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US-Boys holen Gold

Von Bernd Roesch - Eishockey.com

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US-Boys holen Gold
US-Boys holen Gold

Bei der IIHF U20 Eishockey-Weltmeisterschaft in Ufa, Russland konnte sich die US-Auswahl mit einem 3-1 Triumph im Endspiel über das Team aus Schweden die Goldmedaille sichern und den Vorjahressieger entthronen.

In der insgesamt sehr ausgeglichenen, von der Taktik bestimmten Partie vor 6000 Besuchern in der gut besuchten aber nicht ausverkauften Ufa Arena ging es mit einem torlosen Remis in die erste Pause. Die Amerikaner hatten sich kurz zuvor eine Strafe eingehandelt und so konnte der Titelverteidiger aus Schweden den zweiten Abschnitt mit einem Mann mehr auf dem Eis beginnen. Filip Sandberg nutzte die nummerische Überlegenheit um sein Team zunächst in Führung zu schießen. Nach einer knappen halben Stunde brachte ein Doppelschlag die US-Nationalmannschaft auf die Siegerstraße. "Ich bin sehr stolz auf dieses Team. Wir wurden von Spiel zu Spiel besser", zeigte sich Phil Housley, der zum ersten Mal als Trainer der U20 Junioren an einer IIHF-Weltmeisterschaft teilgenommen hat, nach der Partie zufrieden.

Die Skandinavier bemühten sich zwar redlich, scheiterten aber selbst aus aussichtsreichen Positionen immer wieder an John Gibson im Kasten der Amerikaner. Mit seinen 26 Paraden hatte der ansonsten bei den Kitchener Rangers in der OHL agierende Goalie maßgeblichen Anteil am Weltmeistertitel der US-Boys und wurde bei der Siegerehrung auch als wertvollster Spieler (MVP) des Turniers ausgezeichnet. "Es fühlt sich einfach großartig an. Es ist mir wichtig, dass die Mannschaft erster wurde und Gold geholt hat. Daran werde ich mich stärker erinnern als an den MVP-Titel", sagte Gibson.

Die Entscheidung für die USA besorgte Stürmer Vince Trocheck mit einem Empty Netter als die Schweden ihren Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers bereits vom Eis genommen hatten.

Für die US-Amerikanische U20 Nationalmannschaft ist es der dritte Titelgewinn nach 2004 in Helsinki und 2010 in Saskatoon. Damals hatten sie jeweils ihren diesjährigen Halbfinalgegner, die Kanadier, bezwingen können.

Als fairer Verlierer bewies sich der schwedische Coach Roger Rönnberg: "Wir sind hier mit einem jungen Team angetreten. Wir haben alles gegeben, was wir konnten. Vielleicht hätten wir uns in die Verlängerung retten können, aber die USA war heute einfach das bessere Team. Sie haben es verdient zu gewinnen und sind auch die wahren Champions."

Vier Stunden zuvor hatten sich an gleicher Spielstätte die vermeintlichen Favoriten auf die Goldmedaille, die Mannschaften aus Kanada und Russland, im kleinen Finale gegenübergestanden. Sie lieferten sich einen offenen Schlagabtausch mit insgesamt elf Treffern. Am Ende hatte das Gastgeberteam mit 6-5 Toren nach Verlängerung knapp die Nase vorne. Den Siegtreffer markierte Valeri Nichushkin als in der Overtime gerade einmal 95 Sekunden absolviert waren. Die Sbornaja hatte, anders als im Halbfinale gegen Schweden, einen klasse Start erwischt. Noch keine fünf Minuten waren absolviert als sie bereits mit 2-0 in Front lagen. Nach dem dritten Treffer für die Russen von Kirill Diyakov zum 3-1 musste Kanadas Schlussmann Jordan Binnington, der diesmal zunächst den Vorzug gegenüber Malcolm Subban bekommen hatte, auch schon wieder seinen Kasten räumen. Angeführt von Ryan Nugent-Hopkins, der an vier der fünf Treffer der Ahornblätter beteiligt gewesen war, kamen die Kanadier wieder zurück ins Spiel. In den letzten Minuten der regulären Spielzeit hatte Russlands Torsteher Andrei Makarov zweimal das Glück auf seiner Seite als das Torgestänge für ihn rettete. So blieb die kanadische Auswahl zum ersten Mal seit 14 Jahren bei dem jährlich stattfindenden Turnier ohne Medaillengewinn.

Bereits am Freitag hat das deutsche Juniorenteam den Abstieg in die Division I mit einem 5-2 Sieg über Lettland verhindern können und wird auch im nächsten Jahr an der IIHF Weltmeisterschaft 2014 der Top-Division im schwedischen Malmö teilnehmen können. Der überragende Akteur auf dem Eis in der Abschlusspartie war der erst 17-jährige Leon Draisaitl mit zwei Treffern und zwei Assists. Bedenkt man, dass die DEB-Auswahl zum ersten Mal seit 1998 in zwei aufeinanderfolgenden Jahren in der Top-Division spielen wird ist ihr Abschneiden durchaus als großer Erfolg zu werten. So ist es auch verständlich, dass der deutsche Trainer und ehemalige Nationalspieler Ernst Höfner nach der Partie überglücklich war: "Das ist ein ganz tolles Gefühl, dass wir diesmal in der Top-Division bleiben. Das erste Mal ist immer etwas ganz Besonderes." Höfner betreut bereits seit 14 Jahren die U20 Junioren.

Ein besonderes Kompliment hat auch die Schweizer U20 Nationalmannschaft verdient. Sie mussten sich im Spiel um Platz 5 zwar der Tschechei mit 3-4 geschlagen geben. Dies war aber während des gesamten Turnierverlaufs ihre einzige Niederlage in der regulären Spielzeit und zeigt erneut, dass sie sich mit ihrem Nachwuchs vor den großen Eishockeynationen nicht verstecken müssen.