Wir haben die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzrichtlinie aktualisiert. Durch die fortgesetzte Nutzung der Online-Services der NHL erklären Sie sich mit diesen aktualisierten Dokumenten und der Schlichtung von Streitigkeiten durch Schiedsverfahren einverstanden.
Willkommen |Konto|Abmelden 
NEU! MELDEN SIE SICH BEI IHREM SOZIALEN NETZWERK AN
ODER
 

Ruff musste gehen

Donnerstag, 02.21.2013 / 6:54 PM / NHL.com/de - Nachrichten

Von Bernd Roesch - Eishockey.com

Teile es mit Freunden


Ruff musste gehen
Ruff musste gehen

Lange ist es her, doch eingefleischte NHL-Fans können sich vielleicht noch an einen oder mehrere dieser klangvollen Namen erinnern. Donald Audette, Matthew Barnaby, Verteidiger Jason Woolley und natürlich Dominik Hasek, um nur einige zu nennen. Als diese Ende der 90er Jahre ihre sportliche Blütezeit hatten, begann Lindy Ruff sein erstes Engagement als Hauptverantwortlicher Trainer einer NHL-Franchise. Zuvor hatte er vier Jahre lang bei den Panthers, der damals neu in Florida gegründeten Franchise, als Assistent erste Erfahrungen als Trainer sammeln können.

Am vergangenen Dienstag, fast zwei Jahrzehnte nachdem er seine Trainerkarriere begonnen hatte, sitzt der mittlerweile 53-Jährige nach der Partie gegen die Winnipeg Jets auf der Pressekonferenz und wirkt ratlos: "Ich werde mich sicher nicht hierherstellen und nach Entschuldigungen suchen, für das was wir eben gesehen haben. Es ist wirklich schwer zu erklären und Gründe dafür zu finden, warum wir in diesem Jahr so schlecht spielen."

Seine Sabres hatten eben, nach einer katastrophalen Vorstellung, im heimischen Niagara Falls Center gegen die Jets mit 1-2 Toren verloren. Für Ruff sollte es vorerst die letzte Pressekonferenz bei den Sabres gewesen sein. Am folgenden Morgen wurde er von Buffalos General Manager Darcy Regier seiner Aufgaben entledigt und beurlaubt. Man darf Regier abnehmen, dass ihm diese Entscheidung sehr schwer gefallen ist.

Seit 1997, im Profieishockeysport eine Ewigkeit, leitete Ruff die sportlichen Geschicke bei den Sabres und war, auch als es in manchen Spielzeiten für die Sabres nicht gut lief und die Playoffs verpasst wurden, unumstritten. Er konnte große Erfolge feiern mit der Franchise, für die er schon als knallharter Verteidiger von 1979 bis 1989, am Ende auch als Teamkapitän, aktiv gewesen war.

Regier gab unumwunden zu, dass Buffalos letzter Heimauftritt, bei dem das Team mehrmals von den Zuschauern ausgebuht wurde, ausschlaggebend dafür war, dass Lindy Ruff gehen musste: "Diese letzte Vorstellung hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Es war doch offensichtlich, dass noch Antworten auf zuviele Fragen offen geblieben sind. Ich dachte lange Zeit, dass es voran geht, aber am Ende sah es so aus, dass wir nach einem Schritt vorwärts, postwendend zwei nach hinten gingen."

In diesem Profigeschäft ungewöhnlich emotional äußerte sich Sabres Teameigner Terry Pegula zu der Entlassung: "Die ganze Eishockeywelt weiß, wie sehr nicht nur ich sondern die gesamte Organisation der Buffalo Sabres Lindy Ruff schätzt, nicht nur als Trainer sondern eben auch als Mensch. Seine durchwegs guten Charakterigenschaften haben uns diese Entscheidung sehr schwer gemacht. Ich möchte, dass Lindy weiß, dass er mich immer als Freund betrachten kann."

Der größte Erfolg von Lindy Ruff in seiner 15-jährigen Amtszeit war die Stanley Cup Finalteilnahme 1999, als sich seine Mannschaft erst im sechsten Spiel den Dallas Stars geschlagen geben musste. Neunmal erreichte der in Edmonton geborene Kanadier mit den Sabres die Playoffs. Ende der regulären Spielzeiten 2006/07 und 2009/10 standen die Sabres an der Tabellenspitze der Northeast Division, insgesamt viermal drangen sie bis in das Conference Finale vor. Mit 571 doppelten Punktgewinnen ist Ruff der Trainer mit den meisten Siegen in der Sabres-Historie. Eine ganz besondere Ehrung wurde Ruff zum Ende der Spielzeit 2005/06 zuteil, indem er als bester Trainer des Jahres mit dem Jack Adams Award ausgezeichnet wurde.

Ruff selbst hat sich nie auf diese Lorbeeren ausgeruht, dennoch musste das Management der Sabres angesichts der aktuellen Tabellensituation mit Platz elf in der Eastern Conference handeln, sie mussten einen Impuls setzen, der auch den Kader aufrüttelt.

Nur wenige Stunden nach der Entlassung gaben sie bekannt, dass bis zum Saisonende Ron Rolston als Interimslösung den Job von Ruff übernehmen wird. Rolston, der ältere Bruder von dem ehemaligen NHL-Spieler Brian Rolston, war zuletzt Headcoach bei Buffalos Farmteam in der AHL, den Rochester Americans, gewesen. Seine Bilanz in den zwei Jahren bei Rochester beläuft sich auf 63 Siege, 44 Niederlagen und 17 Unentschieden.

Die Zukunft wird zeigen, ob es Rolston schaffen wird, die Buffalo Sabres bis an die Playoffplätze heranzuführen. Lindy Ruff werden wir wohl bald wieder hinter der Bande eines NHL-Teams stehen sehen, vielleicht demnächst bei den Washington Capitals.