hertl ein neuer Star in der NHL heranwächst.