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IIHF Eishockeyweltmeisterschaft 2012

WM: Rückblick und Aussichten

Donnerstag, 05.17.2012 / 12:12 AM / NHL.com/de - IIHF Eishockeyweltmeisterschaft 2012

Von Markus Schäffler - Eishockey.com

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WM: Rückblick und Aussichten
WM: Rückblick und Aussichten

Die Vorrunde der Eishockeyweltmeisterschaft 2012 in Helsinki und Stockholm, die erstmals in zwei Gruppen à acht Mannschaften ausgetragen wurde, ist ohne große Überraschungen zu Ende gegangen. Die sechs Topnationen Kanada, USA und Finnland, sowie Russland, Schweden und Tschechien erreichten in ihren Gruppen H bzw. S die jeweiligen Plätze Eins bis Drei. Ihnen folgen die Teams aus der Slowakei und Norwegen, die es auf fünf bzw. vier Siege brachten. Die beiden distanzierten sich damit klar von den übrigen Auswahlen, betrug der Abstand doch mindestens sechs Punkte und zwei Triumphe zum ersten Verfolger.

Den Abstieg in die erste Division müssen Kasachstan und Italien antreten. Während das einzige asiatische Team des Turniers lediglich einen Punkt schaffte, indem es gegen die USA erst nach Verlängerung verlor, kamen die Europäer auf immerhin einen Sieg. Diesen sicherte Giulio Scandella, der im Spiel gegen Dänemark nach 52 Sekunden in der Verlängerung den 4-3 Endstand herstellte.

Die deutsche Auswahl hatte sich mit dem Erreichen des Viertelfinales hohe Ziele gesteckt, was sich dann im Turnierverlauf als etwas zu optimistisch herausstellte. Mit lediglich zwei Siegen und fünf Niederlagen belegten sie in ihrer Gruppe am Ende nur den sechsten Rang und mussten die Heimreise früher als erhofft antreten. Unvergessen bleibt wohl deren sechste Partie, als sie von Norwegen mit 4-12 auseinandergenommen wurden. Nach 2011 in der Slowakei, wo Deutschland den siebten Platz belegte, und der Heim-WM 2010, wo sie sensationell Vierter wurden, ist dieses Turnier als ein herber Rückschlag zu werten, zumal durch das schlechte Abschneiden die direkte Qualifikation für die olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi verspielt wurde und jetzt ein Turnier gegen weitere Anwärter im Frühjahr 2013 gewonnen werden muss.

Gerade noch zu Olympia gerettet hat sich die Schweiz, die auch mit hohen Ansprüchen gestartet ist und in ihrer Gruppe ebenfalls nur Sechster wurde. Durch ein besseres Torverhältnis als Deutschland belegen sie Rang 11 der WM und können so, zwar überholt von der Slowakei und Norwegen, wenigstens Platz 9 der IIHF Rangliste behaupten, der zur direkten Teilnahme in Sotschi reicht.

Der bisher erfolgreichste Scorer ist der Norweger Patrick Thoresen, der es auf 16 Punkte brachte, wobei er allein gegen die Deutschen drei Tore schoss und drei weitere mit vorbereitete. Dem 28-jährigen Center von SKA Sankt Petersburg folgen mit 14 bzw. 13 Zähler die beiden NHL-Profis Evgeni Malkin, der bei den Pittsburgh Penguins angestellt ist, und Henrik Zetterberg, der seine Brötchen bei den Detroit Red Wings verdient.

Mit einer Fangquote von 96,8 Prozent und einem Gegentorschnitt von 0,64 ist Petri Vehanen mit Abstand der bisher beste Goalie des Turniers. Er machte bereits bei der WM vor einem Jahr von sich Reden, als er mit Finnland die Goldmedaille gewann und dabei die Bestenlisten der beiden genannten Kategorien souverän anführte. Seit November 2009 schnürt er für Ak Bars Kasan die Schlittschuhe.

Bei den Buchmachern dürfte derzeit Russland souverän auf Platz Eins der Wettlisten stehen, denn sie überzeugten bisher auf ganzer Linie. Sie haben als einziges Team nicht nur alle sieben Partien der Vorrunde für sich entschieden, sondern stellen mit lediglich acht Gegentoren auch die beste Abwehr. Die Sbornaja steht also kurz vor dem Gewinn ihres 26. WM-Titels. Halt! Es gibt sieben gute Mannschaften, die etwas dagegen haben, allen voran die Eishockeynation schlechthin, Kanada. Die Nordamerikaner zeigten sich von Turnierbeginn an glänzend in Form und mussten während der ersten sieben Spiele nur eine Overtimepleite gegen die USA hinnehmen. Außerdem haben sie mit 35 Toren die produktivsten Angriffsreihen aller teilnehmenden Länder. Norwegen und die Slowakei, deren Viertelfinal-Kontrahenten, dürften für ein Weiterkommen zu wenig entgegenzusetzen haben und sind deshalb krasse Außenseiter.

Bessere Aussichten haben die Akteure der beiden ausrichtenden Nationen, Schweden und Finnland. Die Tre Kronors bekommen es mit dem tschechischen Team zu tun, das sie in der Vorrunde bereits klar mit 4-1 besiegten. Sollten ihre Gegner deren momentan besten Akteure Henrik Zetterberg und Loui Eriksson aber unter Kontrolle bekommen, könnte eine Überraschung durchaus drin sein. Die finnischen Titelverteidiger müssen zum zweiten Mal gegen die USA antreten. Nachdem sie in der Vorrunde in der Hartwall Areena vor eigenem Publikum deutlich mit 0-5 unterlagen, steht jetzt an gleicher Stelle Wiedergutmachung an. Allerdings muss dazu Goalie Vehanen eine Topleistung bringen und die bislang eher zurückhaltende Offensive treffsicherer agieren.

Mit dem Ende der Vorrunde beginnt die eigentliche Weltmeisterschaft, denn erst jetzt befinden sich fast ausschließlich absolute Topleute auf dem Eis, die dem Namen des Turniers gerecht werden. Da über das Weiterkommen lediglich ein Spiel entscheidet, kann alles möglich werden. Die russischen Topfavoriten dürften aber allen Eventualitäten trotzen und den Titel souverän holen. Oder?