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Deutschsprachige Spieler im besonderen Blickpunkt

Dienstag, 09.17.2013 / 5:43 PM / NHL.com/de - Saisonvorschau 2013-14

Von Stefan Herget - Eishockey.com

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Deutschsprachige Spieler im besonderen Blickpunkt
Deutschsprachige Spieler im besonderen Blickpunkt

Die Trainingscamps in der NHL haben begonnen und wir wollen einmal einen Blick auf ein paar Spieler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz werfen, die kommende NHL-Saison aus verschiedenen Gründen unter besonderer Beobachtung stehen:

Das Thema schlechthin aus mitteleuropäischer Sicht ist momentan die Hängepartie um den Stürmer Damien Brunner. Der Schweizer, der letztes Jahr als 27-jähriger Spätstarter bei den Detroit Red Wings furios in die NHL gestartet war, hatte zwei Vertragsangebote seines ehemaligen Teams ausgeschlagen und wollte sich am freien Markt umsehen. Doch die Angebote waren letztendlich nicht das, was er sich vorstellte, nachdem er in 44 Spielen für die Red Wings 12 Tore und 14 Assists in der regulären Saison und fünf weitere Treffer und vier Assists in den Playoffs gesammelt hatte.

Anscheinend ist die Skepsis bei den Interessenten groß, ob Brunner das wert ist, was er fordert, nämlich angeblich mindestens drei Millionen US-Dollar pro Saison. Schließlich hatte er auch letzte Spielzeit eine Durststrecke zu verzeichnen, wo er 15 Spiele nicht traf und ob seine Ausbeute nicht der Tatsache geschuldet war, dass er lange Zeit in einer Topreihe eines Spitzenteams spielte, steht ebenso im Raum.

"Er wird hier sein und morgen mit uns trainieren", sagte New Jersey Devils General Manager Lou Lamoriello gestern gegenüber der Presse und bestätigte, dass die Devils schon an einem Engagement von Brunner interessiert waren. "Wir hatten uns früh über ihn erkundigt. Wir dachten er würde über den Sommer irgendwo unterkommen. Wir sagten, wenn das nicht der Fall wäre, dass wir sehr interessiert wären, ihn mit ins Camp zu nehmen."

Damien Brunner wird als der Beste noch verbliebene vertragslose Spieler angesehen und es wird eine Frage der Zeit sein, bis er irgendwo unterschreibt, vielleicht in New Jersey. Auf jeden Fall werden viele ein besonderes Auge auf ihn haben und seine Leistungen genau beobachten.

Für ihn war auch lange Zeit unklar, wo die Reise hingeht: Thomas Vanek. Die Buffalo Sabres befinden sich zweifelsohne im Umbruch und haben prominente Leute wie Jason Pominville, Robyn Regehr und Jordan Leopold abgegeben. Schnell tauchte die Frage auf, ob es Vanek als Spitzenverdiener mit einem 2014 auslaufenden Vertrag ebenfalls erwischen wird. "Ich habe nicht nachgefragt getradet zu werden", betonte der österreichische Stürmer letztens in einem Interview. "Aber ich wollte auch jetzt nicht über eine Verlängerung sprechen, weil ich sehen wollte, wohin das Team sich entwickelt."

Der 29-jährige Torjäger gehört mit seinen durchschnittlich 31 Toren in seinen acht NHL-Spielzeiten ohne Zweifeln zu den Spitzenleuten und viel dürfte für ihn davon abhängen, wie diese Saison läuft. "Ich brauche keine Verlängerung, um mich gut zu fühlen oder gut zu spielen", sagt Vanek selbstbewusst und will alles auf sich zukommen lassen. Mit den verdienten 50 Millionen US-Dollar in den letzten sieben Jahren braucht er sich sicher keine Sorgen um die Zukunft zu machen, aber es wird spannend mit anzusehen sein, wie es mit Buffalo und damit auch Thomas Vanek in nächster Zukunft weiter geht.

Zwei, die genauso von dieser Entwicklung betroffen sein werden, sind Christian Ehrhoff und Alexander Sulzer. Die beiden deutschen Verteidiger stehen ebenfalls im Kader der Sabres, allerdings mit unterschiedlichen Vorzeichen. Während Ehrhoff noch langfristig unter einem hoch dotierten Vertrag steht, konnte sich Sulzer nach dem Auslaufen seines Kontraktes Anfang Juli auf ein weiteres einjähriges Beschäftigungsverhältnis in Buffalo einigen. Demzurfolge hat Sulzer mehr Druck sich zu beweisen und zu zeigen, dass er seine Form aus den letzten beiden Spielzeiten halten kann. Nur so wird ihm der Durchbruch zu einem etablierten NHL-Spieler, wie es Ehrhoff, übrigens ebenso nach längerer Anlaufphase, geschafft hat, gelingen.

Ehrhoff kam 2011 von Vancouver nach Buffalo. In die Olympiastadt von 2010 an der kanadischen Westküste ist nach fünf Jahren Montreal Verteidiger Yannick Weber gewechselt. Der 24-jährige Schweizer hofft dort auf mehr Einsätze als er dies bei den Canadiens hatte, wo er mehrmals ins Farmteam zu den Hamilton Bulldogs in die AHL geschickt wurde oder lange Zeit auf der Tribüne zuschauen musste. "Der Wechsel bringt frischen Wind in meine Karriere, hier habe ich die besseren Aussichten", verdeutlicht Weber in einem kürzlichen Interview mit dem Schweizer Radio.

Die wird er auch brauchen, denn ein großes Ziel von ihm ist die Teilnahme an der Olympiade in Sotschi und aufgrund der errungenen Vize-Weltmeisterschaft dürfte sich der Konkurrenzkampf im Nationalteam der Eidgenossen vergrößert haben und nur zum Zuge kommen, wer regelmäßig spielt. Das Potenzial sich in Vancouver durchzusetzen hat der Defensivmann sicher, aber der Erfolgsdruck wird dort nicht kleiner sein als er in Montreal war. Beide Mannschaften sind ambitioniert und Montreal hat zuletzt 1993 den Stanley Cup gewonnen und Vancouver noch gar nicht. Es bleibt zu hoffen, dass Weber wenigstens verletzungsfrei und fit bleibt, nachdem ihm zuletzt mehrere Knieverletzungen zu schaffen machten.

Ein hohes Ansehen am Spielermarkt hat sich Dennis Seidenberg erarbeitet. Zwar hat es für den deutschen Verteidiger der Boston Bruins im Sommer nicht zum zweiten Stanley Cup Sieg nach 2011 gereicht, aber er genießt nach wie vor einen großen Stellenwert. Mehr noch, viele Experten sehen ihnen als stark unterbewertet an. Ob man davon bei drei Millionen US-Dollar Jahressalär sprechen kann, steht auf einem anderen Blatt, aber der Vertrag des 32-jährigen Blueliners läuft im Sommer 2014 aus. Laut seinen Aussagen fühlt sich Seidenberg in Boston wohl und es besteht weiter Aussicht auf sportlichen Erfolg, so dass einer vorzeitigen Vertragsverlängerung nichts im Wege stehen sollte, wenn das Angebot stimmt. Bis dahin wird es aber ein wichtiges Jahr für ihn, denn seine Auftritte in dieser Saison werden schon aus diesem Grund besonders beäugt.