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Weiterer Schritt zum ersten Titelgewinn

Sonntag, 06.03.2012 / 5:51 AM / NHL.com/de - Nachrichten

Von Stefan Herget - Eishockey.com

Zwei Tage Pause zwischen Spiel 1 und 2 des Stanley Cup Finales sind eher ungewöhnlich und so war die Frage, wer diese Unterbrechung besser nutzen konnte. Beide Trainer Peter DeBoer und Darryl Sutter waren sich einig, dass sie lieber eher gespielt hätten, weil mehr Videoanalysen und Trainings in diesem Stadium auch nichts mehr bringen. Aber die Zeit des Wartens war am Samstagabend 20 Uhr Ortszeit vorbei. Zumindest erwarteten alle Experten ein besseres Spiel als noch am Mittwoch, wo beide Teams doch sehr nervös mit einigen Fehlern agierten. Selbst die meist übliche Ausrede von der schlechten Eisqualität wurde bemüht. Deswegen leisteten die Verantwortlichen im Prudential Center Schwerstarbeit, um diese Bedingungen zumindest zu verbessern und so für ideale Voraussetzungen für ein begeisterndes zweites Spiel zu sorgen.

Doch zunächst bot sich ein aus Spiel 1 gewohntes Bild. Die Devils zwar bemüht Aggressivität und Kampfgeist an den Tag zu legen, aber die Kings standen von Beginn an wieder defensiv gut und ließen durch ihr Zweikampfverhalten nichts anbrennen. Selbst die erste Strafzeit gegen Matt Greene überstanden sie problemlos. Dann der nächste Schock für die Gastgeber und ihre Fans. Aus Verzweiflung während des fliegenden Wechsels seiner Kollegen keinen Anspielpartner zu finden, tankte sich Drew Doughty(8.) vom eigenen Drittel startend über das ganze Feld weitgehend unbedrängt durch und konnte mit einem trockenen Schuss von halbrechts an den langen Innenpfosten und rein, zum 1-0 einnetzen. Nur sieben Sekunden später hatte New Jersey erneut Überzahl, konnte sich dabei erste gefährliche Chancen erarbeiten, aber der Puck wollte, ebenso wie bei einigen schönen Spielzügen in der 13. Minute nicht an Jonathan Quick vorbei. Fast hätte im Gegenzug Mike Richards auf 2-0 erhöhen können, aber Martin Brodeur gab ihm freistehend vor dem Tor keine Lücke. Da die Devils keine weitere zwingende Aktion zeigen konnten, mussten sie erneut mit einem Rückstand in die erste Pause gehen. Die Gäste hatten es wieder geschafft, dem Heimteam den Anfangsschwung zu nehmen. Immerhin konnten diese mit zehn Torschüssen Quick doppelt so häufig prüfen als im ersten Spiel.

Das Bild änderte sich zu Wiederbeginn kaum. Die Devils bissen sich an dem guten Forechecking und intensiven Körperspiel der Kalifornier immer wieder die Zähne aus. Mit Schwung aus der Kabine kommen? Erneut Fehlanzeige! Erst nach gut fünf Minuten die ersten nennenswerten Gelegenheiten der Gastgeber, während die Kings durch ihre Vorstöße Nadelstiche setzten. Los Angeles machte im ersten Powerplay seiner schlechten Statistik in diesem Bereich aller Ehren wert, weil sich in dieser Phase Kontrahent Zach Parise hervorragend vorbereitet von Travis Zajac noch die beste Einschussmöglichkeit bot. Zwei Minuten nach Ablauf konnten sich die Devils wieder mit einem Mann mehr versuchen, aber die beste Möglichkeit wehrte Quick reaktionsschnell ab, als sein Verteidiger Rod Scuderi beim Klärungsversuch jemanden anschoss und die Scheibe Richtung Tor sprang. Die Überzahl verlief so enttäuschend, dass es aus dem Publikum erste Buhrufe gab. New Jersey ließ weiterhin spielerische Kreativität vermissen und versuchte sich mit Torschüssen, die entweder zu ungenau waren oder nur mit Glück ihr Ziel gefunden hätten. Los Angeles hatte sogar meist die besseren Antworten parat, weil sie in der gegnerischen Zone häufig freizügig bewegen konnten. Der bescheidene Auftritt ihrer Mannschaft drückte die Stimmung in der Arena deutlich hörbar, auch wenn einzelne Fangruppen versuchten, anzufeuern.

