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IIHF Eishockeyweltmeisterschaft 2013

Bruins - Halbe Strecke geschafft

Dienstag, 06.04.2013 / 4:45 PM / NHL.com/de - Eishockey.com

Von Stefan Herget - Eishockey.com

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Bruins - Halbe Strecke geschafft
Bruins - Halbe Strecke geschafft

Wer hätte das gedacht? Mit 3-0 und dann noch 6-1 schlugen die Boston Bruins ihre Kontrahenten im Eastern Confernce Finale, die Pittsburgh Penguins, deutlich und kehren mit einer komfortablen 2-0 Führung in der Serie an die Ostküste zurück. Die Pens dürfen natürlich noch nicht abgeschrieben werden und besitzen sie die individuelle Klasse den Rückstand wieder wett zu machen, aber es bedarf schon einiger Änderungen wollen sie diesen Schritt vollziehen.

Zunächst ist das Torwartspiel anzuführen. Während Bruins Schlussmann Tuukka Rask mit guten (8-4, 2,22 GAA, 92,8 Save%), aber deutlich schlechteren Werten als sein Gegenüber Tomas Vokoun (6-1, 1,85 GAA, 94,1 Save%) in die Serie startete, kippte das Bild in den Partien. Rask holte sich im ersten Spiel mit Geschick und tollen Paraden, aber auch Glück seinen ersten Shutout in den Playoffs und gab seinen Vorderleuten mit 26 Saves den entsprechenden Rückhalt in Spiel 2. Auf der anderen Seite musste der Tscheche jeweils drei Mal hinter sich greifen. Beim 1-0 am Samstag machte er keine gute Figur, als der Puck zwar abgefälscht wurde, ihm aber durch die Schoner glitt. Dann war am Montag bereits nach knapp über 16 Minuten Schluss. Nach lediglich 12 Torschüssen der Gäste lagen diese schon mit 3-0 in Führung und Marc-Andre Fleury durfte wieder einmal ran.

Er machte seine Sache aber nicht wesentlich besser und ließ die gleiche Anzahl Gegentreffer bei 17 Schüssen zu. Nun steht Trainer Dan Bylsma und sein Stab vor der schwierigen Entscheidung, wem das Vertrauen für das erste Spiel in Boston am Mittwoch geschenkt werden soll.

Aber das Torhüterspiel war nicht das einzige Problem der Penguins. Kapitän Sidney Crosby konnte sich ebenso wenig wie seine Sturmkollegen Jarome Iginla, Evgeni Malkin, Chris Kunitz, James Neal und Pascal Dupuis bisher in die Torschützenliste, geschweige denn in die Scorerliste eintragen. Die jeweiligen Plus-Minus-Werte sind katastrophal. Hinzu kommt, dass Crosby in Spiel 2 mit ungewöhnlichen Puckverlusten ganze vier Konter der Bruins einleitete, wovon den ersten Brad Marchand nach nur 28 Sekunden zur frühen Führung nutzte.

Schon sieben Überzahlspiele ließen die Pittsburgh-Stars ungenutzt liegen und verloren so prompt ihren, vor der Serie besitzenden, Spitzenplatz in der Liga mit 28,3 Prozent Erfolgsquote. Über vier Tore erzielten die Titelträger von 2009 im Schnitt pro Spiel und wurden nun in beiden Heimbegegnungen auf einen einzigen Treffer reduziert.

Natürlich ist das nicht nur ein Verdienst von Rask, sondern selbstverständlich auch von seinen Vorderleuten, einerseits den Verteidigern, aber andererseits ebenso den defensiv hervorragend arbeitenden Stürmern. Die Mannschaft tritt sehr geschlossen auf, jeder kämpft für seinen Nächsten und ist taktisch brillant vom Trainerteam um Chef Claude Julien eingestellt.

„Wir müssen einen Neustart durchführen“, sagte ein sichtlich frustrierter Bylsma auf der Pressekonferenz nach der zweiten Niederlage angesichts der gezeigten Performance seiner Mannschaft, die wenig mit den zuvor gezeigten Leistungen übereinstimmte. Pittsburgh kam mit einer Folge von sechs ungeschlagenen Partien gegen die Bruins in das Aufeinandertreffen, doch nun lief es komplett konträr. „Wir haben nicht erwartet, dass es leicht werden würde“, betonte Bylsma. „Es war klar, dass sie sehr gut verteidigen und es schwer wird, immer dann, wenn sie in Führung sind. Problem ist einfach, dass wir mit individuellen Fehlern diese Rückstände verursacht haben. Dort müssen wir ansetzen.“

Selbst wenn die Penguins diese Wende schaffen sollten, wird es für sie nun extrem schwer, denn die Mannschaft von Boston hebt aufgrund des Zwischenstandes bestimmt nicht ab und wird weiter hart für den Erfolg arbeiten. „Wir wissen, was für ein gutes Team sie haben“, sagte auch Julien. „Wir haben selbst schon die Erfahrung gemacht zu Hause beide zu verlieren und kamen zurück. Wir wissen also, dass vieles passieren kann. Von daher werden wir fokussiert bleiben.“ Wörter, die durch die Szenen nach der Partie unterstrichen wurden, als die Feierlichkeiten der Spieler auf dem Eis und die Freude über den zweiten, doch deutlichen Erfolg, sehr verhalten ausfielen.