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Bedeutende Serien über sieben Spiele

Montag, 05.13.2013 / 5:02 PM / NHL.com/de - Nachrichten

Von Stefan Herget - Eishockey.com

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Bedeutende Serien über sieben Spiele
Bedeutende Serien über sieben Spiele

Von der Anzahl der Zwerge im Märchen Schneewittchen, über die Anzahl der Gestrandeten auf 'Gilligans Insel', bis zu der Anzahl der Todsünden, die Zahl Sieben ist etwas Besonderes.

Nicht zuletzt auch für die Anhänger von NHL-Eishockey, denn Sieben steht genauso für das letzte und entscheidende Spiel in einer Playoff-Serie, also für noch mehr Unterhaltung und Spannung. Vom ersten Mal an, als die NHL 1939 die Playoffs auf ein Best-of-Seven Format ausdehnte, waren siebte Spiele bis heute die Bühne für dramatische Aufführungen und unglaubliche Wendungen. Unvergessliche Bilder von Mannschaften, die ausgelassen feiern, und Spielern, die zu Tode betrübt vom Eis schleichen, sind eng mit dem Gedanken verbunden.

Aus vielen interessanten Begegnungen der Vergangenheit haben wir eine Liste von fünf 7-Spiele-Serien in der Playoff-Geschichte der NHL zusammengestellt, wo die heute Nacht betroffenen Teams Boston Bruins, Toronto Maple Leafs, Washington Capitals und New York Rangers beteiligt waren:

Boston Bruins gegen New York Rangers

Liga-Halbfinale, 2. April 1939

In der ersten Saison in der erstmalig die Playoffs im Best-of-Seven-Format entschieden wurden, trafen die Rivalen aus Boston und New York aufeinander. Die Bruins gewannen die ersten beiden Spiele der Serie in der Verlängerung durch Tore von Mel Hill, ein Außenstürmer, der lediglich zehn Saisontreffer erzielt hatte. Auch die dritte Begegnung ging an Boston, ehe die Rangers wieder zum Leben erweckt wurden und die drei weiteren Partien für sich entscheiden konnten. Das siebte Spiel im Boston Garden entwickelte sich zu einem Unvergesslichen. Ray Getliffe, einer der eher unauffälligen Akteure der Bruins, brachte Boston im zweiten Drittel in Führung. Rangers Verteidiger Muzz Patrick, der Sohn von New Yorks Trainer Lester, egalisierte kurz darauf den Rückstand. Das Aufeinandertreffen stand auch nach 60 Minuten 1-1 und ging in die Overtime, als Blueshirt Neil Colville beim Alleingang auf Goalie Frank Brimsek vor lauter Angst, die Entscheidung auf dem Schläger zu haben, kläglich vergab.

Schließlich ging von Eddie Shore die Szene aus, die die Begegnung für Boston glücklich enden ließ. Shore drang schnell in das gegnerische Drittel ein und bediente Roy Conacher. Obwohl dieser gestoppt wurde, schnappte sich Bill Cowley in der Ecke den freien Puck und passte in die Mitte, wo kein anderer als Hill stand. Dieser beförderte die Scheibe in das Gehäuse zum 2-1 Sieg und wurde damit zum einzigen Spieler in der NHL-Geschichte, der drei Overtime-Tore in einer Serie erzielte. Boston gewann den Stanley Cup und Hill war fortan für alle nur noch Mister 'Sudden Death'.

Toronto Maple Leafs gegen Detroit Red Wings

Stanley Cup Finale, 22. April 1945

Die Leafs kontrollierten die Serie von Beginn an, vor allem durch den Rückhalt von Rookie Goalie Frankie McCool, der drei Shutouts in Folge verbuchen konnte und Toronto zu einer 3-0 Führung verhalf. Eine Sensation schien sich anzubahnen, denn die Kanadier hatten die Saison mit 15 Punkten weniger als die Red Wings abgeschlossen und bereits im Halbfinale die topgesetzten Montreal Canadiens, die nur acht Begegnungen während der gesamten Spielzeit verloren hatten, überraschend ausgeschalten.

Doch genau wie 1939, war die Serie mit dem 3-0 noch längst nicht beendet. Detroits Torhüter Harry Lumley, wie sein Gegenüber McCool ein Neuling, sicherte seinem Team mit starken Auftritten Spiel vier, fünf und sechs. In den beiden letzten blieb er ohne Gegentor.

Das siebte Spiel gestaltete sich in Detroits damaligen Stadion Olympia wie eine klassische Schachpartie: Jeder Zug des Anderen wurde perfekt gekontert. Die Partie war prädestiniert für eine Verlängerung, als Torontos Babe Pratt eingriff und im letzten Drittel für die Entscheidung zu Gunsten der Gäste sorgte. Pratts überraschendes Tor sicherte den Ahornlättern nicht nur den Cupgewinn, sondern beendete auch eine der merkwürdigsten Serien der NHL.

