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IIHF Eishockeyweltmeisterschaft 2013

IIHF-WM: Gold für Schweden

Von Bernd Roesch - Eishockey.com

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IIHF-WM: Gold für Schweden
IIHF-WM: Gold für Schweden

Mit großer Spannung wurde am Sonntagabend das Weltmeisterschaftsfinale zwischen den Turniergastgebern Schweden und der Schweizer Nationalmannschaft in der Globen Arena von Stockholm erwartet. Sollten es die im bisherigen Turnierverlauf noch ungeschlagenen Schweizer tatsächlich schaffen der großen Eishockeynation Schweden ein Bein zu stellen?

Das Wunder blieb jedoch trotz einer engagierten Vorstellung der Schweizer Nati aus. Schweden gewann am Ende verdient, wenn auch zu hoch, mit 5-1 Toren und holte sich vor 12.500 Zuschauern Gold bei der WM im eigenen Land. Ein ganz großes Kompliment geht an die Schweizer, die zum ersten Mal seit 1935 bei einer Eishockeyweltmeisterschaft mit einer Silbermedaille belohnt wurden.

Die Eidgenossen starteten furios in die Partie, gewannen die Mehrzahl der Zweikämpfe und spielten forsch nach vorne. Für ihren Traumstart belohnte sie bereits in der 4. Spielminute Roman Josi mit dem Treffer zur 1-0 Führung. Der Verteidiger von den Nashville Predators marschierte mit einer schönen Einzelaktion durch die Abwehrreihen der Hausherren und schloss dann selbst ab mit einem Schuss durch die Schoner des schwedischen Torstehers Jhonas Enroth. Auch in der Folgezeit machte das Team von Sean Simpson das Spiel und erarbeitete sich bis zur 7. Minute ein Torschussverhältnis von 8-0. Kurze Zeit später wurden die Schweizer eiskalt erwischt, als Erik Gustafsson wie aus heiterem Himmel nach dem ersten Torschuss der Tre Kronor der Ausgleich gelang. Der 24-jährige Verteidiger reagierte am Schnellsten, holte sich den Rebound und gab Martin Gerber, der heute den Vorzug gegenüber Reto Berra bekam, das Nachsehen. Die Skandinavier hatten schon im Halbfinale gegen Finnland bewiesen, dass sie im Powerplay brandgefährlich sind - so auch im Endspiel. Gleich das erste Überzahlspiel nutzte der am linken Torpfosten stehende Henrik Sedin (12.) auf Vorarbeit seines Bruders Daniel zur erstmaligen Führung der Gastgeber. Mit dem 2-1 verabschiedeten sich die Kontrahenten in die erste Drittelpause.

Den besseren Start in den Mittelabschnitt erwischten die Tre Kronor. Die Skandinavier kontrollierten das Spiel und vor allem ihre Topreihe mit den beiden Sedins war von den Schweizern kaum von der Scheibe zu trennen. Nach einer knappen halben Stunde kam die Alpenrepublik wieder etwas besser ins Spiel und sogar zu einer Überzahlgelegenheit. Mehrmals hatten sie bei diesem Powerplay den Ausgleich auf dem Schläger, doch Enroth hielt seinen Kasten dicht. In den folgenden Minuten bis zur zweiten Drittelpause neutralisierten sich die Finalisten weitgehend, so dass der Mittelabschnitt torlos verlief.

Die ersten Minuten des Schlussdrittels gehörten wiederum den Underdogs aus der Alpenrepublik. Im Abschluss waren sie jedoch zu unpräzise. Eine krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns in der 48. Minute führte zum 3-1 der Schweden. Gabriel Landeskog luchste aus einer Abseitsposition heraus die Scheibe Julien Vauclair ab. Den folgenden Schuss aus kurzer Distanz konnte Gerber abwehren. Der Puck lag aber am Schoner des Schweizer Torstehers noch frei, so dass Simon Hjalmarsson nachstochern und einnetzen konnte. Die Entscheidung zugunsten der Skandinavier fiel kurze Zeit darauf als die Scheibe vom Schlittschuh von Loui Eriksson abgefälscht im Kasten landete. Den Schlusspunkt setzte Henrik Sedin mit einem 'Empty Net Goal', seinem zweiten Treffer an diesem Abend.

Im Spiel um Platz 3 traten zum ersten Mal in der Geschichte der Weltmeisterschaft die USA und Finnland gegeneinander an. Die Amerikaner sicherten sich in einem flotten, aber nicht unbedingt hochklassigen Spiel im leider nur spärlich besetzten Globen in Stockholm mit einem 3–2 Sieg nach Penaltyschießen die Bronzemedaille und holten nach dem dritten Rang 1996 und 2004 erst zum dritten Mal in den letzten 50 Jahren Edelmetall. Den Skandinaviern blieb nach ihrem Titelgewinn 2011 auch im zweiten Jahr hintereinander nur der undankbare vierte Platz.

Die US-Boys waren nach dem Eröffnungsbully schnell bei der Sache und gingen schon nach 58 Sekunden in Führung. Craig Smith, der bereits beim 4-1 Sieg im Gruppenspiel einen Hattrick erzielen konnte, traf mit der Rückhand zum frühen 1-0. Den Finnen merkte man an, dass sie sich nach der Niederlage am Samstag gegen Schweden schwer taten, sich neu zu motivieren. Daraus resultierte ein Übergewicht der Mannen aus Übersee. Beim ersten Erfolgserlebnis hatte Paul Stastny im Kampf um die Topscorerkrone des Turniers noch assistiert, das 2-0 in der 16. Minute bei der einzigen Überzahl besorgte er selbst, allerdings wiederum unter Vorarbeit von Smith, der in direkter Konkurrenz mit seinem Teamkollegen um diesen Titel stand.

Im Mittelabschnitt agierte Finnland etwas besser und kam zu guten Gelegenheiten, aber auch die USA hätte den Spielstand bei einigen gefährlichen Aktionen erhöhen können. Spätestens im dritten Drittel stand das 19-jährige US-Torhütertalent John Gibson mehr und mehr im Mittelpunkt. Die Finnen zeigten nun zunehmendes Engagement und man konnte den Eindruck gewinnen, dass die USA ein konditionelles Problem hat. Stürmer Lauri Korpikoski gelang es schließlich mit einem Doppelschlag in der 49. und 53. Minute den Spielstand auszugleichen und seine weiß-blauen Farben ins Spiel zurückzubringen. Die Vorlage von Petri Kontiola beim 2-2 brachte diesen wieder die alleinige Führung in der Scorerliste vor Stastny und Smith ein. Nun entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem die Finnen mehr Chancen hatten, doch die Partie musste für eine Entscheidung nach 60 Minuten weiter fortgesetzt werden.

Die zehnminütige Verlängerung blieb torlos, so dass es ins Penaltyschießen ging. Alex Galchenyuk traf als dritter und vierter Schütze für seine Farben und sicherte so der USA den Sieg, da bei den Suomi nur Janne Pesonen getroffen hatte.