Melden Sie sich mit Ihrem NHL-Konto an:
  • Senden
  • Oder
  • Anmelden mit Google
 
IIHF Eishockeyweltmeisterschaft 2013

    Chicago gewinnt nach dramatischem Spiel den Cup

    Dienstag, 06.25.2013 / 5:15 AM / NHL.com/de - Eishockey.com

    Von Stefan Herget - Eishockey.com

    Teile es mit Freunden


    Chicago gewinnt nach dramatischem Spiel den Cup
    Chicago gewinnt nach dramatischem Spiel den Cup

    Die Chicago Blackhawks haben eine überragende Saison gekrönt und sind nach einem Spiel mit dramatischer Wendung in den letzten beiden Minuten letztendlich verdienter Stanley Cup Sieger 2013.

    Das punktbeste Team der regulären Saison drehte in der Schlussphase innerhalb der letzten 76 Sekunden einen 1-2 Rückstand in einen 3-2 Sieg gegen die gastgebenden Boston Bruins. Die Conn Smythe Trophy für den wertvollsten Spieler der Playoffs erhielt zu Recht Patrick Kane.

    Das Spiel begann unter frenetischer Anfeuerung der Fans im TD Garden. Boston kam so gleich wie erwartet mit viel Schwung aus der Kabine, klare Aktionen waren aber trotzdem zunächst Mangelware.

    Die erste gute Möglichkeit hatte dem zur Folge Kane auf der Gegenseite, als er mit einem Schuss das Tor knapp verfehlte. Ab der 7. Minute dann die Zeit der Hausherren: Chris Kelly prüfte Corey Crawford drei Mal vergebens, ehe er nach einem mustergültigen, blind gespielten Querpass von Tyler Seguin zum 1-0 einschießen konnte.

    Die Bruins machten weiter Druck und ließen den Blackhawks kaum Luft zum Atmen. Bei meheren Schüssen und viel Verkehr vor dem Tor fehlte etwas das Glück, aber selbst gute Gelegenheiten, wie von Milan Lucic in der 13. Minute, bei Überzahl wegen einer Strafzeit gegen Johnny Oduya, wurden etwas leichtsinnig vergeben. Erst ab der 14. Minute konnten sich die Gäste ein wenig aus der Umklammerung befreien.

    Es entwickelte sich eine schnelle und abwechslungsreiche Partie mit einem höheren Tempo als im Spiel 5.

    Als 95 Sekunden vor der Sirene Michal Rozsival wegen hohen Stocks auf die Strafbank musste, hätte Boston eigentlich nachlegen müssen. Seguin verfehlte knapp, ehe David Krejci, hervorragend vorbereitet von Brad Marchand, am langen Pfosten das leere Tor nicht traf. Das Auftaktdrittel endete eindeutig mit 12 zu 6 Schüssen und 21 zu 4 Torchancen für Boston.

    Jaromir Jagr, der sich bei einer Aktion offenbar verletzt hatte, kehrte zwar zum zweiten Drittel zunächst zurück, hatte aber kaum noch Einsatzzeiten.

    Krejci war es ebenfalls dem weiter das Pech am Schläger klebte, als er nach 44 Sekunden nur die Latte traf. Nach einer unnötigen Aktion von Andrew Shaw, der im Gerangel Kelly eine mitgab, hatten die Bruins wieder Powerplay, das sie jedoch erneut nicht zu nutzen wussten. Im Gegenteil, just in dem Moment des Ablaufs der Strafzeit, hatten Jonathan Toews und Kane einen 2 gegen 1 Konter, den Toews mit einem platzierten Schuss an Tuukka Rask vorbei zum Ausgleich nutzte.

    Es folgte eine weitere numerische Überlegenheit der Gastgeber, weil Brent Seabrook raus musste. Hierbei konnten sie deutlich mehr Akzente setzen, doch die erneute Führung wollte nicht gelingen. Man merkte nun, dass es Boston zunehmend schwerer fiel, die Partie in die Hand zu nehmen und Chicago selbst präsenter wurde. Die Fans spürten dies und erhöhten ihre Anfeuerung. In der ersten Überzahl von den Blackhawks, weil Seguin wegen Hakens bestraft wurde, hatten die Weißen in der 35. Minute eine Riesenchance, doch Zdeno Chara stand nach einem Gewühl richtig und konnte den Puck für seinen bereits geschlagenen Torhüter gerade noch vor Toews retten.

    Beide Mannschaften neutralisieren sich in der Folge sehr stark, bevor in der Schlussminute beiden Schlussmännern noch einmal Gefahr drohte. Es ging mit dem 1-1 in die Kabinen, was für einen spannenden dritten Abschnitt sorgen sollte.

    Die Begegnung wurde zu einem Kampfspiel, wo der größere Wille entscheiden würde. Jagr kehrte in die Patrice Bergeron und Marchand Reihe zurück. Den Protagonisten am Eis, die um jeden Zentimeter fighteten, musste größter Respekt gezollt werden.

    Die Blackhawks wirkten einen Tick gefährlicher und hatten die besseren Möglichkeiten. Sie konnten so das Torschussverhältnis in der 47.

    Minute erstmals ausgleichen. Nur eine Minute später tauchte Daniel Paille von der Seite vor Crawford auf, brachte die Scheibe jedoch nicht vorbei. Die Bruins setzten ein weiteres Ausrufezeichen, doch im Gegenzug reagierte Rask ausgezeichnet nach einem Schuss von Seabrook. Genau durch puren Willen und ein bisschen Glück die Führung für Boston.

    Krejci setzte sich bis hinter das gegnerische Gehäuse durch, Nathan Horton verpasste, aber Lucic war in der Mitte zur Stelle und brachte das Spielgerät unter dem Jubel der 17.565 Zuschauer an Crawford vorbei ins Netz. Chicago reagierte mit Angriffen und guten Chancen durch Viktor Stalberg und anschließend Shaw. Die Gäste verteidigten mit Mann und Maus eine Unterzahl nach Strafzeit gegen Kelly.

    Dann die unglaubliche Wende: Erst überwand Bryan Bickell Rask freistehend nach Vorarbeit von Toews zum Ausgleich in der 59. Minute und nur 17 Sekunden später war es Oduya, der einen Schuss von Marcus Kruger an den Pfosten abfälschte und Dave Bolland im Nachfassen das Stanley Cup Siegtor markieren konnte.

    Die Bruins hatten einfach keine Kraft mehr in den verbliebenen 58 Sekunden zurückzuschlagen, konnten aber erhobenen Hauptes das Eis verlassen.