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Heimnimbus der Kings geknackt

Freitag, 06.07.2013 / 3:43 PM / NHL.com/de - Nachrichten

Von Stefan Herget - Eishockey.com

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Heimnimbus der Kings geknackt
Heimnimbus der Kings geknackt

Ein Spiel Sperre für den besten Verteidiger der Chicago Blackhawks Duncan Keith ließ für die Ambitionen der Gäste die Heimserie der Los Angeles Kings wenigstens im Spiel 4 zu beenden nichts gutes erahnen. Die zuständige NHL Kommission unter der Leitung des ehemaligen Spielers Brendan Shanahan hatte den Defensivspezialisten für seinen hohen Stock ins Gesicht von Jeff Carter im zweiten Drittel der dritten Partie zu dieser Strafe verurteilt.

Aber nicht nur der in den Kader aufgerückte Sheldon Brookbank, sondern die komplette Defensivabteilung machte auch ohne ihre Führungskraft einen hervorragenden Job. So schafften es die Kings trotz eines 2-3 Rückstandes im letzten Drittel lediglich zwei Torschüsse abzugeben. „Bereits von den ersten Wechseln an haben wir unsere Beine bewegt und mit Geschwindigkeit gespielt“, betonte Brent Seabrook, der mit über 26 Minuten die meiste Eiszeit bekam. „Es war großartig für unsere Truppe, dass wir mit Erfolg zurückgekommen sind.“

Es war nicht die einzige Erkenntnis des Abends. Chicago konnte zweimal einen Rückstand wett machen und schließlich zu Beginn des Schlussabschnittes entscheidend mit 3-2 in Führung gehen. Während er beim direkt abgenommenen Schlagschuss von Marian Hossa machtlos war, so sah Kings Schlussmann Jonathan Quick bei den beiden Gegentreffern zuvor zumindest unglücklich aus. Beim 1-1 rutsche ihm der Puck bei einem Schuss von Bryan Bickell über die Fanghand ins Netz und beim 2-2 von Patrick Kane durch die Schoner. Der Conn Smythe Trophy Gewinner als bester Spieler der letztjährigen Playoffs zeigte ungewohnte Schwächen, was sich schließlich auf das Endergebnis negativ auswirkte.

Alleine Quick die Schuld zuzuschieben wäre aber zu einfach. Es waren zwei Kontersituationen, die Chicago Erfolgserlebnisse bescherten. „Wir ermöglichen zu viele Gegenzüge, besonders in der neutralen Zone“, sagte L.A. Verteidiger Drew Doughty selbstkritisch. „Das war die Ursache für zwei der Treffer. Wenn wir gewinnen wollen, dann müssen wir das abstellen. Sie sind ein unglaublich fähiges Team, das wussten wir vorher. Wenn man den Puck an der Blauen Line so verliert wie wir und mit den Fähigkeiten die sie haben, dann war es nur eine Frage der Zeit bis sie treffen würden.“

Schmerzlich vermissen die Kings ihren Center Mike Richards, der seit einem Check von Dave Bolland im ersten Spiel mit einer Gehirnerschütterung passen muss. Er war bis zu diesem Zeitpunkt mit zehn Punkten immerhin der beste Scorer der Mannschaft und gilt als ein Spieler, der im Zentrum der Eisfläche den Überblick bewahrt. Eine Tatsache, die gerade gefährliche Puckverluste verhindert.

So aber fand die beeindruckende Heimserie der Kings ihr Ende und damit womöglich ebenso der Wunsch den überraschenden Titel von 2012 erfolgreich zu verteidigen. Immerhin seit dem 23. März, eine 0-1 Niederlage gegen die Vancouver Canucks, hatte kein Auswärtsteam mehr das Eis des Staples Center mit einem Sieg verlassen. Überhaupt nur vier Begegnungen während der regulären Saison endeten hier für die Gastgeber punktlos. Während beim Gewinn des Stanley Cups im vergangenen Sommer die Auswärtsstärke entscheidend war, so ist es nun die Heimbilanz von acht Siegen, die bisher dafür sorgte, dass die Kings erneut bis ins Conference Finale vorgerückt sind.

„Sie haben zu Hause so gut gespielt und letztendlich diese Serie zu brechen, darüber sind wir sehr glücklich“, verdeutlichte Hossa. „Wir wussten davon. Wir sprachen darüber vor dem Spiel. Wir haben gehofft sie zu brechen und wir haben es erreicht.“

Die Blackhwaks haben nun die große Chance die Serie bereits am Samstag auf Sonntag Nacht im heimischen United Center zu beenden und eine erneute weite Reise nach Los Angeles einzusparen. Sie wären schließlich zurück, wo sie im Jahr 2010 nach 18 Jahren Wartezeit erstmals wieder gelandet waren, nämlich im Stanley Cup Finale. Zurückgreifen können sie dabei erneut auf ihren Abwehrchef Keith.

Ihre Kontrahenten sind darauf angewiesen, dass die Topleute, wie Anze Kopitar oder Kapitän Dustin Brown mehr Produktivität in der Offensive zeigen. Brown konnte in den letzten neun Spielen nur einmal treffen, im Conference Finale noch gar nicht, genauso wie Kopitar, der sogar nur ein Erfolgserlebnis in 13 Spielen vorzuweisen hat. Und nicht zuletzt brauchen sie einen fehlerfreien und in Topform befindlichen Torhüter Quick.