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U20 WM-Finalisten stehen fest

Donnerstag, 01.03.2013 / 4:49 PM / NHL.com/de - Junioren Eishockey-Weltmeisterschaft 2013

Von Bernd Roesch - Eishockey.com

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U20 WM-Finalisten stehen fest
U20 WM-Finalisten stehen fest

Mit einem 5-1 Achtungserfolg über die hochfavorisierten Kanadier zog das US-amerikanische Juniorenteam bei der IIHF U20 Junioren Eishockey-Weltmeisterschaft in das am Samstag stattfindende Finale ein, in dem sie auf die Mannschaft des Titelverteidigers Schweden treffen werden.

Die von Ex-NHL Verteidiger Phil Housley betreuten US-Boys erarbeiteten sich im Prestigeduell gegen ihre nordamerikanischen Nachbarn durch einen Doppelschlag ihres Teamkapitäns bereits eine 2-0 Führung im ersten Drittel. Kurz nach der Pause war erneut der Verteidiger von der University of Wisconsin an einem Treffer der Amerikaner beteiligt und es stand 3-0. Ihr Torhunger, den sie schon am Vortag im Viertelfinale gegen die Tschechei bei ihrem 7-0 Kantersieg gezeigt hatten, war damit aber noch nicht gestillt. Eine knappe halbe Stunde war vorüber als mit dem 4-0 die Vorentscheidung fiel. Damit war auch der Auftritt von Kanadas Torsteher Malcolm Subban beendet, der mit nur zwölf Saves bei 16 Torschüssen durch Jordan Binnington, der zu seinem ersten Turniereinsatz kam, ersetzt wurde. Im letzten Spielabschnitt wurde die Partie von den Kanadiern ausgehend etwas ruppiger, doch ausgerechnet als sie mit einem Mann weniger auf dem Eis standen, gelang Ty Rattie bei einem Konter der Anschlusstreffer und die Ahornblätter schöpften wieder Hoffnung. Diese wurde mit dem Tor zum 5-1 Endstand zunichte gemacht. Neben den Torschützen avancierte Schlussmann John Gibson, der insgesamt 33 Torschüsse parieren konnte, zum Matchwinner der Partie. Die US-Amerikaner haben 33 von 39 Aufeinandertreffen mit der kanadischen U20-Auswahl verloren, so auch in der Vorrunde beim diesjährigen Turnier. In den entscheidenden Begegnungen zeigten sie sich zuletzt gegen den Erzrivalen topfit, wie in den Endspielen 2010 und 2004 als sie jeweils den Titel holen konnten.

Erst durch einen 4-3 Zittersieg nach Penaltyschießen im WM-Viertelfinale über die in Ufa vollauf überzeugende Schweizer U20-Auswahl schaffte die Junioren-Sbornaja den Einzug in das zweite Halbfinale, in dem sie auf den Titelverteidiger aus Schweden trafen. Bis 99 Sekunden vor Spielende lagen die Eidgenossen, die sich in herausragender Form in diesem Jahr präsentierten, noch mit 3-2 in Front ehe Nikita Kucherov der Ausgleich gelang. Auch im daraufhin folgenden Shootout war es der junge in der QMJHL für die Rouyn-Noranda Huskies stürmende 19-Jährige dem gegen den Schweizer Schlussmann Melvin Nyffeler das Siegtor gelingen sollte.

Die russische Nationalmannschaft dürfte also vor dem Aufeinandertreffen mit den bis dato unbezwungenen Schweden gewarnt gewesen sein, dass zum Finaleinzug, obwohl vor heimischer Kulisse spielend, nur eine konzentrierte, geschlossene Mannschaftsleistung von der ersten Sekunde an vonnöten sein wird, um die Schweden aus dem Rennen um den Titelkampf zu werfen.

Übermotiviert starteten die Hausherren in die Partie, zogen gleich zu Beginn zwei dumme Strafzeiten und wurden postwendend durch ein Überzahltor von Elias Lindholm bestraft. Noch schlimmer kam es drei Minuten später als Filip Forsberg sogar auf 2-0 erhöhen konnte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Russen noch kein einziges Mal den schwedischen Torsteher prüfen können. Die russische Auswahl wirkte fast gehemmt, auf jeden Fall geschockt und sie konnte, angesichts eines Torschussverhältnisses von 14-2 zugunsten der Skandinavier im ersten Drittel, mit dem 2-Tore Rückstand sogar noch zufrieden sein.

Nicht zurück steckten die Tre Kronor zu Beginn des Mittelabschnitts. Immer wieder brachten sie ihren Gegner in die Verlegenheit. Wie aus heiterem Himmel gelang Andrei Mironov in der 28. Spielminute der Anschlusstreffer mit dem erst vierten Torschuss der Russen in dieser Partie. Fortan kamen die Gastgeber immer besser ins Spiel und erarbeiteten sich einige gute Einschussmöglichkeiten.

Das Ausgleichstor besorgte Mikhail Grigorenko nachdem die Schweden ihrem hohen Anfangstempo etwas Tribut zollen mussten. Sie retteten sich aber noch in die zehnminütige Verlängerung. Die Entscheidung in diesem Eishockeykrimi fiel schließlich im Penaltyschießen, wo Sebastian Collberg als einziger von insgesamt sechs Schützen die Scheibe im Netz versenken konnte und die Schweden weiter von einer erfolgreichen Titelverteidigung am kommenden Samstag träumen lässt.

Zum Schluss noch ein Blick auf das Abschneiden der DEB-Junioren, die in der Relegationsrunde gegen den Abstieg aus der Top Division kämpfen. Mit einem Zähler, den sie sich in der Vorrunde gegen die Slowakei ergattert hatten, starteten sie in den Abstiegskampf. Dort gingen sie, milde ausgedrückt, ohne viel Akzente nach vorne setzen zu können im ersten Spiel gegen die finnische Mannschaft sang- und klanglos mit 0-8 unter. Wobei man berücksichtigen sollte, dass ihre Gedanken im letzten Durchgang, in dem sie gleich fünf Treffer von den Suomi eingeschenkt bekommen hatten, schon beim morgigen entscheidenden Aufeinandertreffen gegen Lettland gewesen sein dürften. Die noch punktlosen Letten suchten gegen die Slowaken ihr Heil in der Offensive, unterlagen am Ende aber etwas unglücklich mit 3-5. Somit kann die Mannschaft von Ernst Höfner aus eigener Kraft mit einem einzigen Sieg am Freitag noch den bitteren Weg zurück in die Division I verhindern.