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Darüber spricht man im Westen

Dienstag, 01.08.2013 / 7:04 PM / NHL.com/de - Nachrichten

Von Bernd Roesch - Eishockey.com

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Darüber spricht man im Westen
Darüber spricht man im Westen

Darauf haben alle gewartet, die Teameigner, die Spieler und Eishockeyfreunde weltweit. Die NHL-Saison 2012/13 wird in wenigen Tagen beginnen. Die neue Saison wird zeigen, ob sich die 30 Teams erfolgreich aufgestellt haben. Welche Mannschaften aus der Western Conference haben während der eishockeyfreien Zeit für Gesprächsstoff gesorgt, was wird uns verwundern und wer ist gleichzeitig ein Anwärter auf die vorderen Plätze?

Der Titelverteidiger

Der Stanley Cup Champion 2012, die Los Angeles Kings waren die große Überraschung des letzten Jahres. Gerade einmal als Achtplatzierte hatten sie den Sprung in die Playoffs geschafft und dann auf dem Weg zum Titelgewinn alle Favoriten aus dem Weg geräumt.

Eine Erfolgsmannschaft darf man nicht trennen, das denkt sich auch das Management der Kalifornier, unter der Regie von General Manager Dean Lombardi und Trainer Darryl Sutter, die ganz auf Konstanz bauen. Die Kings hielten sich auf dem Transfermarkt zurück und können auch, mit Ausnahme von Ethan Moreau, der im Sommer seine Karriere beendet hatte, auf den gleichen Kader zurückgreifen, der ihnen den größten Triumph ihrer Vereinsgeschichte beschert hat.

Dennoch dürfte es für die Kings in der kommenden Saison sehr schwer werden ihren Titel zu verteidigen. Die Kontrahenten sind gewappnet. Seit 14 Jahren konnte kein Stanley Cup Sieger diesen Erfolg im nachfolgenden Jahr wiederholen.

Los Angeles Playoff-Durchmarsch resultierte auch daraus, dass sie weitgehend vom Verletzungspech verschont geblieben waren. Darauf müssen sie auch in der kommenden Saison hoffen ebenso, dass Goalie Jonathan Quick an die überragenden Leistungen vom Vorjahr anknüpfen kann.

Fragezeichen Luongo

Schon seit Jahren gehören die Vancouver Canucks zu den Topadressen in der Western Conference. Als einzige Mannschaft aus der Northwest Division hatten sie sich in der vergangenen Saison für die Playoffs qualifiziert, mussten sich dann aber gleich in der ersten Runde dem späteren Champion geschlagen geben.

Seit dieser Zeit steht in der westkanadischen Metropole ein Mann im Fokus: Torwart Roberto Luongo. Nach den ersten zwei Playoffniederlagen verlor er seinen Platz als Nummer 1 im Kasten an Cory Schneider. Luongos Tage bei den Westkanadiern scheinen gezählt. Wohin sein Weg führen wird, das steht noch nicht fest. Interesse wird vor allem aus Toronto und Florida bekundet. Was jedoch einen schnellen Wechsel verhindert, ist sein noch sechs Jahre laufender Vertrag, der ihm US$ 40 Millionen zusichert.

Ob nun mit oder ohne Luongo die Canucks werden auch in der Saison 2013 ein gehöriges Wörtchen mitreden, um im Westen als punktbestes Team abzuschließen. Die beiden Brüder Henrik und Daniel Sedin beweisen schon seit Jahren, dass sie in der regulären Saison zu den Topscorern der Liga zählen und kaum eine andere Franchise ist in der Offensive durchgehend so gut besetzt wie die Canucks, deren Spieleretat aktuell auch der dritthöchste in der gesamten Liga ist.

Kräftig investiert

Richtig viel Geld in die Hand genommen haben die Minnesota Wild während der spielfreien Zeit. Mit der Verpflichtung des letztjährigen Stanley Cup Finalisten Zach Parise von den New Jersey Devils und von Nashvilles Verteidiger Ryan Suter hat Wilds General Manager Chuck Fletcher zwei Hochkaräter an Land gezogen.

Zusammen mit Center Mikko Koivu und Rechtsaußen Dany Heatley, in der Saison 2011/12 mit 53 Scorerpunkten Minnesotas bester Angreifer, dürften die Wild nun über eine äußerst produktive erste Sturmformation verfügen, die nur schwer gestoppt werden kann.

Hinzu kommt noch das finnische Nachwuchstalent, der erst 20-jährige Mikael Granlund. Minnesotas Erstrundendraftpick von 2010 hat durchaus das Zeug dazu, auf Anhieb bei seinem neuen Arbeitgeber für Furore sorgen zu können. So gesehen wäre alles andere als ein Platzierung unter den Besten für die Wild eine herbe Enttäuschung.

Erfahrene Durchschlagskraft

Fünf Jahre ist es bereits her, dass die Dallas Stars zum letzten Mal eine Saison unter den besten Acht abgeschlossen haben. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich Dallas GM Joe Nieuwendyk dazu gezwungen sah, sich auf dem Spielermarkt umzusehen.

Dabei baute er ganz auf Erfahrung. Mit Jaromir Jagr und Ray Whitney nahm der ehemalige NHL-Crack zwei über 40-jährige namhafte NHL-Veteranen unter Vertrag. Die beiden Flügelstürmer haben im letzten Jahr bewiesen, dass sie keineswegs schon zum alten Eisen gehören. Jagr brachte es auf 19 Tore und 35 Assists in 73 Partien für die Philadelphia Flyers und Whitney war mit 24 Treffern sowie 53 Assists sogar Topscorer bei den Phoenix Coyotes. Ein weiterer Neuzugang ist der ebenfalls schon 30 Jahre alte Center Derek Roy von den Buffalo Sabres.

Das größte Manko der Texaner, auch ein Grund warum sie zuletzt einen Playoffplatz verpasst hatten, war ihr mangelhaftes Überzahlspiel, das schlechteste in der gesamten Liga. Dies dürfte wohl der Vergangenheit angehören. Whitney und Jagr brachten es in der vergangenen Saison auf jeweils 20 Scorerpunkte im Powerplay.

Junge Talente

Einen komplett anderen Weg als die Franchise aus Texas schlagen die Edmonton Oilers unter ihrem neuen Headcoach Ralph Krueger ein. Sie setzen ganz und gar auf ihre jungen begabten Spieler. Seit ihrem überraschenden Einzug in das Stanley Cup Finale 2006 verpassten die Westkanadier regelmäßig die Playoffplätze. Nicht nur das, sie fanden sich in den letzten vier Jahren durchgehend im Tabellenkeller der Western Conference wieder.

Keine andere Mannschaft in der Liga dürfte über ein solches Potenzial an Talenten verfügen wie die Oilers. Ryan Nugent-Hopkins hat zuletzt bei der U20 Eishockey-Weltmeisterschaft mit 15 Punkten in sechs Partien gezeigt, dass er fast schon in Topform ist. Sollte der erst 21-jährige Taylor Hall vom Verletzungspech verschont bleiben ist er für durchaus 70 Scorerpunkte gut.

Nicht vergessen darf man den in 2012 an Nummer 1 gedrafteten Nail Yakupov, dem auf Anhieb der Sprung in den Stammkader gelingen dürfte, ebenso wie dem erst 22-jährigen Verteidiger Justin Schultz, der als Unrestricted Free Agent in Edmonton unterschrieben hat.

Die Edmonton Oilers sind also durchaus prädestiniert dazu in diesem Jahr einen Riesensprung nach vorne zu machen und für positive Schlagzeilen zu sorgen.

Die nahe Zukunft wird es zeigen.