Die ersten Möglichkeiten des dritten Drittels gehörten erneut den Kings, doch dann fand ein Schuss von Marek Zidlicky endlich seinen Weg ins Netz, weil Ryan Carter(43.) ihn unhaltbar abfälschte. Der 1-1 Ausgleich schien die Devils zu beflügeln und die Verzweiflung der Fans auf den Rängen war gewichen. Bereits im nächsten Angriff wäre fast das 2-1 gefallen, aber ebenso auf der anderen Seite blieben die Kings durch ihre Konter gefährlich. Man merkte, dass die Partie nun in eine wichtige Phase ging, denn die Intensität und der Kampf um jeden Meter nahmen zu. Trotzdem schenkten sich beide Teams nichts und die wirklich großen Chancen fehlten. Das Manko lag eindeutig auf Seite der Hausherren, die unbedingt das Tor benötigten, während die Gäste lauern konnten. Drei Minuten vor dem Ende heimste sich Dainius Zubrus eine dumme Strafzeit wegen Behinderung ein und 50 Sekunden später folgte Doughty, der die Verhältnisse wieder gleich rückte. 18 Sekunden vor dem vermeintlichen Ende trat Ilya Kovalchuk erstmal richtig in Erscheinung, als Dustin Brown den Puck vor das eigene Gehäuse schob, der Russe aber die ungewollte Vorlage des Gegners mit einem Lattentreffer ungenutzt ließ und so für eine weitere Verlängerung sorgte. Zum ersten Mal seit 1951 gingen damit sowohl die erste als auch die zweite Begegnung des Stanley Cup Finales in die Overtime.

Los Angeles hatten den besseren Beginn und Brodeur musste einige Male eingreifen. Glück hatte der kanadische Schlussmann als ihm die Scheibe bei einem Schuss von Doughty durch die Beine rutschte, aber auch rechts am Tor vorbei. Nur eine Minute später waren die Devils knapp dran, doch Zubrus traf freistehend den Puck nicht richtig. Nur drei Minuten später, die Kings hatten sich zuvor in der gegnerischen Zone festgesetzt, verpasste ein Schuss von ihm nur knapp sein Ziel. Es war der Auftakt einer Drangphase von New Jersey. Diese verflachte aber wieder schnell. Die Kings erzwangen schließlich die Entscheidung in der 74. Minute. Zunächst konnte Brodeur noch abwehren, aber Jeff Carter schnappte sich den Puck an der Seite des Tores erneut, umkurvte die Verteidiger und schoss zum Siegtreffer ein.

Unglaublich, dass Los Angeles auch sein zehntes Auswärtsspiel in den diesjährigen Playoffs erneut siegreich gestalten konnte und einen großen Schritt zum ersten Stanley Cup Gewinn gemacht hat. Erst zwei Mal in der Geschichte des Cups sind Teams noch gescheitert, die auswärts die beiden ersten Partien für sich entscheiden konnten - 1942 und 1966 jeweils die Detroit Red Wings. New Jersey wird sich erheblich steigern müssen, um dieses Kunststück von den Toronto Maple Leafs bzw. den Montreal Canadiens zu wiederholen.

CONFERENCE VIERTELFINALE
geg.
Red Wings führen in der Serie 1-0
geg.
Canadiens führen in der Serie 2-0
geg.
Die Serie ist 1-1 ausgeglichen
geg.
Rangers führen in der Serie 1-0
geg.
Avalanche führen in der Serie 2-0
geg.
Blues führen in der Serie 2-0
geg.
Ducks führen in der Serie 2-0
geg.
Sharks führen in der Serie 1-0