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Bestleistung kontra Teamerfolg

Dienstag, 02.05.2013 / 10:14 PM / NHL.com/de - Nachrichten

Von Stefan Herget - Eishockey.com

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Bestleistung kontra Teamerfolg
Bestleistung kontra Teamerfolg

Der Sonntagnachmittag mit dem Spiel gegen die Florida Panthers war symptomatisch für das Auftreten der Buffalo Sabres in dieser Saison. Nach drei Treffern, alle unter Beteiligung der ersten Reihe, führten die Hausherren mit 3-1 gegen einen weniger stark eingeschätzten Gegner aus dem Südosten. An allen Erfolgserlebnissen wirkte der Österreicher Thomas Vanek durch ein Tor und zwei Vorlagen mit und schraubte so sein Punktekonto auf 19 Zähler, so viele wie derzeit kein anderer in der NHL vorweisen kann.

In allen seinen acht Auftritten, einmal fehlte er wegen einer Verletzung, verbuchte er mindestens einen Scorerpunkt und liegt so nach über zwei Wochen überraschend an der Spitze der Tabelle in dieser Kategorie. Nicht die hoch gewetteten Steven Stamkos, Sidney Crosby, Evgeni Malkin oder Alex Ovechkin stehen dort, sondern er: Thomas Vanek, die Nummer 26 der Buffalo Sabres.

So könnte er eigentlich vollends zufrieden sein mit dem Saisonauftakt, wenn nicht im Gegenzug die Ergebnisse der Mannschaft das Bild trüben würden. Selbst gegen Florida reichte die zwischenzeitliche 3-1 Führung nicht, um wenigstens einen Punkt zu behalten. Durch drei unbeantwortete Tore unterlagen die Sabres am Ende mit 3-4 und standen erneut mit leeren Händen da. Lediglich sieben magere Punkte aus den neun absolvierten Spielen bedeuten auf jeden Fall unter Durchschnitt, was der zwölfte Platz in der Eastern Conference widerspiegelt.

Noch ist das Feld der Tabelle dicht gedrängt, aber auch die 1-6 Niederlage von Buffalo am Samstag in Montreal verheißt nichts Gutes. Dabei zeigte der 7-4 Erfolg in Boston zwei Tage zuvor, dass durchaus Potenzial in der Mannschaft steckt.

Woran es krankt, offenbart die Statistik sehr deutlich. An 19 von 27 Toren, also über 70 Prozent der Treffer, ist die erste Reihe um Vanek, Kapitän Jason Pominville und dem Neuzugang aus dem letzten Jahr Cody Hodgson beteiligt. Die drei funktionieren im Zusammenspiel prächtig und sind mit der Grund, warum der 29-jährige gebürtige Wiener derzeit so effektiv spielt.

Die Problematik, die hinter dieser Tatsache steckt ist allerdings nachvollziehbar. „Die Reihe hat wirklich gut gespielt“, sagte Trainer Lindy Ruff nach der Niederlage gegen Florida über seine Topleute, um gleich danach das Grundübel anzufügen: „Die Chemie zwischen ihnen stimmt und sie spielen gut, kreieren schöne Spielzüge, aber wir brauchen unbedingt andere Leute, die sich in die Torschützenliste eintragen.“

In der Tat sieht es nach Vanek, Pominville (13 Punkte) und Hodgson (9 Punkte) sehr mau aus. Es folgen Center Tyler Ennis und Linksaußen Marcus Foligno mit fünf, Rechtsaußen Drew Stafford mit drei, sowie die Center Steve Ott und Mikhail Grigorenko mit jeweils zwei Scorerpunkten. Es folgt noch der deutsche Jochen Hecht mit einem Assist, aber für alle weiteren Stürmer steht sogar eine enttäuschende Null.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich ein Team so kaum in der Spitzengruppe etablieren kann, zumal es dann für den Gegner leicht auszurechnen ist.

So schmeckt der persönliche Erfolg für Thomas Vanek etwas bitter. Für ihn ist es einerseits ein wichtiger Faktor, weil sein langjähriger gut dotierter Vertrag im Sommer 2014 ausläuft und er sich deswegen rechtzeitig für eine Verlängerung oder für den Markt attraktiv gestaltet. Andererseits will der Stürmer mit den Sabres eigentlich höhere Sphären erreichen, als die letzten Jahre, wo entweder die Playoffs gar nicht erreicht wurden (2008, 2009 und 2012) oder in der ersten Runde bereits beendet waren (2010 und 2011).

Noch ist genügend Zeit für die Mannschaft die Kurve zu kriegen. Aber aufgrund des dicht gedrängten Spielplanes können Schwächephasen schnell den Weg nach unten weisen. Die Probleme wurden erkannt und werden sicher von Trainer Ruff und seinen Assistenten angepackt. Sollte keine Besserung eintreten werden sie vor der Wahl stehen, ihre Topreihe aufzuteilen, um andere Stürmer aus dem Tief zu holen, was aber genauso die Gefahr in sich birgt, dass dann das gesamte Team nicht mehr funktioniert.