New York Rangers gegen Detroit Red Wings

Stanley Cup Finale, 23. April 1950

Obwohl Starspieler Gordie Howe wegen einer ernsten Kopfverletzung passen musste, wurde von den Red Wings der Gewinn des Stanley Cup Finales über die Rangers mit Sid Abel, Ted Lindsay und Harry Lumley in ihren Reihen erwartet. Doch die Mannen vom 'Big Apple', die auf dem Weg ins Finale die Canadiens ausgeschaltet hatten, gestalteten sich als Spielverderber und kämpften tapfer gegen das übermächtige Detroit. Erschwerend kam hinzu, dass die Rangers ihre 'Heimspiele' in Detroit austragen mussten, weil im Madison Square Garden ein Zirkus gastierte. Nach fünf Spielen waren die Gäste mit 3-2 in Front, verspielten in der sechsten Partie aber eine Führung nach zwei Dritteln und verpassten so eine Sensation.

Im siebten Spiel sorgte New York früh für einen 2-0 Vorsprung. Doch nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung bekamen die Red Wings eine Überzahlsituation, die die Hausherren zu zwei Treffern nutzten. Während des zweiten Abschnitts schossen Buddy O'Connor für New York und nicht einmal fünf Minuten später Jimmy McFadden für Detroit je ein Tor. Das so entstandene 3-3 hielt bis zur zweiten Overtime, jedoch hatten Pfosten und Latte einen gehörigen Anteil daran. Nicht weniger als drei Rangers - O'Connor, Don Raleigh und Nick Mickoski - fehlten Zentimeter, um sich in die Annalen der NHL einzutragen.

Die überaus spannende Serie fand ein unwürdiges Ende, indem Red Wing Pete Babando, der in der Regel nicht gerade viel Eiszeit bekam, einen harmlosen Schuss zwischen die Füße und Schläger hindurch, vorbei an Rangers Goalie Chuck Rayner, im Gehäuse versenkte.

Montreal Canadiens gegen Boston Bruins

Liga-Halbfinale, 10. Mai 1979

In der Saison 1978/79 trafen im Halbfinale die beiden Traditionsmannschaften, der Tabellenerste der Adams Division, die Boston Bruins, und der Tabellenerste der Norris Division, die Montreal Canadiens, aufeinander. Die Kanadier, die zuletzt drei Mal den Stanley Cup in Folge gewonnen hatten, gingen Dank ihrer 115 Punkte während der regulären Saison als Favorit in die Serie, die aber auf Grund der starken Leistung der Bruins über die volle Distanz ging.

Bostons Rechtsaußen Rick Middleton schoss in der 57. Minute des siebten Spiels ein Powerplaytor und brachte sein Team mit 4-3 in Führung. Siegessicher feierten die Fans der Bruins. Doch die Freude währte nicht lange, denn Boston bekam wegen eines Wechselfehlers eine überflüssige Strafzeit und Montreals Guy Lafleur nutzte die daraus resultierende Überzahl und markierte den Ausgleich 74 Sekunden vor der Schlusssirene. Das Elend der Bruins fand seine Fortsetzung, als Yvon Lamberts Schuss, von Goalie Gilles Gilberts Schoner abgefälscht, ins Tor trudelte und die Niederlage der US-Amerikaner perfekt machte.

Nach dem verlorenen Spiel sagte Trainer Don Cherry, dass er sich nur noch hinsetzen und weinen wolle. Die Canadiens gewannen ihren vierten Titel hintereinander, während Cherry in Boston seinen Hut nehmen musste.

New York Islanders gegen Washington Capitals

Patrick Division Halbfinale, 19. April 1987

Die Islanders lagen mit 1-3 in der Serie zurück, aber für sie war es nichts neues mit so einer Situation umzugehen. Mit zwei Siegen schafften sie noch den Ausgleich und erzwangen so das siebte Spiel, das wegen seiner Länge in die Geschichte der NHL eingehen sollte. Als die Capitals das 2-1 erzielt hatten, glaubte jeder, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, wann die Mannen von New York das Remis herstellen würden. Doch niemand ahnte auch nur im Geringsten, wie lange sie brauchen würden, um die Partie für sich zu entscheiden.

Nachdem Bryan Trottier in der 55. Minute das 2-2 markierte, traten die Teams eine wahre Overtime-Schlacht an. Die Begegnung setzte sich so lange fort, dass der Organist im Capital Center in jeder Unterbrechnung die Titelmelodie aus der Serie 'Twilight Zone' anspielte. Es war wirklich bizarr mit anzusehen, denn beide Teams hatten so viele Großchancen, ohne jedoch den Schlusspunkt setzen zu können.

Das Spiel begann Samstag Abend, doch in dem Moment, als Pat LaFontaine es in der vierten Verlängerung für die Islanders glücklich beendete, zeigte die Uhr schon zwei Uhr früh am Sonntag. Nach 128:47 Minuten Spieldauer, hatte sich New York für die nächste Runde qualifiziert, zu der die geschlauchten Akteure bereits am Montag Abend in Phialdelphia antreten mussten.