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IIHF Eishockeyweltmeisterschaft 2013

Wiedersehen von Freunden in Nürnberg

Mittwoch, 08.28.2013 / 8:38 PM / NHL.com/de - Eishockey.com

Von Stefan Herget - Eishockey.com

Am 9. Juni 2001 hatten beide den größten Tag ihrer Eishockeykarriere. Als im Pepsi Center zu Denver die Schlusssirene ertönte standen andere Stars, wie Patrick Roy, Joe Sakic oder nicht zuletzt Verteidigerlegende Ray Bourque, der noch im hohen Eishockeyalter von 40 Jahren seinen lang ersehnten ersten Triumph feiern durfte, im Vordergrund. Aber auch sie waren Bestandteil der damaligen Stanley Cup Sieger Mannschaft der Colorado Avalanche, die sich gerade im siebten Spiel des Finales mit 3-1 gegen die New Jersey Devils durchgesetzt hatte: Backup-Torhüter David Aebischer und Stürmer Steven Reinprecht.

Am letzten Wochenende feierten beide Spieler ein Wiedersehen bei einem Vorbereitungsturnier auf der Eisfläche in Nürnberg. Reinprecht, der seit letztem Jahr für die heimischen Ice Tigers auf Torejagd geht und Aebischer, der mit der Schweizer Mannschaft der Rapperswil-Jona Lakers zu Gast war. Trotz eines 4-1 Erfolges der Gastgeber gelang es dem sichtlich bemühten Reinprecht nicht, seinen ehemaligen Teamkollegen zu überwinden.

Beide kennen sich nicht nur aus der gemeinsamen Zeit in Colorado und später Phoenix, sondern sie verbindet mehr, wie Reinprecht betonte: "Es hat sehr viel Spaß gemacht, ihn nach langer Zeit wieder einmal zu treffen und gegen ihn zu spielen. Wir sind gute Freunde und waren auch schon zusammen mit unseren Familien im Urlaub." Umso schöner wäre es für ihn natürlich gewesen, ein Tor zu erzielen, doch das alles stand später schon wieder im Hintergrund: "Wir waren nach dem Spiel zusammen essen und haben es noch einmal Revue passieren lassen, aber auch private Dinge waren ein Thema", erzählte Reinprecht am Folgetag und ließ mit einem breiten Grinsen noch folgen: "Ich habe es genossen!"

Sicher war auch die ehemalige Zeit in der NHL ein großes Thema der beiden. "Es war eine schöne Zeit und klar man möchte immer noch dort sein", sagte Aebischer. "Ich konnte viel Erfahrung sammeln und habe viele Leute und Kollegen kennengelernt. Das war schon sehr spannend."

Die NHL ist als beste Liga der Welt für beide Spieler immer noch ein großes Thema und so stehen die aktuellen Nachrichten, Spielberichte, Liveübertragungen und Statistiken aus Nordamerika im Fokus des Interesses, wenngleich das zunehmende Alter einige Nachteile mit sich bringt. "Ich verfolge das Geschehen in der NHL schon, aber es sind immer weniger Spieler, die ich persönlich noch kenne", erklärt Aebischer. "Aber deswegen ist das Interesse nicht weniger groß."

Unterscheidungen und Meinungsverschiedenheiten gibt es dann, wenn es darum geht, welchem Team man die Daumen drückt. "Ganz klar, die Phoenix Coyotes", merkt Reinprecht an. "Ich mag die Mannschaft, wie sie spielt und kämpft, deswegen bin ich für sie." Das wiederum sieht der Schweizer ganz anders, denn sein Favorit steht ebenso fest, aber der ist woanders zu finden"Colorado, das ist ganz klar das Team meines Herzens in der NHL", gibt Aebischer zu Protokoll und liefert auch gleich die logische Begründung dafür: "Von ihnen wurde ich gedraftet und dort war ich am längsten, von daher verfolge ich dort alles ganz genau."

Dabei stellt er in den Hintergrund, dass sein Abschied aus Colorado damals alles andere als gut ablief. Nach einem guten ersten Jahr als Nachfolger von Roy, wo er in nahezu allen Bereichen der Statistiken in den Top 5 zu finden war, war die Saison nach dem Lockout 2004-05 etwas durchwachsen, worauf er zu den Montreal Canadiens und später zu den Phoenix Coyotes transferiert wurde. Doch das ist für ihn Schnee von gestern.

Der Weg führte David Aebischer 2007 zurück in die Schweiz zum HC Lugano und viele belächelten ihn, weil er das Thema NHL mit eigenen Aussagen unterstreichend nie ganz abgehakt hatte. Obwohl seine Leistungen in knapp vier Jahren Lugano nicht herausragend waren, strafte er seine Kritiker Lügen, indem er 2011 plötzlich einen Vertrag bei den Winnipeg Jets unterschrieb und ein NHL Comeback trotz seines Alters von 33 Jahren im Bereich des Möglichen lag.

"Für mich war wichtig es noch einmal zu versuchen", sagt Aebischer, der trotz aller Höhen und Tiefen seiner Karriere seit 17 Jahren mit seiner Frau Alexandra zusammen und mittlerweile Vater eines vierjährigen Sohnes und einer einjährigen Tochter ist, heute rückblickend. "Das Camp ist meiner Meinung nach auch gut gelaufen, deswegen bin ich mit einer gewissen Hoffnung in die AHL, aber das Jahr war dann sehr durchwachsen. Aber die Erfahrung will ich nicht missen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht."

Ziele steckt sich der Schlussmann jetzt nur noch kurzfristig: "Früher hat man immer noch für 5 Jahre geplant, nun schaue ich nur noch von Jahr für Jahr, weil ich ja auch älter werde. Aber es macht mir immer noch Spaß zu spielen und so lange das so ist, suchst du die Herausforderungen."

Und wie geht es nun in Colorado mit einem ihm gut bekannten Trainer Patrick Roy weiter? "Sie waren die letzten Jahre nicht so erfolgreich, aber nun sollte es wieder langsam besser werden", analysiert Aebischer und charakterisiert seinen ehemaligen "Vorgesetzten" Roy: "Er ist einer, der immer gewinnen will und er wird das auch gut rüberbringen. Er kam ja nicht vom einen auf den andern Tag zu dem Job und konnte schon viele Erfahrung sammeln, die sich jetzt auszahlen werden."

Ausbezahlt hat sich für die Schweiz auf gute Nachwuchsarbeit zu setzen und Aebischer gilt hier mit seinem bereits im frühen Alter angetretenen Nordamerika-Engagement durchaus als Vorreiter und Vorbild für die Jugend, so dass heute einige Eidgenossen in der NHL aktiv sind: "Es ist sehr gut für das Schweizer Eishockey, das hat man auch bei der WM gesehen. Als ich 16 oder 17 Jahre war, da schien die NHL für einen Schweizer unerreichbar, doch mittlerweile ist es ein Ziel für viele Junge und das finde ich super."

CONFERENCE VIERTELFINALE
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Red Wings führen in der Serie 1-0
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Canadiens führen in der Serie 2-0
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Penguins führen in der Serie 1-0
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Rangers führen in der Serie 1-0
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Avalanche führen in der Serie 1-0
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Blues führen in der Serie 1-0
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Ducks führen in der Serie 2-0
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Sharks führen in der Serie 1-0