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Vancouver wartet auf die Wende

Freitag, 05.03.2013 / 4:09 PM / NHL.com/de - Nachrichten

Von Bernd Roesch - Eishockey.com

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Vancouver wartet auf die Wende
Vancouver wartet auf die Wende

Playoffs im Frühjahr, das ist die Zeit, die bei jedem Eishockeyfan den Puls höher schlägen lässt, die Zeit in der die Teams von ihren Anhängern von der ersten Spielminute an frenetisch unterstützt und zu einem Heimsieg getrieben werden. Das ist die Zeit von Emotionen auf dem Eis, die Zeit in der jeder Spieler auch in aussichtslosen Situationen sein Bestes gibt um sich den Traum von einem Stanley Cup Sieg zu erfüllen. Auch wenn das Playoffaus naht, bis zum letzten Tor in der letzten Partie bleibt die Hoffnung auf eine Spielwende, auf ein Wunder erhalten.

Die diesjährigen Playoffs sind gerade einmal drei Tage alt und in der westkanadischen Metropole Vancouver macht sich schon so etwas Ähnliches wie Frust unter den Fans der Canucks breit. Wie das? Was ist geschehen? Die Canucks haben ihre erste Conference Viertelfinalpartie gegen die San Jose Sharks mit 1-3 verloren. In einer best-of-seven Serie ist das eigentlich noch lange kein Beinbruch. Doch die Art und Weise wie sich das Team von Headcoach Alain Vigneault in ihrem Auftaktmatch präsentiert hat, lässt Erinnerungen wach werden an das letzte Jahr, als die Westkanadier als punktbestes Team der Liga in die Playoffs gestartet waren und dann sang- und klanglos in der ersten Playoffrunde gegen den späteren Stanley Cup Champion aus Los Angeles mit 1-4 Siegen den Kürzeren gezogen hatten.

Schauen wir noch ein weiteres Jahr zurück. Juni 2011: Die Canucks hatten die Riesenchance in einem alles entscheidenden siebtem Spiel auf heimischen Eis die begehrte Eishockeytrophäe zu gewinnen, unterstützt von knapp 19.000 euphorischen Fans in der Rogers Arena. Die gesamte Stadt Vancouver befand sich vor der Partie in einer Art freudigem Ausnahmezustand. Zehntausende vor den Leinwänden auf den Plätzen waren bereit den ganz großen Sieg zu bejubeln und der Freude über den ersten Stanley Cup Gewinn ihrer Canucks Luft zu verschaffen.

Das, was dann von der Mannschaft während der 60 Minuten gegen die Boston Bruins geboten wurde, war Blamabel. Man kann einem Gegner spielerisch unterlegen sein und die Bruins waren damals auch eindeutig das bessere Team, doch man kann sich nicht seinem sportlichen Schicksal vor eigener Kulisse so ergeben - ohne Biss und ohne Mumm.

Seit dieser Partie von vor fast zwei Jahren haben die Canucks kein Playoffheimspiel mehr gewonnen. Es folgten drei Heimpleiten gegen Los Angeles und am vergangenen Mittwoch eine gegen die Sharks. Das macht summa summarum fünf Playoffheimniederlagen in Folge, als ein Team das in der regulären Saison immer von seiner Heimstärke profitiert hat. Ebenso wie es aus seiner Torgefährlichkeit Nutzen ziehen konnte, wenngleich sie von dieser schon während der Saison 2013 im Vergleich zu den regulären Spielzeiten der Jahre zuvor eingebüßt haben.

Nur in zwei ihrer letzten 13 Playoffpartien haben die Canucks mehr als zwei Tore pro Spiel erzielen können. Das ist einfach zu wenig für einen Kader, der im Sturm mit Alexandre Burrows, Ryan Kesler, Mason Raymond, und nicht zuletzt mit den schwedischen Zwillingen Daniel und Henrik Sedin durchaus gut besetzt ist. Den einzigen Treffer gegen die Sharks schossen diese sich selbst ins eigene Tor.

Es sind also von Jahr zu Jahr die gleichen Protagonisten der Canucks, die in den Playoffs nicht im Stande sind ihr gesamtes Leistungsvermögen abzurufen. Hoffnung setzten die Anhänger der Canucks auf die Neuverpflichtung von Derek Roy zur Wechselfrist und dass ihr Team mit Cory Schneider eine neue Nummer 1 gefunden hat. Schneider laboriert noch an einer Verletzung und so stand gegen San Jose wieder Roberto Luongo im Kasten. Er agierte weitgehend fehlerfrei, hatte einige tolle Paraden in petto, blieb aber eben auch glücklos als Torwart des unterlegenen Teams.

Selbst die Aussagen ihres Teamkapitäns nach der Heimpleite lassen Erinnerungen wach werden an vergangene Zeiten. "Wir haben nicht schlecht gespielt, doch wir müssen uns in allen Bereichen um ein paar Prozent steigern und unsere Topreihe sogar noch ein ganzes Stück mehr", zeigte sich Henrik Sedin einigermaßen selbstkritisch und fügte hinzu: "Es ist wichtig, dass wir mehr Druck in der gegnerischen Zone aufbauen."

Trainer Vigneault sah u.a. als einen Grund für die Niederlage das fehlerhafte Unterzahlspiel: "Im Penalty Killing müssen wir besser werden und auch deutlich mehr Bullys gewinnen."

Den Fans fehlt mittlerweile der Glaube, dass diesen Worten auch Taten auf dem Eis folgen werden. Sie lassen sich aber gerne positiv überraschen, am Liebsten schon Freitagnacht beim zweiten Aufeinandertreffen mit den Nordkaliforniern.